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mossautal aktuell
Ausgabe 12/2026
Aus unserer Gemeinde
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Feuerwehr Mossautal: Engagement, Einsätze und viele Auszeichnungen

Gemeindebrandinspektor Timo Münch berichtet von der umfangreichen Feuerwehrarbeit im vergangenen Jahr.

Zahlreiche Mossauter sind der Einladung zur Hauptversammlung der Feuerwehr gefolgt.

Bei der Hauptversammlung können wieder für die Mossautaler Feuerwehrleute Beförderungen ausgesprochen werden.

Bürgermeister Andreas Mutschke (links) nimmt die Vereidigung des neuen stellvertretenden Wehrführers der Feuerwehr Hiltersklingen, Carsten Helmstädter (rechts), vor. In der Mitte gratuliert der Erste Beigeordnete Harald Eisenhauer.

Für ihr Engagement von 10, 30, 40 und sogar 50 Jahren erhalten die Mitglieder der Mossautaler Feuerwehr entsprechende Anerkennungsprämien.

Für ihren langjährigen Einsatz werden Guido Morgenroth (links) und Claus Eberhardt mit dem Goldenen Brandschutzehrenzeichen am Bande ausgezeichnet. Achim Miedtke (Mitte) erhält das Silberne Brandschutzehrenzeichen am Bande.

Zahlreiche Ehrungen und Beförderungen sowie umfangreiche Ereignisberichte standen im Mittelpunkt der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Mossautaler Feuerwehr in der Hüttenthaler Mossautalhalle. In seinem Statistikbericht sprach Gemeindebrandinspektor Timo Münch von derzeit 77 Einsatzkräften und insgesamt 547 Mitgliedern, die die Arbeit der Feuerwehr auch finanziell unterstützen. "Es wurden wieder zahlreiche Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene erfolgreich absolviert", berichtete Münch. Patrick Demjek. Markus Allmann. Max Gebhardt, Guido Morgenroth, Markus Vogt, Christoph Walther, Lucas Kaufmann, Reiko Weinhold, Ingo Katzenmeyer, Patrick Hofmann, Timo Münch Kate Fornoff, Jan Heck, Dominik Hofmann, Rohan Münch, Luise Naas und Stefan Michel nahmen an Aus- und Fortbildungen vom Grundlehrgang bis hin zu Führungskräftefortbildungen teil.

Über das Jahr hinweg absolvierten die Einsatzkräfte zudem zahlreiche Übungen - von Fahrzeugkunde über Feuerwehrdienstvorschriften bis hin zur technischen Hilfeleistung. "Die Anzahl der gemeinschaftlichen Übungen wurde in letzter Zeit deutlich erhöht", so Münch, der sich künftig sogar noch mehr gemeinsame Manöver vorstellen kann. Als Grund nannte der Gemeindebrandinspektor die zunehmende Bedeutung eines funktionierenden Zivil- und Bevölkerungsschutzes. Dieser könne nur gemeinsam gelingen, zudem sollten die Einsatzkräfte die örtlichen Gegebenheiten in allen Ortsteilen gut kennen.

Weiter berichtete Münch von insgesamt 56 Einsätzen im vergangenen Jahr, bei denen die Mossautaler Feuerwehr auch über die Gemeindegrenzen hinaus gefordert war. Die Einsatzkräfte wurden zu sechs Brandeinsätzen sowie zu 25 Hilfeleistungen alarmiert. In einem Fall wurde der Gemeindebrandinspektor sogar als Notarztzubringer zu einem schweren Verkehrsunfall bei Lützelbach gerufen.

"Es wird deutlich, dass sich das Kerngeschäft der Feuerwehren zunehmend wandelt", erklärte Münch. Während schwere Brände seltener würden, nehme die Zahl der Einsätze zum Schutz von Bevölkerung und Umwelt zu. Als Beispiele nannte er den Unfall eines Forstarbeiters im Wald, bei dem die Feuerwehr den Rettungsdienst unterstützte, sowie die Bergung eines von der Straße abgekommenen Holzlasters. Auch beim Retten einer Frau, die einen Abhang an ihrem Wohnhaus hinuntergestürzt war, und bei der Versorgung eines Kindes, das vom Balkon gefallen war, waren die Einsatzkräfte gefragt. Einen eher ungewöhnlichen Einsatz gab es in Ober-Mossau, als ein Hirsch in ein Klärbecken gestürzt war und von der Feuerwehr befreit werden musste. Neben weiteren Verkehrsunfällen war die Mossautaler Feuerwehr auch beim Brand eines Holzhauses sowie eines Elektromotors auf einem Bauernhof im Einsatz.

Auch über Investitionen berichtete Münch: So wurden ein Rollwagen "Schlauch" sowie ein mechanisches Schnellstabilisierungssystem zur Sicherung verunfallter Fahrzeuge angeschafft. Darüber hinaus übernahm die Gemeinde die Finanzierung von zwei Lkw-Führerscheinen als eine wichtige Investition in die Zukunft der Feuerwehr.

