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Ausgabe 6/2026
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Die Güttersbacher Lehrer und die Schulgeschichte – Teil VI.

Nach jeder Schulprüfung wurden an die Kinder Wecke verteilt. Auf der Aufnahme von 1929 bekamen die Kinder Brezeln anlässlich des Jugendfestes.

Klassenfoto der Schulkinder samt Lehrer Georg Germann aus dem Jahre 1911.

Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau am 28. Juni 1914 in Sarajevo. In der Folge kam es zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Die Fahrpost wurde am 01.Oktober 1920 eingestellt. Für viele, insbesondere für den gehbehinderten Lehrer Germann bedeutete dies nun große Umstände.

Gesuch der Gemeinde Güttersbach um Genehmigung zur Einrichtung einer Waschküche im Ökonomiegebäude von 1917. Durchgeführt erst 1920.

Von Robin Helm

Johann Anton Heinrich Dern

*05. Februar 1885 Rockenberg +22. Mai 1964 Nieder-Ohmen.

Amtszeit in Güttersbach: vom 03. September 1906 bis April 1907.

Werdegang:

  • 1901 bis 1905 Seminar in Friedberg.
  • 1905: Abgangsnote „ungenügend“.
  • 1905 bis 1906 Schulverwalter in Arheiligen.
  • 1906 Schulverwalter in Nieder-Beerbach.
  • 1906 bis 1907 Schulverwalter in Güttersbach.
  • 1907 als Schulgehilfe nach Ober-Mossau.
  • 1910 Lehrer in Nieder-Ohmen, Kreis Alsfeld.
  • Erster Weltkrieg: 1915 Reserve Inf. Regt. Nr. 116, 1. Komp. Leicht verwundet.
  • 1940 kommissarischer Lehrer an der Volksschule zu Beuern, Kreis Gießen.
  • 1940 Lehrer an der Volksschule zu Beuern
  • 27. November 1941 Ruhestandsversetzung auf Nachsuchen?
  • Eheschließung mit Marie Becker (*1885 +?), mind. 1 Tochter.

Vorkommnisse:

  • 24. November 1906: Geburtstag des Großherzogs wurde festlich begangen.
  • Gehalt: 800 Mark.
  • 26. Januar 1907: Kaisergeburtstag wurde in üblicher Weise gefeiert. Bürgermeister Beisel war anwesend und es wurden Wecke an die Kinder verteilt.
  • Am 03. Februar 1907 kam Pfarrer Beyer nach Güttersbach. Zuvor war die Pfarrstelle zwei Jahre vakant gewesen.
  • Am 07. Februar 1907 fand eine Schulvisitation durch Schulinspektor Dieterich statt. Der Schulvorstand aus Bürgermeister Beisel, Pfarrer Beyer, Leonhard Kredel und Wilhelm Keil waren erschienen.
  • 08. März 1907: Religionsprüfung durch den stellvertretenden Dekan -Oberpfarrer Weber von Beerfelden. Es wurde Bibelgeschichte und Religion geprüft.
  • Im März 1907 wurde die Versetzung Derns beschlossen. Ihm wurde jedoch nicht die Wechselschule Ernsbach-Erbuch zugetraut, welche von seinem designierten Nachfolger Adam Stoppelbein zu dieser Zeit versehen wurde. Dern scheint dem Alkohol zugetan gewesen zu sein und es wurde wiederholt mitgeteilt, dass „er mit seinem Gelde, so oft er solches erhält, in kurzer Zeit am Ende“ sei. Man schlug vor ihn nach Rehbach zu versetzen. Dern wurde dann doch nach Ober-Mossau als Gehilfe des Lehrers Glaser versetzt.
  • Schuljahr 1907/1908: 52 Schulkinder.
  • Dern wurde nicht zum definitiven Lehrer von Güttersbach ernannt, sondern blieb die Zeit hindurch Schulverwalter.

Adam Stoppelbein

*31. Oktober 1882 Frei-Laubersheim + 20. Oktober 1961 Erbach.

Amtszeit in Güttersbach: vom 16. April 1907 bis zum 20. Februar 1909.

