Nachbarschaft: Familienfoto der Familie Helm („Zum Goldenen Löwen“) im Schulhausgarten 1924.
Aufnahme ca. 1927/1928. Lehrer Röth inmitten seiner Schüler, die sich für ein Märchenspiel verkleidet hatten.
Die Motorisierung erhält Einzug im Dorf. Aufnahme ca. 1927/1928. Im Hintergrund ist das Schulhaus zu sehen. Alte Stellsteine begrenzen den landwirtschaftlichen Weg.
1929: Einschulung der 8 Neulinge („Schneewittchen und die sieben Zwerge“).
Lehrer Röth (rechts) und die Güttersbacher Schuljugend um 1930/1931.
Lehrer Schüllermann mit den Schulkindern vor der Güttersbacher Quellkirche (um 1933/1934).
Lehrer Wilhelm Helène als Soldat der Wehrmacht. Er fiel als Leutnant im Osten am 06. Juli 1941.
Heinrich Röth
*17. Mai 1897 Grasellenbach + nach 1962.
| - | Amtszeit in Güttersbach: vom Juli 1922 bis zum 05. April 1932. |
| - | Achtes und letztes Kind des Schreiners Johann Valentin Röth (*1851 +1936). |
Werdegang:
| - | Acht Jahre Volksschule in Grasellenbach besucht. |
| - | Ostern 1911 in Präparandenanstalt zu Lindenfels aufgenommen. |
| - | Danach ins neu erbaute Ernst-Ludwig-Seminar nach Bensheim. Weihnachten 1915 von dort entlassen. |
| - | Im Februar 1916 erste dienstliche Verwendung in Maar bei Lauterbach, nach wenigen Tagen dann nach Ilbeshausen. |
| - | Im Spätsommer 1916 erhielt Röth die Einberufung. „von September 1916 bis Januar 1919 trug ich ununterbrochen den feldgrauen Rock“. |
| - | 10-wöchige Ausbildung an der Waffe bei Bad Orb, zum Inf. Regt. 390, 4. Kompanie zugeteilt. |
| - | Es folgten 15 Monate Frontdienst, Rückzugskämpfe an der Aisne und Stellungskämpfe bei Laon (verwundet und Eisernes Kreuz II. Klasse sowie Hessische Tapferkeitsmedaille erhalten). |
| - | Frühling 1918 machte Röth einen Offizierskursus in der Lüneburger Heide. |
| - | Nach Pfingsten 1918 als Vizefeldwebel wieder an die Front. |
| - | Letzten Kriegstage hatte Röth die Grippe. |
| - | Anfang Februar 1919 ist Röth wieder im Schuldienst in Grebenheim (Kreis Lauterbach). |
| - | 1919 bis 1920 Schulverwalter in Schlechtenwegen. |
| - | Im Oktober 1919 endgültige Schlussprüfung abgelegt – Note „genügend“. |
| - | Ostern 1920 auf eigenen Wunsch hin zurück in den „geliebten Odenwald“ „in mein Heimatgebirge“ versetzt. Um dort seine „alten Eltern in Gras-Ellenbach aufzusuchen und ihnen eine unentbehrliche Stütze sein zu können.“ |
| - | 1920 bis 1922 in Mitlechtern, dann 4 Wochen in Unter-Scharbach. |
| - | 1922 bis 1932 Lehrer in Güttersbach. |
| - | 1932 bis 1945 Lehrer an der Volksschule zu Reichenbach, Kreis Bensheim. |
| - | Am 01. Februar 1950 ins Beamtenverhältnis auf Lebenszeit berufen. |
| - | 1949 bis 1962 nochmals Lehrer in Reichenbach. Ab 01. Juni 1962 im Ruhestand. Wohnort Elmshausen. |
Vorkommnisse:
| - | Juli 1922: Jahresgehalt 50.805 Mark. |
| - | 08. März 1923: Behandlung des Themas: Entwicklung des Sauerstoffs und seine Bedeutung für die Landwirte (Berufskunde, extra Apparate für 1500 Mark angeschafft). |
| - | März 1923: Entlassungsfeier mit kleinen Aufführungen. Ein Teil der Einnahmen wurde auch für die leidende Ruhrbevölkerung gespendet. |
| - | Frühlingsausflug 1923 zum Katzenbuckel, Wolfsschlucht und Zwingenberg. Kahnfahrt von Zwingenberg nach Eberbach. |
| - | 21. August 1923: Ausgewiesene aus Worms kamen nach Güttersbach. „Unser Volk leidet gegenwärtig furchtbar unter dem harten Druck der Feinde“, so Röth. Große Not ums tägliche Brot in den Städten. Der Nothilfe Hessen, welche die Not lindern soll, erhielt monatliche Spenden der Güttersbacher Schule. |
