Die Ehefrau wollte einen Nusskuchen backen und obwohl der Gatte im Vorjahr genügend Nüsse gesammelt hatte - der Sack war leer. Immerhin hatte der Vorrat so lange gereicht bis die neuen Walnüsse erntereif waren.
Er kannte viele Nussbäume in der Flur auf deren Ertrag er eigentlich schon ein Gewohnheitsrecht besaß. Ganz einfach deshalb weil die Eigentümer entweder zu bequem waren die Nüsse aufzulesen oder einfach zu spät zur Ernte kamen.
Jedenfalls hatte der Anton keine Mühe das benötigte Quantum zu besorgen.
Der Baum stand an einem abschüssigen Hang und die Nüsse fielen in einen arg mit Hecken bewachsenen und schwer zugänglichen Graben. Es war eine mühselige Arbeit sie dort einzusammeln. Andererseits wussten nur wenige von diesem ertragreichen Ort.
Just aber als er den steilen Graben überwunden hatte überkam ihn ein seltsamen Rumoren im Darm. Dem musste er Abhilfe schaffen. Er ließ den Korb stehen wo er war – wer kam schon an diesen entlegenen Ort – und kam im uneinsehbaren Graben seinen Bedürfnissen nach. Es dauerte nicht lange, doch als er wieder nach oben gelangt war, war der Korb mit den Nüssen fort – es fehlte jede Spur. Weit und breit war niemand zu sehen auch kein Auto nur in weiter Ferne ein Radfahrer.
Nachdem er den Ärger mit seiner Frau – wegen der fehlenden Nüsse überstanden hatte, erzählte er sein Missgeschick am abendlichen Stammtisch und erntete gar unterschiedliche Reaktionen, von Bedauern, Mitleid, Häme, bis zur Schadenfreude.
Als der Anton am nächsten Morgen seine Zeitung aus dem Briefkasten holte fand er zu seinem Erstauen den Korb mit den Nüssen vor seiner Haustüre stehen. So wie er es sah fehlte keine einzige.
Obenauf aber lag ein Zettel mit Druckbuchstaben beschrieben: Ich wusste nicht, dass die Nüsse dir gehörten – mein schlechtes Gewissen ließ mich nicht schlafen.
Der Anton freute sich sehr und fragte sich nun, wer von dem „Diebstahl" gewusst hatte und wer von seinen Stammtischbrüdern zur Tatzeit mit dem Fahrrad unterwegs gewesen war.