Werdegang:

  • Von 1897 bis 1899 besuchte Stoppelbein die Präparanden Schule zu Wöllstein.
  • 1899 bis 1902 im Seminar zu Alzey.
  • 1902 Schulverwalter in Groß-Gerau.
  • 1902 bis 1903 in Nauheim und 1903 bis 1904 in Hiltersklingen.
  • Staatsprüfung 1904 mit „genügend“ bestanden.
  • Militärpflicht 1904/1905 im Inf. Regt. Nr. 115 abgeleistet.
  • 1905 bis 1907 Schulverwalter in Ernsbach-Erbuch.
  • 1907 Lehrer in Güttersbach.
  • 1909 Lehrer in Ober-Mossau.
  • Im Sommer 1915 als Unteroffizier der Landwehr einberufen. Im Januar 1917 zum Inf. Regt. Nr. 81. Im Juni 1918 wurde ihm das Allgemeine Ehrenzeichen für Tapferkeit verliehen.
  • 1922 Lehrer an der Volksschule zu Erbach.
  • Stoppelbein war kein Mitglied der NSDAP wurde aber aufgrund seiner Position im Reichskriegerbund als Kreiskriegerführer in die Gruppe IV der Mitläufer eingestuft.
  • 1949 Ruhestandsversetzung.
  • Eheschließung 1909 mit Margaretha Beisel (*1886 +1964), mind. 1 Kind.

Vorkommnisse:

  • Im Januar 1907 kurz vor seiner Versetzung nach Güttersbach wurde Stoppelbein wie folgt beurteilt: „Im Ganzen gut begabt, erzielt bei fleißiger Arbeit, gute Lehrgabe und Methode und freundlicher Behandlung der Kinder gute zur Zeit sehr gute Erfolge. Verhalten sehr gut. Befähigung zum Organisten gut.“
  • Stoppelbein wurde die Schulstelle zu Güttersbach von Beginn an definitiv übertragen.
  • Schuljahr 1908/1909: 49 Schulkinder (27 Knaben/22 Mädchen).
  • 06. August 1908: Ausflug zum Katzenbuckel, Schloss Zwingenberg und Eberbach.
  • Vom 29. August bis 26. September 1908 war Stoppelbein bei einer 28-tägigen Reserveübung (Inf. Regt. 168/Offenbach) im Westerwald. Vertretung durch Lehrer Osterheld aus Olfen und Lehrer Merschroth aus Hüttenthal.
  • Januar 1909: Errichtung einer Krankenpflegestation in Güttersbach. Krankenschwester war Auguste Jasse, die bereits im Juli 1909 wieder versetzt wurde.
  • Stoppelbein lernte in Güttersbach Margaretha Beisel kennen und heiratete diese kurz nach seiner Versetzung 1909.

Georg Germann

*30. September 1886 Beerfelden +13. Oktober 1966 Seeheim.

Amtszeit in Güttersbach: vom 27. Februar 1909 bis zum 20. Januar 1922.

(Dreimal Kriegsunterbrechungen: Anfang August 1914 bis Ende September 1914; Anfang Februar 1915 bis 31. August 1915 und vom 03. Februar 1917 bis 31. Dezember 1918).

Werdegang:

  • Vier Jahre lang besuchte Germann die Volksschule in Beerfelden, dann die Höhere Bürgerschule zu Beerfelden.
  • Um 1900 zur Tertia der Realschule nach Michelstadt übergetreten und die Unter-Sekunda absolviert sowie die Aufnahmeprüfung in Bensheim bestanden. Wegen Überfüllung wurde er aber ins Seminar zu Friedberg überwiesen.
  • 1905 Abgangsprüfung abgelegt und Schulverwalter in Kordelshütte.
  • 1905 bis 1906 Schulverwalter in Nieder-Kinzig.
  • 1906 bis 1909 Schulverwalter in Haingrund.
  • Im November 1907 die Staatsprüfung mit der Note „genügend“ abgelegt.
  • 1909 bis 1922 in Güttersbach zuerst als Schulverwalter, ab 17. Dezember 1910 definitiver Lehrer.
  • Erster Weltkrieg: Dreimal -1914, 1915 und 1917- eingezogen.
  • Am 23. April 1918 wurde Lehrer Germann westlich von Lille schwer verwundet. Er verlor den linken Fuß außer der Ferse sowie die rechte große Zehe. Antrag auf einen Kunstschuh wurde gestellt.
  • Nach 14-tägiger Behandlung im Feldlazarett Lille ins Franziskushospital Münster in Westfalen überwiesen. Anschließend am 29. November 1918 vom Reserve-Lazarett Offenbach am Main in die Heimat entlassen.
  • Am 27. September 1921 erhielt Germann die Schulstelle zu Seeheim, Kreis Bensheim.
  • Eheschließung 1912 mit Katharina Elisabetha Arras (*1890 +1978); Sohn Willy in Güttersbach verstorben.