| - | Röth spricht von „furchtbaren Maßregelungen der Franzosen“ am Rhein und an der Ruhr. „Reitpeitsche und Gewehrkolben sind deren Waffen.“ |
| - | Gemeinde nimmt notleidende Kinder aus Ruhrlande auf. Einige Kinder von dort wohnen auch dem Unterricht der Schule bei. |
| - | Schuljahr 1923/1924: 29 Kinder (14 Knaben/15 Mädchen). |
| - | Schulen Güttersbach, Olfen und Hüttenthal kaufen sich für Anschauungszwecke gemeinsam einen Lichtbilderapparat für 400.000 Mark. |
| - | 25. Juni 1923: Jugendfest in Hüttenthal beim Lindelbrunnen. Vorträge, Gesang vieler Lieder und Spiele. „Eine Wurst die Frau Engelmann gestiftet hatte, sollte zum Schluß geschnappt werden. Beim Eiertragen wurde der Geschickteste belohnt.“ |
| - | 30. Juni 1923: Die Fortbildungsschule Güttersbach wird mit Hüttenthal zusammengelegt. Der Unterricht erfolgt abwechselnd in den jeweiligen Orten. |
| - | Missstände am Schulhaus: Herrichtung des Schweinestalls und der Dunggrube. Versetzung der Küchentür auf Kosten des Lehrers. |
| - | 1923: Eheschließung Lehrer Röths in Güttersbach. |
| - | 22./23.Dezember 1923 Weihnachtsfeier in der Schule. Aufführungen der Kinder. Die Einnahmen wurden für die Schulbücherei verwendet. |
| - | Lichtbildervorträge über „die 14. Wilsonfriedenspunkte, die harten Friedensbedingungen, Gebietsabtretungen“, Pfarrer Peter zeigte 100 Lichtbilder über Deutsch-Südwestafrika. Insgesamt schlecht besucht / durchschnittlich 30 Zuhörer. |
| - | Anfang März 1924 zeigte Missionar Rottmann Lichtbilder über Missionarsarbeit in China. |
| - | Ostern 1924: Elternabend mit Märchenstück „der gestiefelte Kater“ (sehr gut besucht). Seit Ostern 1924 besuchten Mädchen gemeinsam mit den Jungen die Fortbildungsschule. |
| - | Schuljahr 1924/1925: 28 Kinder (12 Buben/16 Mädchen). |
| - | Juni 1924: Wagenfahrt der Oberstufe nach Lörzenbach. Es wurde das Theaterstück „Wilhelm Tell“ auf einer Freilichtbühne angeschaut. |
| - | Heidelbeeren gepflückt. Ertrag für Lichtbilderanschaffungen verwendet. |
| - | 02. September 1924: Ausflug nach Erbach, Wanderkino aus Darmstadt, Museum, Rittersaal und Michelstadt besichtigt. |
| - | 23.September 1924: Kriegergedenkstein eingeweiht. Kinder sagten Gedichte auf „der letzte Kamerad“, „Für uns“. |
| - | Wintermonate wieder Lichtbilderabende. Nun auch teilweise besser besucht als in den Vorjahren. Themen: „die Nibelungen, Hermann und Dorothea, u.a.“. |
| - | 1925: Anschaffung einer Nähmaschine mit Zuschneide Tisch für die Fortbildungsschule. |
| - | Am 26. Februar 1925 gedachte die Schule den Tod von Reichspräsident Friedrich Ebert. |
| - | 25. März 1925: Märchenlichtbilderabend wurde veranstaltet. |
| - | 14. April 1925: Auflösung der Fortbildungsschule Güttersbach aufgrund zu weniger Schüler. Eingliederung nach Hüttenthal wurde angewiesen. |
| - | Schuljahr 1925/1926: 26 Kinder (10 Knaben/16 Mädchen): „Bis heute wirft der große Krieg seine düsteren Schatten in die Schulstube“: Die Kinder, besonders die Knaben, sind klein und schwächlich. Die Not des letzten Jahrzehnts haben sichtbare Spuren hinterlassen. |
| - | 12. Mai 1925: Vereidigung des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Schule fiel aus. |
| - | 15. Mai 1925: Bei schönem Wetter wurde ein Ausflug „in die hübsche, waldreiche Gegend von Wald-Leiningen und Ernsttal“ unternommen (ein Wagenrad zerbrach). „Lust und Freude schäumten über beim Einzug ins Heimatdorf.“ |
