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Oberzent aktuell
Ausgabe 8/2026
Schulen in der Oberzent
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Oberzent-Schule - Wie Fenster in die Vergangenheit geöffnet werden

Positive Zwischenbilanz für ein Projekt in Oberzent. Schüler gehen in die Seniorenresidenz und suchen den Austausch mit alten Menschen. Beide Seiten profitieren.

„Solche Projekte sind wichtig, um Erfahrungen zu sammeln und im Austausch mit der älteren Generation zu stehen“, war ein Schülerfazit zum Projekt „Aufeinander zugehen“ von Oberzent-Schule (OZS) und Seniorenresidenz Hedwig Henneböhl.

Es wurde damals von Gabriele Maurer (OZS) und Angela Scheil ins Leben gerufen. Zu Beginn des laufenden Schuljahres im vergangenen Jahr wurde es neu aufgelegt und hat jetzt Halbzeit. Intensive Vorbereitungsgespräche gab es dazu zwischen Geschäftsführer Philipp Vetter, Pflegedienstleiterin Anja Pförsich und Schulleiter Bernd Siefert.

„Ein Fenster in die Vergangenheit“: So beschrieben Schüler ihre Erlebnisse. Im ersten Schulhalbjahr ging Siefert mit seiner Religionsgruppe 10 jeden Freitag ins gegenüber liegende Gebäude. Dort teilten sich die Schüler in Gruppen auf und sammelten neue Erfahrungen mit den Bewohnern.

So wurden gemeinsam Äpfel gepflückt und geschält, Teig gerührt und Kuchen gebacken. Bei weiteren Treffen werden jahreszeitbezogene Themen angepackt. Auch gehörten neben Gesprächen z. B. Gartenarbeit, Natur und Tiere, Basteln oder Singen dazu. Ziel ist es, dass Bewohner und Jugendliche vom Umgang miteinander profitieren.

Siefert zeigte sich erfreut über die große Wertschätzung bei der Seniorenresidenz, die sich unter anderem darin zeigte, dass mehrere Mitarbeiter für das Projekt abgestellt wurden. Im zweiten Halbjahr sind dann die Religruppe von Heidi Domack und der Ethikkurs von Erdogan Suna dran. Die FSJ-Kraft Anna Schäfer begleitet alle.

Die Schüler erhalten vor Ort einen Einblick in eine ganz andere Lebenswelt, mit der sie sich normalerweise nicht so einfach identifizieren können. Besonders interessiert waren sie an den Lebensumständen und Erlebnissen der Senioren, als diese noch in ihrem Alter waren. Durch die Treffen entwickeln die Heranwachsenden Empathie für ältere Menschen. Sie hinterfragen deren Erfahrungen und Schicksale, betonte Siefert.

Für Anna Schäfer war die Mitwirkung eine besondere Herzensangelegenheit. Denn in ihrem Abschlussjahr an der OZS konnte das Projekt wegen der damaligen Corona-Situation nicht stattfinden. „Umso mehr habe ich jetzt die Zeit genossen“, erzählte sie. Es war für sie unheimlich toll zu sehen, wie die Schüler nach und nach ihre Berührungsängste verloren haben und eine Verbindung zwischen Jung und Alt entstanden ist.

Das zeigte sich besonders am letzten Tag, als die einzelnen Gruppen die jeweiligen Ergebnisse ihrer Projekte vorstellten. Diese zeigten, wie gut Teamarbeit zwischen Senioren und Schülern funktioniert. Siefert sah das Zusammenwirken sinnbildlich für die Neurobiologie, dass Lernen nicht durch Erkenntnis, sondern durch Erleben funktioniert.