Vorkommnisse:

  • Schuljahr 1909/1910: 41 Schulkinder (23 Knaben/18 Mädchen).
  • 1909 schweres Unwetter; der Unterricht musste ausfallen, weil es unmöglich war, die Kinder trocken in das Schulhaus zu bringen.
  • Sedantag 1909: Vortrag über Schlacht von Sedan.
  • Von 18. bis 23. Oktober 1909 Verlegung der Unterrichtszeiten aufgrund schlechter Witterung. Landwirte konnten nur kleinen Teil der Ernte einholen.
  • Im Dezember 1909 wurde der Güttersbacher Gesangverein „Sängerlust“ gegründet. Lehrer Germann fungierte als Dirigent.
  • „Germann arbeitet bei guter Lehrbefähigung mit Fleiß und gutem Erfolge in seiner einklassigen Schule. Die Behandlung der Kinder und sein Verhalten sind nicht zu beanstanden.“
  • Schuljahr 1910/1911: 36 Schulkinder (20 Knaben/16 Mädchen).
  • Am 01. Juli 1910 wurde die neu hergerichtete Straße zwischen Güttersbach und Hüttenthal dem Verkehr übergeben.
  • Am 04. September 1910 beging man die 40-jährige Wiederkehr der Schlachtentage von Sedan. Aufgrund von Regenwetters jedoch in die Kirche verlegt, statt wie geplant vor dem renovierten Kriegerdenkmal.
  • Vom 01. August bis 17. September 1910 musste Lehrer Germann in Hüttenthal die Schule mit vertreten.
  • Schuljahr 1911/1912: 34 Schulkinder (17 Knaben/17 Mädchen).
  • 20. Juni 1911: Ausflug zur Tromm, Weschnitztal, Rimbach, Fürth, mit Eisenbahn von Mörlenbach nach Affolterbach.
  • Im Juli 1911 wurde die neue Wasserleitung fertiggestellt, die 21.000 Mark gekostet hatte.
  • Der Sommer 1911war ungewöhnlich heiß. Der Nachmittagsunterricht fiel oft aus.
  • 29. September 1911: Jahresfest der Gustav-Adolf-Stiftung in Güttersbach (mit Gesangverein).
  • Am 26. Oktober 1911: Schulinspektion durch Schulinspektor Dieterich. Die Lehrer von Hüttenthal und Hiltersklingen waren ebenfalls anwesend.
  • 13. Februar 1912: Religionsprüfung durch Dekan, Oberpfarrer Beerbeck von Michelstadt.
  • Schuljahr 1912/1913: 32 Schulkinder (15 Knaben/17 Mädchen).
  • 1912 mahnte Lehrer Germann seine Wohnverhältnisse an. Der Ortsvorstand lehnte den Bau einer Lehrerwohnung ab! Außerdem erfolgte kein Wechsel der Räumlichkeiten. Der Schulsaal verblieb im 1. Stock, die Lehrerwohnung im Erdgeschoss.
  • Dezember 1912: Streit wegen Konfirmandenunterricht im Schulgebäude. „Da sich der Schulsaal im oberen Stockwerke befindet, ist der Lärm, der durch die Konfirmanden verursacht wird, falls keine Aufsicht herrscht, nicht zu ertragen.“ Lehrer Germann habe von Pfarrer Beyer zwar die Erlaubnis erhalten in solchen Fällen unter Anwendung der Züchtigung für Ruhe zu sorgen. Jedoch hat Germann für diesen Fall kein „Züchtigungsrecht“ für auswärtige Kinder.
  • Am 15. Januar 1913 starb Bürgermeister Johann Adam Beisel. Nachfolger wurde der Landwirt Jakob Helm.

