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Oberzent aktuell
Ausgabe 11/2026
Schulen in der Oberzent
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Oberzent-Schüler blicken hinter die Olympia-Kulissen

Jürgen Wolf, früher Mitglied der Skilanglauf-Nationalmannschaft und später Trainer, erläutert, worauf es außer den Medaillen bei den Spielen ankommt.

Beerfelden. Die olympischen Winterspiele in Italien beherrschten in den vergangenen Wochen die Medien. Da passte es gut, dass die Oberzent-Schule (OZS) zum Abschluss Jürgen Wolf eingeladen hatte. Wolf, früher Mitglied der Skilanglauf-Nationalmannschaft, startete 1988 seine Trainerkarriere. Er war danach als Bundestrainer der Damen-Nationalmannschaft im Skilanglauf aktiv und bereits bei den Olympischen Spielen in Albertville 1992 dabei. Nach dem Mauerfall hatte er hier die wichtige Aufgabe, die Athleten aus Ost- und Westdeutschland zusammenzuführen.

1993 wurde der Beerfeldener Leiter der Trainerausbildung. 1999 dann der nächste Karriereschritt: Wolf wurde Cheftrainer Skilanglauf und führte die Damen-Nationalmannschaft zum Olympiasieg in der viermal Fünf-Kilometer-Staffel bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City 2002.

Durch Stress und hartes Training – auch während der Spiele – nehmen Sportler oft schnell ab. Falls der Anzug beim Start von den Vorgaben für die Größe auch nur leicht abweiche, werde der Sportler disqualifiziert. Entscheidend sei außerdem das Präparieren der Ski je nach Sportart und Wetterlage.

Jürgen Wolf hob die Wichtigkeit des Betreuerteams hervor, das hinter den Athleten steht. Auf insgesamt 99 Männer und 86 Frauen, die für Team Deutschland antreten, kommen 550 Betreuer. Bei den ersten Olympischen Spielen 1924 in Chamonix traten 258 Sportler aus den verschiedenen Nationen an. Bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina in diesem Jahr waren es 2900 Athleten.

Doch worum geht es überhaupt bei den Olympischen Spielen? Es geht nicht nur um Medaillen, erklärte der Ex-Sportler. Es gehe vor allem um die olympischen Werte: Exzellenz, Respekt und Freundschaft. Das beinhalte die ständige Verbesserung der eigenen Leistung, zudem Fairness und das Bauen einer Brücke zwischen den Völkern.

Der Vortrag endete mit einer Fragerunde der Schüler – orientiert am „Aktuellen Sportstudio“. Darin ging es um die Themen „Vom Talent zum Olympiasieger“ und persönliche Erfahrungen. Schulleiter Bernd Siefert nahm vom Besuch mit, dass der olympische Gedanke doch nicht immer im Vordergrund steht. Sondern dass es ebenso knallhart um Medaillen geht. Denn nur die sind für das Erzielen von Werbe- und Fördergeldern ausschlaggebend.

Schön wäre es, meinte Siefert, wenn während der Olympischen Spiele – wie ursprünglich gelebt – keine Kriegshandlungen stattfänden. „Aber das ist wohl nur meine Wunschvorstellung“, bedauerte er. Zehntklässler Sascha Schiefner fand den Blick hinter die Kulissen sehr interessant. Denn vieles davon bekomme man im Fernsehen nicht vermittelt. Ihn überraschte es zu hören, was alles in den Aufgabenbereich des Trainers fällt.