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mossautal aktuell
Ausgabe 36/2026
Aus unserer Gemeinde
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Güttersbach wird zum Erlebnisraum für Kunst, Natur und Kultur

In ihrer Laudatio würdigt Jutta Janzen die Vielfalt der ausgestellten Kunstwerke.

Musik im Kunstparcours: Der ChlettererChor des Deutschen Alpenvereins aus Darmstadt bereichert „Interventionen KunstNatur“ mit seinem Gesang.

Zahlreiche Besucher nutzen am Wochenende die Gelegenheit, bei „Interventionen KunstNatur“ in Güttersbach Kunst inmitten von Gärten, Hof und ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäuden zu erleben.

Die Band „Caravan of Fools“ sorgt bei „Interventionen KunstNatur“ in Güttersbach für den musikalischen Ausklang des Tages. Auf dem Anwesen des Fördervereins treffen Kunst, Literatur und Musik aufeinander.

Blick ins ehemalige Bienenhaus: Zwei Besucherinnen betrachten die Ausstellung „Frühe Pilotinnen“ von Barbara Strowasser.

Gabor Sulyok und Hans-Jürgen Schwinn präsentieren bei „Interventionen KunstNatur“ Werke ihrer Mütter Brigitte Sulyok und Lotte Lina Schwinn. Die Ausstellung „Malende Mütter“ vereint Gemälde, Kohlezeichnungen, Aquarelle und Landschaftsbilder.

Kunst in der Tenne: Die Skulpturen von Sieglinde Gros und Aaron Antes sind Teil des Kunstparcours bei „Interventionen KunstNatur“ in Güttersbach.

Zahlreiche Besucher verfolgen in Güttersbach die Lesung von Josef Schwarz aus seinem Gedichtband „Zwei x Dreizehn Seeleneinblicke“. Fredi Alberti begleitet die Texte musikalisch auf dem Cello.

 

Zwischen Gärten und ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäuden wurde am Wochenende Kunst zum Erlebnisraum. Zum dritten Mal hatte der Förderverein Güttersbacher Dorfleben e.V. zur „Interventionen KunstNatur“ eingeladen. Das Anwesen des Vorsitzenden Peter Dehnert wurde zum begehbaren Kunstparcours, in dem sich Kunst, Literatur und Musik begegneten. Zahlreiche Besucher kamen aus der Region und darüber hinaus. „Kunst muss nicht hinter Museumsmauern stattfinden“, lautete die Idee.

Neun Künstlerinnen und Künstler aus der Region – Rosi Alberti, Aaron Antes, Eva Marie Breuer, Annette Büttner, Anne Esser, Sieglinde Gros, Bernhild Hofherr, Martin Rieker und Barbara Strowasser – zeigten unterschiedliche Positionen der Kunst. Ergänzt wurde die Ausstellung durch Lesungen und Musik.

Schon beim Rundgang wurde deutlich, dass die Natur nicht bloße Kulisse war. Die Arbeiten standen dort, wo sie mit Garten, Landschaft und Gebäuden in Beziehung traten. Besucher wechselten zwischen Hof, Scheune, Atelier und Bienenhaus, blieben stehen und kamen ins Gespräch. So entstand ein begehbarer Kunstort.

In der Scheune zeigte Rosi Alberti Blumen- und Landschaftsbilder, die sie mit Gouache, Kohle und Kreide erschaffen hatte. Bernhild Hofherr gab Einblick in ihre Arbeit mit Fotografien, die sie mit unterschiedlichen Drucktechniken in Kunstwerke verwandelte. Fotograf Martin Rieker präsentierte Aufnahmen von Kühen in vielen Variationen.