  • Schuljahr 1913/1914: 31 Schulkinder (15 Knaben/16 Mädchen).
  • 1913: Anschaffung einer Influenzmaschine (elektrostatischer Generator) mit Aufbewahrungskiste für 18,60 Mark von der Lehrmittelhandlung Hauser und Schmidt aus Gießen.
  • Am 18. Oktober 1913 wurde der 100-Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig gefeiert. Abends „bewegte sich unter Vorantritt der hiesigen Schuljugend ein stattlicher Fackelzug, in dem noch Krieger- und Gesangverein marschierten, nach dem Festplatze, wo ein Holzstoß seine lodernden Flammen zum klaren Mondscheinhimmel emporsandte.“ Vortrag Lehrer Germanns über das Leben Theodor Körners.
  • Schuljahr 1914/1915: 31 Schulkinder (16 Knaben/15 Mädchen).
  • Am 01. August 1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Notstandsferien vom 31. Juli bis 24. August 1914. Lehrer Germann wurde eingezogen. Die Schule wurde von Lehrer Gevert aus Hiltersklingen vertreten.
  • Ende September 1914 kehrte Lehrer Germann zurück.
  • Am 01. Januar 1915 bis Anfang Februar 1915 vertritt Lehrer Germann die Lehrerstelle in Unter-Mossau mit.
  • Anfang Februar 1915 wurde Lehrer Germann zum zweiten Male eingezogen.
  • Schuljahr 1915/1916: Anfangs 30 zum Schlusse 29 Schulkinder.
  • Ende August 1915 kehrte Lehrer Germann aufgrund einer Reklamation der Großherzoglichen Kreisschulkommission nach Güttersbach zurück und er musste zugleich die Schule in Hiltersklingen mit versehen (bis März 1916).
  • Die Fortbildungsschule wurde am 15. November 1915 mit 16 Schülern eröffnet. Die ungewöhnlich hohe Zahl erklärte sich daraus, dass die Landwirte mangels Arbeitskräfte viele junge Leute in Dienst stellten.
  • Fortbildungsschule musste reduziert werden. Dies kann zu „verhängnisvollen Rückschlag führen“, so Germann.
  • Dezember 1915: Fortbildungsschüler Georg Thomasberger mit 15 Jahren an Lungenentzündung gestorben. Lehrer Germann legte einen Kranz der Schule am Grab nieder.
  • 09. März 1916: Schulprüfung, daran anschließend eine heftige Auseinandersetzung mit dem Beigeordneten Johann Krämer I. (Harras-Krämer), weil dieser sein Fortbildungspflichtiges Kind oft zu spät zum Unterricht schickte.
  • Zur 4. Kriegsanleihe wurden 900 Mark durch die Schüler aufgebracht.
  • Ab 09. März 1916 konnte in Güttersbach wieder nach dem Friedensstundenplan gearbeitet werden, da Lehrer Gevert (Hiltersklingen) vom Kriegsdienst zurückkehrte.
  • Schuljahr 1916/1917: 27 Schulkinder (11 Knaben/16 Mädchen).
  • Umstellung auf Sommerzeit. Der Unterricht musste 1 Stunde früher als sonst beginnen. Die Kinder waren dadurch noch sehr schläfrig und müde.
  • Erneut Schulstelle in Hiltersklingen verwaist. Der Güttersbacher Lehrer musste erneut mit vertreten.
  • Im Sommer 1916 verließ Pfarrer Beyer (seit 1907 in Güttersbach) den Ort. Am 13. August 1916 hielt Pfarrer Bornscheuer seine Antrittsrede.
  • 03. November 1916: Es fand eine amtliche Schulkonferenz in der Schule statt. Schulrat Dieterich und sämtliche Lehrer der Umgebung waren anwesend. Essen bei Gastwirt Helm.
  • 1916 kamen russische Kriegsgefangene nach Güttersbach. Zwangsarbeiter für Land- und Forstwirtschaft.
  • Mangels an Arbeitskräften wurden die Herbstferien um 8 Tage verlängert.
  • Fortbildungsschule am 21. November 1916 eröffnet. Allerdings gleich wieder geschlossen.
  • Lehrer Germann zum 3. Mal Anfang Februar 1917 einberufen.
  • Erst ab dem 01. Januar 1919 hielt Lehrer Germann wieder Unterricht. Sein bisheriger Vertreter Baumann verließ Güttersbach.
  • Schuljahr 1919/1920: 30 Schulkinder (14 Knaben/16 Mädchen).
  • Am 21. Mai 1919 fand ein Ausflug zum Katzenbuckel und der Wolfsschlucht statt (mit der 1. Abteilung).
  • Winterhalbjahr viele Erkrankungen an Grippe und Mumps.
  • Aufgrund der Feuchtigkeit der Pfarrwohnung ließ sich Pfarrer Bornscheuer kurz vor Ostern 1920 versetzen.
  • Lehrer Germann verschönerte Schulgrundstück. Er pflanzte Bäumchen und Sträucher. Vor die Treppe links und rechts je ein Trompetenbaum, dazwischen und an den Toreingang je ein Geißblatt. An die Schulscheuer eine wilde Rebe und drei Apfelbäumchen wurden auf das Schulgut gepflanzt. Alles aus eigener Tasche gezahlt.
  • Am 1. Sonntag nach Ostern 1920 wurde ein Volksunterhaltungsabend durch die Schule abgehalten. Der Schulsaal war zahlreich besucht. 220 Mark wurden eingenommen, davon 120 Mark Ertrag.
  • Schuljahr 1920/1921: 30 Schulkinder (14 Knaben/16 Mädchen).

