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mossautal aktuell
Ausgabe 36/2026
Aus unserer Gemeinde
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50 Jahre Kindertagesstätte „Unterm Eulennest“

Zum 50. Geburtstag der Kindertagesstätte „Unterm Eulennest“ kamen Kinder, Eltern, Ehemalige, Mitarbeitende und viele Bürger zum gemeinsamen Feiern zusammen.

Auch die Kleinsten der Kita waren mit einem eigenen Beitrag dabei und begeisterten die Gäste mit ihrem Auftritt – dafür gab es viel Applaus.

Bürgermeister Andreas Mutschke blickte in seiner Ansprache auf fünf Jahrzehnte Kita-Geschichte zurück und richtete zugleich den Blick in die Zukunft.

Mit Liedern gratulierten die Kinder beim Jubiläumsfest in Hiltersklingen und begeisterten die Besucher mit ihrem Auftritt.

Die heutige Kita-Leiterin Judith Spilger im Gespräch mit ihrer Vorgängerin Ute Ihrig, die die Einrichtung 42 Jahre lang leitete. Gemeinsam blickten sie beim Jubiläumsfest auf die bewegte Geschichte der Kindertagesstätte zurück.

Beim Tag der offenen Tür wurde das Jubiläum mit einem bunten Programm und vielen Begegnungen gebührend gefeiert.

Geselliges Beisammensein auf der Terrasse: Bei Kaffee und Kuchen genossen die Besucherinnen und Besucher das Jubiläumsfest und nutzten die Gelegenheit zum Austausch

Ein halbes Jahrhundert Kinderbetreuung in Mossautal

Ein besonderes Jubiläum wurde am vergangenen Wochenende in Hiltersklingen gefeiert: Die Kindertagesstätte „Unterm Eulennest“ besteht seit 50 Jahren. Beim Tag der offenen Tür kamen zahlreiche Kinder, Eltern, ehemalige Kindergartenkinder und Mitarbeitende sowie Vertreter der Gemeinde und Bürgerinnen und Bürger aus allen fünf Mossautaler Ortsteilen zusammen, um gemeinsam auf die Geschichte der Einrichtung zurückzublicken und die heutige Kita kennenzulernen.

Begonnen hatte alles im August 1976. Nach dem Beschluss, auch in Mossautal einen Kindergarten einzurichten, startete die Betreuung in der ehemaligen Dorfschule in Hiltersklingen zunächst mit einer Gruppe. Geleitet wurde die Einrichtung von Erna Hofreiter, unterstützt von jeweils einer Praktikantin. Für viele Kinder gehörte schon bald auch der gemeindeeigene Kleinbus zum Kindergartenalltag. Gesteuert wurde er über viele Jahre von Stefan Imhof aus Unter-Mossau. Er brachte die Kinder aus allen fünf Ortsteilen nach Hiltersklingen und später wieder nach Hause.

1979 übernahm Ute Ihrig die Leitung der Einrichtung. Mit der Einrichtung einer zweiten Gruppe konnte die Kapazität auf 50 Kinder erweitert werden. Zunächst waren vier Stunden Betreuungszeit vorgesehen. Die Nachfrage nach Kindergartenplätzen stieg jedoch weiter an. In den 1980er Jahren wurde deshalb vorübergehend in der Mossautalhalle eine zusätzliche kleine Gruppe für Dreijährige eingerichtet. Von 1990 bis 2015 bestand außerdem in Ober-Mossau ein Kindergarten mit einer Gruppe für 25 Kinder.

42 Jahre lang stand Ute Ihrig an der Spitze der Einrichtung. Beim Jubiläumsfest blickte sie gemeinsam mit der heutigen Leiterin Judith Spilger auf die Entwicklung der vergangenen fünf Jahrzehnte zurück. Dabei wurde deutlich, wie sehr sich sowohl die räumlichen Voraussetzungen als auch die pädagogische Arbeit verändert haben.

Ein besonderer Meilenstein war 2013 die Eröffnung der Krippe für Kinder von einl bis drei Jahren. Damit wurden die Betreuungsmöglichkeiten erweitert und die Betreuungszeiten zunächst auf sieben und später auf acht Stunden verlängert. 2023 wurde das alte Schulgebäude abgerissen und durch die heutige Kindertagesstätte ersetzt. Die Eröffnung des Neubaus konnte 2024 gefeiert werden.

Heute bietet die Kita moderne Räume und vielfältige Möglichkeiten für die Kinder. Ein zentraler Marktplatz dient als Treffpunkt, dazu kommen unter anderem ein Bistro mit Kinderküche, ein Bewegungsraum sowie Themenräume zum Bauen, Forschen und Kreativsein. Die naturnahe Lage am Waldrand bietet darüber hinaus beste Voraussetzungen für Natur- und Umwelterlebnisse.

