Photo: OGV Sandbach
Photo: OGV Sandbach
Es war noch recht kühl am Morgen auf dem Kiesbuckel, in der Nacht hatte es noch leichten Frost gegeben. So ging es gleich los. Auf dem Grundstück der Familie Barth sollte es den ersten Schnitt für die vier Jungbäume (Apfel und Birne) geben, die im November gepflanzt worden waren. Dieser Pflanzschnitt ist entscheidend für das Wachstum und eine gute Kronenstruktur der Bäume.
Zunächst gab unser Fachwart, Bernd Morgenroth, Erläuterungen zu den geplanten Schnittmaßnahmen und dem gewünschten Aufbau der Krone aus drei bis vier Seitenästen (Leitäste) und der Stammverlängerung, mit dem eine stabile und gut belichtete Krone aufgebaut wird. Zu steile Triebe und Konkurrenztriebe wurden entfernt. Danach wurden die Seitenäste eingekürzt, um die unteren Knospen zum Austreiben anzuregen und so eine Verzweigung zu erreichen. Der Schnitt erfolgte jeweils oberhalb einer Knospe, die nach außen zeigt, um die Krone nach außen zu leiten. Alle Seitenäste wurden etwa auf gleicher Höhe angeschnitten (Saftwaage). An den Leitästen wurden die Blütenknospen entfernt, damit der Baum dort noch keine Früchte ausbildet. Die jungen Bäume würden sonst zu viele Nährstoffe aufbrauchen, die für das Wachstum benötigt werden.
Abschließend gab es noch ein paar Tipps für das Freihalten der Fläche um den Stamm herum, die sogenannte Baumscheibe, da Gräser und Unkraut mit dem Baum um Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Für das regelmäßige Wässern in den besonders heißen Sommermonaten gab es bereits Pläne und weitere Anregungen aus der Gruppe.
Auf dem Patengrundstück des Vereins oberhalb ging es weiter. Im Fokus standen an dem Tag die Bäume, die der Verein 2008 gepflanzt hat (Apfel, Quitte, Zwetschge). Sie sind noch in der Ertragsphase. Bei ihnen erfolgt in Abständen ein Erhaltungs- oder Pflegeschnitt, um das Gleichgewicht zwischen Fruchtbildung und neuem Wachstum zu halten. Das Kronengerüst wird hierbei maßvoll zurückgeschnitten, lichte Kronen trocknen schneller ab, das reduziert den Krankheitsbefall. Abgetragene Äste werden auf jüngere Äste zurückgeschnitten. Außerdem werden zu dicht und zu steil stehende Äste sowie sich berührende entfernt, ebenso kahle und abgestorbene Zweige.
Die oberhalb der Streuobstwiese liegenden Flächen werden großenteils nicht mehr gepflegt, von dort wachsen Brombeeren, Büsche und Bäume in das Grundstück hinein. Vor zwei Jahren war beim Arbeitseinsatz dort viel Wildwuchs entfernt worden. Diesmal reichte es aus, überhängende Äste zu entfernen, damit es beim jährlichen Mähen der Fläche keine unnötigen Behinderungen gibt. Das Schnittgut wurde auf den Ablageplatz gebracht.
Zum Abschluss gab es noch eine kleine Stärkung mit heißem Kaffee und Kuchen und regem Austausch zum Thema Streuobstwiesen, ihre Pflege und die Probleme, Aktive zu finden, die sich dort engagieren.