  • Frühling 1920: Sehr milde Temperaturen, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Wachstum der Pflanzen drei Wochen früher. Ferien wurden daher den Witterungsverhältnissen angepasst.
  • 29. Juli 1920: Ausflug in das Mümlingtal, über Günterfürst, Erbach, Michelstadt (Odenwaldmuseum), Kirche, Rathaus, Erbach Rittersaal besucht. Heimweg über Elsbach.
  • Am 19. September 1920 kam Pfarrer Peter nach Güttersbach. Die Pfarrstelle war zuvor ein halbes Jahr vakant gewesen.
  • 29. September 1920 Michaelistag: Es wurde dem Hochwasser von 1732 im Mümlingtal gedacht.
  • Am 01. Oktober 1920 wurde die Fahrpost, welche zwischen Hetzbach mit Hiltersklingen verkehrte (vor dem Krieg noch zw. Hetzbach mit Fürth), abgeschafft. Nun große Umstände für die Dorfbewohner, insbesondere für Lehrer Germann, da er aufgrund seiner Kriegsverletzung nicht weit laufen konnte.
  • Im November 1920 wurde eine Waschküche auf dem Schulareal eingerichtet (3.100 Mark). 1917 schon Lageplan erstellt.
  • Schuljahr 1921/1922: 32 Schulkinder (15 Knaben/17 Mädchen).
  • 10. Mai 1921: Ausflug per Wagen nach Lindenfels. Schönstes Wetter bei 2 1/4-stündige Fahrt über Wegscheide, Weschnitz, Krumbach, Burgruine Lindenfels. Heimfahrt verlief weniger glücklich über Reichelsheim, Frohnhofen, Rohrbach, Erzbach aufgrund heftigen Regens.
  • 12. Juni 1921: Prüfung von Religion durch Dekan aus Hirschhorn.
  • 24. Juni 1921: Jugendfeiertag am Siegfriedbrunnen in Hüttenthal. Rede Germanns: „Sei deutsch“. Danach Spiele, Wurstschnappen, Sacklaufen, Seilziehen, Suchen versteckter Gegenstände.
  • 05. November 1921: Elektrisches Licht in Güttersbach. Durch Heag (Hessische Eisenbahn Aktien Gesellschaft) durchgeführt. Kosten: 210.000 Mark. Im Schulhaus wurde noch Ende 1921 eine elektrische Lichtanlage durch Ludwig Kumpf aus Beerfelden installiert und ab November 1921 floss erstmals Strom im Schulgebäude.
  • Lehrer Germann zog Mitte Januar 1922 nach verzögertem Umzug nach Seeheim.

(Vertretung 1. Weltkrieg)

Friedrich (Fritz) Gevert

*07. September 1887/1889? Hamburg +?