Kate Fornoff fasste die Arbeit der Jugendfeuerwehren zusammen. "30 junge Menschen aus ganz Mossautal engagieren sich in den beiden Jugendabteilungen Hiltersklingen und Mossau", berichtete die Betreuerin. Sie hob besonders die hohe Einsatzbereitschaft der Jugendlichen hervor, die trotz vieler Freizeitangebote Zeit in die Feuerwehr investieren, um Fertigkeiten zu erlernen und Teamgeist zu entwickeln. Dass sich die jungen Mitglieder wohlfühlen, zeige sich auch daran, dass im vergangenen Herbst mehrere Kinder aus der Minifeuerwehr in die Jugendabteilungen wechselten. Neben Übungen und einem Berufsfeuerwehrtag nahmen die Jugendlichen auch an zahlreichen Veranstaltungen teil, etwa am Kreisjugendfeuerwehrlager in Beerfelden. Zudem wurden Ausflüge organisiert, befreundete Jugendfeuerwehren besucht sowie Spielenachmittage wie der Newcomer-Cup veranstaltet. Besonders erfreulich war für Fornoff, dass zwei Jugendliche in die Einsatzabteilung übernommen werden konnten.

Tamara Münch, Leiterin der Minifeuerwehr, berichtete von derzeit 24 Kindern in der Kindergruppe. "2025 konnten wir sechs neue Wasserteufel begrüßen und das sogar über die Ortsgrenzen hinaus", freute sich Münch. Gleichzeitig wechselten fünf Kinder in die Jugendabteilung. Die Wasserteufel lernen jedes Jahr spielerisch Grundlagen der Ersten Hilfe. Im März durften sie dazu einen Rettungswagen besichtigen. Auch Themen wie das Löschen von Bränden und die persönliche Schutzausrüstung standen auf dem Programm. Erstmals legten die Kinder erfolgreich die "Tatze Stufe 4", die höchste Auszeichnung der hessischen Kinderfeuerwehren, ab. Neben der Teilnahme am Kreisminifeuerwehrtag gab es zahlreiche Freizeitaktivitäten, darunter eine Osterhasen-Wanderung sowie Ausflüge zur Sommerrodelbahn und zum Indoorspielplatz Powerplay.

Markus Voigt berichtete über die Arbeit der Helfer-vor-Ort-Gruppe. Im Berichtsjahr wurde die Gruppe zu elf Einsätzen bei schweren Erkrankungen und Unfällen alarmiert. Dazu gehörten unter anderem der Unfall eines Forstarbeiters, eine Reanimation eines Säuglings sowie ein Reiterunfall. "Die Einsätze zeigen, wie wertvoll schnelle erste Hilfe ist", betonte Voigt. Der Vereinsvorsitzende freute sich über derzeit 20 aktive Mitglieder, die vom Ersthelfer bis zum Notarzt reichen und teilweise auch aus dem Rettungsdienst stammen. Neben den Einsätzen wurden im Jahr 2025 zudem zahlreiche in Mossautal stationierte Defibrillatoren durch Geräte der neuesten Generation ersetzt.

Als Lohn für das Engagement in die Fortbildung gab es zahlreiche Beförderungen. So wurden Max Gebhardt, Lucas Kaufmann, Jan Heck und Rohan Münch zum Feuerwehrmann, Kate Fornoff zur Feuerwehrfrau, Christoph Walther zum Oberfeuerwehrmann, Stefan Michel zum Löschmeister, Patrick Dejmek zum Brandmeister und Markus Voigt zum Oberbrandmeister befördert. Zudem vereidigte Bürgermeister Andreas Mutschke Carsten Helmstädter als stellvertretenden Wehrführer der Feuerwehr Hiltersklingen.

Für ihr langjähriges Engagement in der Einsatzabteilung wurden Tamara Münch, Kira Spitzberg-Kusch, Chirstian Michalczyk und Dominik Hofmann (jeweils für 10 Jahre), Mark-Oliver Horn (30 Jahre), Markus Kriechbaum und Oliver Naas (beide 40 Jahre) sowie Friedhelm Allmann und Manfred Reiß (beide 50 Jahre) mit Anerkennungsprämien honoriert.

Für ihren 25-jährigen aktiven Dienst erhielten Achim Miedtke und Jürgen Trebert das Silberne Brandschutzehrenzeichen am Bande. Für 40 Jahre aktiven Dienst wurden Klaus Eberhardt und Guido Morgenroth mit dem Goldenen Brandschutzehrenzeichen am Bande ausgezeichnet. Eine Urkunde für 65-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr erhielten Wilhelm Christmann, Peter Kredel und Gerhard Krämer.

Kreisbrandmeister Sven Bardonner würdigte die Leistungen der Mossautaler Feuerwehr. "Es war ein rundum gelungener Bericht", betonte er und freute sich über stabile Mitgliederzahlen, den Zuwachs bei den Kindern sowie die hohe Zahl an Übungen. Gerade der Atemschutzdienst verlange den Einsatzkräften viel körperliche Fitness und Engagement ab.

Auch Bürgermeister Andreas Mutschke richtete Worte an die Versammlung. "Wir müssen die seit Jahrzehnten bestehenden Strukturen in manchen Punkten überdenken", sagte er mit Blick auf zukünftige Herausforderungen. Neben einer möglichen Neuausrichtung innerhalb der Gemeinde könne er sich auch eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit vorstellen. Gleichzeitig lobte der Rathauschef den guten Zusammenhalt der Mossautaler Einsatzkräfte und rief dazu auf, auch künftig eng zusammenzuarbeiten.

Text und Fotos von Dieter Berlieb