Anne Esser war mit einer Serie von Collagen vertreten, die aus Zufallsfunden entstanden und auf den ersten Blick fast wie mit Künstlicher Intelligenz erzeugt wirken könnten. Tatsächlich arbeitet die Künstlerin mit Schere und Klebstoff und verwendet unter anderem Zeitschriften. „Man ist immer auf der Suche“, sagte Esser. Ihre Arbeiten seien symmetrisch, aber bewusst nicht perfekt. Auch die abstrakten Titel sollten Raum für eigene Gedanken lassen.

Im Atelier zeigte Annette Büttner Acrylbilder, die ohne konkrete Vorlage aus verschiedenen Farbschichten entstanden. Im Bienenhaus stellte Barbara Strowasser ihr Projekt über frühe Pilotinnen vor, nämlich Frauen, die sich mutig und risikobereit in die Luft wagten. „Eine Universalkünstlerin“ nennt Dehnert die vielseitige Strowasser.

In der Tenne waren Skulpturen von Sieglinde Gros zu sehen, die Holz mit Kettensäge und Stemmeisen bearbeitet. Aaron Antes widmete sich dem menschlichen Kopf. Seine Skulpturen spielen mit Abstraktion und Verfremdung und sollen zum Nachdenken anregen. In Dehnerts Sauna zeigte Eva Marie Breuer Porträts von Menschen und Tieren, ein Film zeigte die Entstehung eines Hundeporträts.

Eine besondere Ergänzung war die Ausstellung „Malende Mütter“. Gabor Sulyok und Hans-Jürgen Schwinn präsentierten Werke ihrer Mütter Brigitte Sulyok und Lotte Lina Schwinn. Zu sehen waren Gemälde, Kohlezeichnungen, Aquarelle und Landschaftsbilder. Beide Frauen ließen sich von der Natur inspirieren. „Es ist schön, die Dinge einmal ausstellen zu können“, sagte Gabor Sulyok. Von rund 100 Arbeiten seiner Mutter hatte er eine Auswahl nach Güttersbach gebracht.

Für das leibliche Wohl sorgten die Mitglieder des Fördervereins mit allerlei Leckerem. Besonders beliebt war erneut die selbst gemachte Pizza aus dem Holzofen, die frisch zubereitet wurde und bei den Besuchern auf großes Interesse stieß.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Mossautals Bürgermeister Andreas Mutschke. Er hob die Bedeutung der Kunst hervor, lobte den Förderverein und wünschte sich weitere solcher Initiativen. In ihrer Laudatio stellte Jutta Janzen die Künstler vor. Ihr Leitmotiv sei die Frage gewesen, „wie die Künstler es hinbekommen, die schöpferische Quelle wach zu halten“. Die Antworten seien so unterschiedlich gewesen wie die Werke.

Auch Literatur gehörte zum Programm. Die aus Erbach stammende und in der Region bekannte Autorin Sabine Hofmann stellte ihren neuen Kriminalroman „Weiße Westen, schwarze Nächte“ vor und las daraus. Begleitet wurde sie von Uwe Koltsch. Damit brachte Hofmann eine weitere Facette der regionalen Kulturszene in den Kunstparcours ein.

Am Abend spielte „Caravan of Fools“ Stücke von Simon & Garfunkel, Tom Waits, John Mellencamp und Bruce Springsteen sowie eigene Songs.

Am Sonntagnachmittag gehörte die Bühne dem Güttersbacher Josef Schwarz. Aus seinem Gedichtband „Zwei x Dreizehn Seeleneinblicke“, der von Mona Breede umfangreich bebildert wurde, las er Texte über Eindrücke aus seiner Arbeit in einem Seniorenheim und die Begegnung mit Menschen am Ende ihres Lebens. Fredi Alberti begleitete die Lesung auf dem Cello. Zuvor sang der ChlettererChor des Deutschen Alpenvereins aus Darmstadt aus seinem Repertoire.

„Wir hatten Glück mit dem Wetter“, sagte Peter Dehnert am Ende der Veranstaltung. Zum Gelingen trugen aber vor allem das Engagement des Fördervereins, die Künstler und das besondere Konzept bei.