| - | Juni 1925: Jugendfest auf Engelsmanns Viehweide. Festplatz wurde hergerichtet. Lieder gesungen, viele Spiele „Steinstoßen, Hochsprung, Tauziehen, Eiertragen, Korbtragen, Wurst und Bretzel schnappen am Schwebebaum“. |
| - | 28. Juni 1925 Tausendjahrfeier des Rheinlandes zu Deutschland. Schule veranstaltete Feier am Keßlersberg: „Frankreich will die Rheinlande, es will den Rhein, Frankreich kennt keine Verzichte. Ein geschichtlicher Längsschnitt skizzierte uns unser unantastbares Recht auf die linksrheinischen Gebiete. Mächtige Feuerflammen loderten auf zum Himmel und trugen um Mitternacht das heiße Wünschen und Sehnen des Deutschlandliedes hinaus in den Weltenäther.“ Wille zur Einmütigkeit in Gemeinde und Vaterland. |
| - | Am 30. September 1925 kam der Schüler Heinrich Glenz bei einem Unfall ums Leben. Auf der Olfener Höhe „unterhalb des Waldes wurde der Wagen von einem Auto überholt, welches vor dem Fuhrwerk still hielt. Als es wieder anfuhr, erschrak das Pferd, scheute, machte kehrt, riß die Deichsel ab und rannte mit dem Wagen, auf welchem Heinrich saß, den Olfener Weg herab“. Der Junge fiel so unglücklich vom Wagen, dass er sofort tot war. Am 04. Oktober 1925 fand die Beerdigung statt. Ein Kranz wurde niedergelegt. |
| - | Im Frühjahr 1925 pflanzte Lehrer Röth einen Apfelbaum auf dem Schulfeld und zwei Spalier Stämmchen im Schulgarten. Die beiden Trompetenbäumchen erfroren im kalten Winter 1922. An ihre Stelle wurde im Frühjahr 1926 ein Flieder- und Schneeballbäumchen aus dem Garten gesetzt. 30 Fichtenbäumchen wurden am 01. Mai 1926 in den Garten gepflanzt. Diese sollen später in Zaunhöhe beschnitten werden und die Pflänzchen im Frühjahr vor den kalten Nebeln und dem Luftzug der aus der Wiese herauskommt schützen. |
| - | November 1925: Miete des Lehrers soll zukünftig für Reparaturen in der Lehrerwohnung verwendet werden. |
| - | Jakob Rein wurde wegen Stecherei und Diebstähle zur Schule Rothenberg überwiesen (nach 3 Jahren wurde Schutzaufsicht über ihn aufgehoben). |
| - | Schuljahr 1926/1927: 31 Kinder (14 Knaben/17 Mädchen). |
| - | Am 24. Juni 1926 fand das Jugendfest erneut auf Engelmanns Wiese statt. Schwebebaum von Herrn Holschuh. Viele Spiele. Brezel wurden für die Kinder gebacken. |
| - | 28. Juni bis 18. Juli 1926 Sommerferien: Das große Zimmer der Lehrerwohnung wurde hergerichtet. |
| - | Am 22. Juni 1926 starb die Industrielehrerin (Handarbeitsunterricht) Dorothea Kiehl geb. Neff. Nachfolgerin wurde Fräulein Menges. |
| - | 05. August 1926: Ausflug zur Wachenburg, der Ruine Windeck und Weinheim. |
| - | Mitte Dezember 1926 „St. Niklas-Abend“, Vorträge und Spiele. |
| - | Die ersten drei Schultage im neuen Jahr 1927 mussten aufgrund einer Erkrankung Röths ausfallen. |
| - | 17. Februar 1927: 100. Todestag des großen Erziehers Johann Heinrich Pestalozzi wurde im Schulhaus mit Vorträgen und Lichtbildern gefeiert. Eine Pestalozzi-Linde soll auf dem Lindenplatz (Spielplatz der Kinder) gepflanzt werden. |
| - | Januar bis März 1927: Grippe unter den Kindern. Hoher Ausfall. |
| - | Am 23. Mai 1927 besuchte Herr Superindentent Dr. Geheimrat Flöring die Schule (Religion geprüft). |
| - | 26. Juni 1927: Jugendfest. Eltern auf Kirchberg eingeladen, wegen schlechter Witterung aber in Keils-Saal. |
| - | Im Juli 1927 wurden die Küche und der Vorplatz neu hergerichtet. Platten im Flur wurden neu verlegt. Die Treppe mit Ölfarbe gestrichen. |
| - | Am 19. Juli 1927 Ausflug der Oberstufe ins Neckartal, der vom Kreis veranstaltet wurde. Ein Sonderzug brachte 1200 Kinder nach Heidelberg. Dort das Schloss besichtigt. Die Fahrt führte über Neckargemünd, Meckesheim, Sinsheim, bis in die ferne Enklave Hessens / Wimpfen besucht. |