  • Vertretungszeit in Güttersbach: Anfang August 1914 bis Ende September 1914.
  • Schulamtsaspirant aus Hamburg.
  • 1911 Lehrer an der Gemeindeschule Wald-Amorbach.
  • 1912 Lehrer an der Gemeindeschule zu Hiltersklingen.
  • Als Vizefeldwebel zu Kriegsende 1918/1919 in Gefangenschaft.
  • 1919 Lehrer an der Volksschule zu Leeheim, Kreis Groß-Gerau.
  • 1927 bis 1938 Lehrer an der Volksschule zu Ober-Ramstadt, Kreis Darmstadt.
  • 1938 Lehrer an der Volksschule zu Darmstadt.
  • 1938 Gaustellenleiter für Sippenkunde im Hauptamt für Erzieher im Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB).

(Vertretung 1. Weltkrieg)

Friedrich Hermann Arnold

*13. März 1889 König +04. November 1984 Darmstadt

  • Vertretungszeit in Güttersbach: Anfang Februar 1915 bis zum 31. August 1915
  • Schulamtsaspirant aus König, Kreis Erbach.
  • 1913 Lehrer an der Gemeindeschule zu Hüttenthal.
  • 1924 Lehrer an der Volksschule zu Messel, Kreis Darmstadt.
  • 1937 Lehrer an der Volksschule zu Gundernhausen, Kreis Dieburg.

oo Marie Arras aus Güttersbach (*1893 +1978)

(Vertretung 1. Weltkrieg, Schulgehilfe)

Johann (Hans) Heinrich Baumann

*19. Oktober 1894 Groß-Gerau +?

Vertretungszeit in Güttersbach: vom 03. Februar 1917 bis zum 31. Dezember 1918.

Werdegang:

  • Nach der Volksschule besuchte Baumann die Präparandenanstalt zu Lindenfels und das Seminar zu Bensheim.
  • Bei Ausbruch des Krieges trat er als Freiwilliger in das Inf. Regt. 117 in Mainz ein (zuvor Notprüfung abgelegt).
  • Im Januar 1915 zum Inf. Regt. 173 überwiesen. Kämpfe in den Argonnen.
  • Eine Verschüttung führte zu einem Nervenschock sowie Verwundung durch Granatsplitter am Rücken und am linken Oberschenkel. Für Frontdienst fortan untauglich.
  • Am 01. April 1916: 20% Erwerbsunfähigkeit anerkannt.
  • Nach Kriegsentlassung wieder das Seminar zu Bensheim besucht.
  • Im November 1916 Kriegs-Reifeprüfung abgelegt.
  • 1917 von Schönnen nach Güttersbach versetzt.
  • 1920 Lehrer an der Volksschule zu Habitzheim, Kreis Dieburg.
  • 1922 Lehrer an der Volksschule zu Sickendorf, Kreis Lauterbach.
  • 1929 Lehrer an der Volksschule zu Griedel, Kreis Friedberg.

Vorkommnisse:

  • Für die 6. Kriegsanleihe zeichnete die Schule 930 Mark (höchster bisher erreichte Betrag).
  • Schuljahr 1917/1918: 27 Schulkinder (13 Knaben/14 Mädchen).
  • Von Juni bis Oktober 1917 waren 6 Mädchen und 2 Knaben aus Darmstadt und 1 Knabe aus Mainz zur Erholung hier.
  • Baumann erhielt ein Jahresgehalt von 1000 Mark. Dieses wurde im November 1918 auf 1100 Mark erhöht, nachdem er die Schlussprüfung im Herbst 1918 bestanden hatte. Zudem erhielt er eine Mietentschädigung von 180 Mark, da die Familie des Lehrers Germann mit im Schulhaus wohnte.
  • 06. Oktober 1917: Schwerer Sturm über Güttersbach. Drei Linden auf dem Lindenplatz wurden umgerissen, und auf das Pfarrhaus geworfen.
  • 31.Oktober 1917: 400-jährige Wiederkehr der Reformation begangen. Lutherlinde wurde gepflanzt (steht noch heute an der Kirche).