Die pädagogische Arbeit hat sich im Laufe der Jahre immer wieder weiterentwickelt und verändert. Während in den Anfangsjahren nach dem Situationsansatz gearbeitet wurde, entwickelte sich die Arbeit seit Beginn der 2000er Jahre zunehmend in Richtung eines offenen Konzepts. Die Kinder sollen eigene Interessen verfolgen, Verantwortung übernehmen und unterschiedliche Räume und Angebote selbstständig nutzen. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern hat dabei zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Der Name „Unterm Eulennest“ erinnert ebenfalls an die Geschichte der Einrichtung. Wie Ute Ihrig beim Jubiläum erklärte, hatte über viele Jahre ein Waldkauz im Glockenturm des alten Gebäudes genistet. Der ungewöhnliche Bewohner wurde schließlich zum Namensgeber der heutigen Kita.

Beim Tag der offenen Tür konnten sich die Gäste nicht nur über die Geschichte informieren, sondern auch das heutige Leben in der Einrichtung erleben. Das gesamte Kita-Team hatte sich an den Vorbereitungen beteiligt. Leiterin Judith Spilger dankte ihren Kolleginnen und Kollegen ebenso wie den Eltern, die Kuchen gebacken oder Dienste übernommen hatten. Besonders freute sie sich über das neu gestaltete Außengelände hinter dem Gebäude. Die neuen Spielgeräte werden von den Kindern bereits eifrig genutzt. Noch fehlen einige Bepflanzungen, eine Hütte sowie die Pflasterung des Weges zum Spielplatz.

Auch die Kinder selbst gestalteten das Jubiläumsprogramm mit. Die Kleinsten aus der Krippe präsentierten ein Gute-Laune-Lied und erhielten dafür viel Applaus. Die Kindergartenkinder zeigten mit „Wenn du fröhlich bist, dann klatsche in die Hand“ und dem „Gefühlelied“, dass sie sich auf der Jubiläumsbühne sichtlich wohlfühlten.

Bürgermeister Andreas Mutschke dankte den Kindern augenzwinkernd dafür, dass sie den Kindergarten für kurze Zeit der älteren Generation überlassen hätten. Einen mehrstündigen Lichtbildervortrag über die Geschichte der Einrichtung habe er vorbereitet, berichtete er. Der „Ältestenrat“ der Kinder habe ihn jedoch davon überzeugt, darauf zu verzichten. Mutschke freute sich über die Entwicklung der Einrichtung und den neuen Spielplatz. In den vergangenen Monaten hätten Kitaleitung, Erzieherinnen und Eltern gemeinsam nach Lösungen gesucht. "Es ist noch einiges zu tun, aber wir sind auf einem guten Weg", sagte der Bürgermeister.

Auch die Erste Beigeordnete Nina Schütz lobte er für ihr Engagement für die Kita. Sie kennt die Einrichtung aus eigener Erfahrung: Ab 1984 besuchte sie selbst den Kindergarten und schätzt heute die Kita nicht nur wegen ihrer schönen Lage im Grünen, sondern auch wegen der vielen Kinder und des engagierten Personals.

Dass die Erinnerungen an die Kindergartenzeit auch nach Jahrzehnten lebendig bleiben, zeigte sich bei Tanja Lenz. Sie gehörte ebenfalls zu den Kindern der Anfangsjahre. Besonders gerne erinnert sie sich an Waldspaziergänge, Schwimmbadbesuche und Ausflüge in den ehemaligen Güttersbacher Tierpark. Auch die Fahrten mit dem Kindergartenbus sind ihr in guter Erinnerung geblieben.

Nach dem offiziellen Teil gab es zahlreiche Mitmachangebote. In der Käuzchengruppe fanden ein Spiele- und Liederkreis statt, im Rollenspielzimmer wurde die Geschichte „Der rote Ballon“ als Erzähltheater aufgeführt. Für Speisen und Getränke war ebenfalls bestens gesorgt.

Heute besuchen rund 100 Kinder die Krippe und den Kindergarten. Die Krippe sei noch nicht ganz ausgelastet, sagte Judith Spilger, und würde sich deshalb über weitere Kinder bis drei Jahre freuen. Die Einrichtung steht Kindern aus allen fünf Mossautaler Ortsteilen offen: Ober-Mossau, Unter-Mossau, Hüttenthal, Hiltersklingen und Güttersbach. Insgesamt arbeitet ein 25-köpfiges Team in der Kita. Sieben Mitarbeitende sind in der Krippe tätig, zwei kümmern sich um den Essensbereich. Auch die Ausbildung junger Menschen spielt eine wichtige Rolle: Derzeit absolvieren zwei Nachwuchskräfte eine praxisintegrierte Ausbildung, außerdem ist ein Sozialassistent in der Einrichtung tätig.

Nach 50 Jahren ist die Kindertagesstätte „Unterm Eulennest“ damit längst mehr als eine Betreuungseinrichtung. Sie ist ein wichtiger Teil der örtlichen Infrastruktur, ein Ort der Begegnung und für viele Generationen von Mossautaler Kindern ein Stück persönlicher Lebensgeschichte.

Text und Fotos von Dieter Berlieb