| - | 11. August 1927: Verfassungsfeier. |
| - | Verwandte von Philpps aus Amerika waren 3 Monate in Güttersbach und besuchten zweimal die Schule. Ein Heimatfest wurde veranstaltet, wo die Verabschiedung gefeiert wurde (sollen Heimat stets treu bleiben). |
| - | 15. Dezember 1927: Kropfuntersuchung. |
| - | 18. Dezember 1927: Weihnachtsfeier mit Knecht Ruprecht (Einladungskarte in Lehrerchronik). |
| - | Im Jahr 1927 wurde Röth zum Dirigenten des Güttersbacher Gesangvereins gewählt. |
| - | Jeden Januar des Jahres wurden Sammlungen für die Kriegsgräber durch die Kinder durchgeführt, „damit wir immer wieder der großen Opfer gedenken“ (Kriegsgräberfürsorge). |
| - | 17. Februar 1928: Pestalozzi-Abend. |
| - | 1928: Ausflug mit der Oberstufe in den Zoologischen Garten Frankfurt am Main. |
| - | 50 Jahre alter Herd wurde ausgetauscht und durch einen neuen ersetzt. Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche und Flur wurden in den vergangenen Jahren instandgesetzt. |
| - | Schulfeld wird seit 7 Jahren von Herrn Glenz geerntet (geringe Erträge). |
| - | Schuljahr 1929/1930: 15. April 1929 kamen die 8 Neulinge: „7 Zwerge und ihr Schneewittchen“. |
| - | 24. Juni 1929: Jugendfest mit Hüttenthal und Hiltersklingen am Blockhaus. |
| - | Sommer 1929: Das kleine Zimmer in der Lehrerwohnung neben dem Schlafzimmer wurde tapeziert und die Läden gestrichen. |
| - | 11. August 1929: 10-jährige Verfassungsfeier im Schulsaal (Vaterlandslieder, Gedichte, Märchenspiel). |
| - | 15. September 1929: Verabschiedung von Familie Krämer, die wieder nach Amerika reisten. |
| - | Kinder kauften sich Mundharmonikas von Heidelbeererlös und Theatergeldern. |
| - | Januar 1930: Gefallenen Gedenken (Lichtbilder, Kinder sammelten kräftig für Kriegsgräberfürsorge). Das Denkmal wurde geschmückt. |
| - | Schuljahr 1930/1931: Schulsaal neu hergerichtet (Tafel geweißt). |
| - | August 1930: Zwei Schulhelfer von Darmstadt absolvierten ihre dreiwöchige Helferzeit in der Schule. |
| - | Sommer 1930: Reichsjugendwettkämpfe. Schulkinder beteiligten sich beim Höhhaus in Airlenbach. „Ludwig Heckmann erhält die Urkunde des Reichspräsidenten.“ |
| - | Februar 1931: Radio für 3,25 Mark angeschafft. Jugendfunk „Natur im Februar“ wurde gehört. Frau von Lehrer Röth hat chronische Nierenbeckenentzündung. Das Schlafzimmer sei kalt und feucht. Das Treppenhaus sehr kalt und zugig. Der Abort steht frei etwa 20 Meter vom Schulgebäude entfernt und besteht aus einem einfachen Bretterhaus. Daher Versetzungswunsch Lehrer Röths. |
| - | 28. Juni 1931: Jugendfest wieder festlich mit Spielen begangen. |
| - | Schuljahr 1931/1932: Am 30. Juni 1931 nach alter Sitte in den Heidelbeeren. Vom Erlös kaufte man sich einen Faustball. |
| - | Sommer 1931: Schuldach und Scheuerdach wurden umgedeckt sowie die Scheuer geschindelt. |
| - | 28. August 1931: Reichsjugendwettkämpfe beim Höhhaus Airlenbach. |
| - | Am 11. September 1931 hielt Lehrer Röth einen Vortrag in Michelstadt: „Güttersbach im 30-jährigen Kriege“. |
| - | Am 03. November 1931 nachmittags Spaziergang zum Lärmfeuer. |
| - | 25. Februar 1932: Einsichtnahme in Religionsunterricht durch Superoberkirchenrat Dr. Müller. |
| - | 1932/1933: Schulsaal soll geweißt und der Schulofen ausgemauert werden. |
| - | Nach fast 10-jähriger Amtszeit verließ Lehrer Röth Güttersbach am 05. April 1932. |
Wilhelm (Willy) Schüllermann
*04. Februar 1902 Erbach + nach 1952.