  • Im Januar 1918 nahm Baumann einen vier-wöchigen Urlaub aufgrund nervöser Störungen.
  • Schuljahr 1918/1919: 27 Schulkinder (14 Knaben/13 Mädchen).
  • Von Ende Mai 1918 bis zum Sommer mussten die Schulkinder im Eichenschälwald Laub sammeln (Eichen/Buchenlaub). Das Laub wurde zu Laubmehl gemahlen und mit Melasse zu Laubfutterkuchen gepresst. Die Heeresleitung erhoffte sich davon einen Ersatz für den mangelnden Hafer für die Frontpferde.
  • Kein geregelter Unterricht mehr. Nur das 1. und 2. Schuljahr hatte noch einen einigermaßen geregelten Unterricht.
  • Lehrer Hörr aus Hüttenthal wurde eingezogen. Baumann wurde dessen Vertreter.
  • Anfang November 1918 musste die Schule wegen Grippe zwei Wochen lang geschlossen werden.
  • Am 09. November 1918 tödlicher Unglücksfall im Gasthaus zum Goldenen Löwen. Der 5-jährige Sohn des Lehrers Germann, Willy, starb.
  • 11. November 1918 Waffenstillstand: Ende des Ersten Weltkriegs. Deutsche Truppen treten Rückzug an.
  • Vom 30. November bis 02. Dezember 1918 war Güttersbach mit einem Regimentsstab und Leuten der 212. Inf. Brigade belegt. Der Schulsaal diente als Massenquartier für etwa 15 Mann.
  • Vom 03. Dezember bis 07. Dezember 1918 war ein Teil des 7. bayrischen-Feld-Artillerie Regt. mit dem Stab in Güttersbach eingerichtet.
  • Nach der Rückkehr Lehrer Germanns musste Schulgehilfe Baumann Güttersbach verlassen.

Arnold Paul Vogel

*19. Dezember 1899 Darmstadt +1990 Darmstadt-Bickenbach?

Amtszeit in Güttersbach: vom 20. Januar 1922 bis Juli 1922.

Werdegang:

  • 1906 bis 1910 Vorschule und Realgymnasium.
  • Aufgrund langjähriger Krankheit musste er eine Privatschule besuchen. Dann 1 Jahr in der Oberrealschule zu Heppenheim.
  • Ostern 1915 ins Seminar in Bensheim eingetreten.
  • Im Herbst 1918 wurde Vogel eingezogen und nahm an Rückzugskämpfen vor Verdun teil.
  • Ostern 1921 Abschlussprüfung abgelegt.
  • 1922 Schulverwalter in Güttersbach.
  • 1922 nach Unter-Scharbach versetzt.
  • 1928 Lehrer an der evangelischen Volksschule zu Wald-Michelbach, Kreis Heppenheim.
  • 1933 Lehrer an der Volksschule zu Bickenbach, Kreis Bensheim.
  • 1946/1949 wohnhaft in Bickenbach a. d. Bergstraße.

Vorkommnisse:

  • Am 07. April 1922 unternahm man bei herrlichem Frühlingswetter einen Spaziergang über Airlenbach, Dicke Eiche, Etzean, Marbachtal und Hüttenthal.
  • Schuljahr 1922/1923: 31 Schulkinder (14 Knaben/17 Mädchen)
  • 25. April 1922 Schulvorstandssitzung: Es wurde bereits auf Lehrer Heinrich Röth, als Nachfolger Vogels, entgegengesehnt.
  • Am 09. April 1922 wurde die Güttersbacher Kirchenglocke aus Herborn heimgeholt (umgegossene älteste Glocke, 1921 gesprungen), alle Schulen des Kirchspiels waren dabei.
  • 01. Juni 1922: Ausflug zum Breuberg bei Neustadt. Man fuhr in festlich geschmückten Wagen nach der Station Hetzbach. Dann per Eisenbahn nach Höchst. Heimweg über Neustadt, Sandbach, Höchst und Hetzbach.
  • 24. Juni 1922: Jugendfest am Siegfriedbrunnnen in Hüttenthal (Gesang, Spiele).
  • Am 27. Juni 1922 fiel der Unterricht aufgrund der Ermordung des Außenministers Walter Rathenaus aus.
  • 1922: Anschaffung von Chemikalien sowie chemischer Instrumente und Gefäße für den Unterricht.

Teil VII. in der nächsten Ausgabe.