| - | Amtszeit in Güttersbach: vom 05. April 1932 bis zum 10. August 1936. |
| Werdegang: | |
| - | 1916 bis 1922 besuchte er das Seminar zu Bensheim. |
| - | Seit April 1922 im Schuldienst tätig; u.a. in Hummetroth, Hetschbach. |
| - | Seit Oktober 1924 Schulverwalter in Wahlen (Oberhessen) und ab Mai 1928 Lehrer zu Wahlen, Kreis Alsfeld. |
| - | 1932 bis 1936 Lehrer an der Volksschule zu Güttersbach. |
| - | Am 07. Juli 1936 Lehrer an der Volksschule zu Steinbach, Kreis Erbach. |
| - | 1950: Berufsschullehrer Erbach. Am 29.12.1951 zum Berufsschuloberlehrer in Erbach auf Lebenszeit ernannt. |
| Vorkommnisse: | |
| - | Lehrer Röth konnte aus eigenem Verschulden erst am 05. April 1932 ausziehen (zwei Möbelwagen von Röth und Schüllermann vor dem Schulhaus). |
| - | 200 Mark wurden von der Gemeindevertretung für die Lehrerwohnung zur Ausbesserung zur Verfügung gestellt. |
| - | Große Missstände behoben. Aborte im Keller wurde neu hergerichtet, der mind. 30 Jahre verfallen war. Und mit Wasserspülung versehen. Das Wohnzimmer wurde hergerichtet. Schulkasse war leer. |
| - | Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler. |
| - | Am 10. März 1933 wehte auf Veranlassung der Bevölkerung aus dem Schulhaus die Hakenkreuzfahne. |
| - | Am 18. März 1933 fand eine Schulfeier anlässlich der nationalen Revolution statt. |
| - | 21. März 1933: Tag der erwachenden Nation. Auf dem Kirchplatz fand ein Feldgottesdienst statt, eine Adolf-Hitlerlinde wurde gepflanzt (600 Teilnehmer). Lehrer Schüllermann hielt als Mitglied der NSDAP die Weiherede. |
| - | Im Mai 1934 kaufte die Schule aus dem Erlös der Heidelbeerernte einen Volksempfänger. |
| - | Im August 1934 nahm die Schule an Rheinfahrt des Kreises teil. 1935 Rheinfahrt gut besucht. |
| - | Am 02. Mai 1935 starb der 9-jährige Sohn von Georg Peter Hering. Dieser hatte sich an einem Baum mit einem Strick versehentlich erhängt. |
| - | Am 06. Juli 1936 besuchte die Schule mit nur 7 Kindern Nürnberg und das Parteitagsgelände. |
| - | Schüllermann hatte schon 1935 darauf hingewiesen einen Spielplatz mit Badegelegenheit zu errichten. Jedoch fehlten die Geldmittel. Schüllermann konnte Dr. Julius Haller (Jagdpächter) als Geldgeber für das Projekt gewinnen, dieser spendete 1.000 Mark. |
| - | Im Juli 1936 scheiterte der Bau noch, da keine Genehmigung der Pläne vorlag. Die Arbeiten wurden für 1937 zurückgestellt. Der Schwimmbadbau „wird sich dann bestimmt, auch gegen einige Besserwisser und Uninteressierte, durchführen lassen, wenn der Lehrer seine ganze Persönlichkeit für das Gelingen einsetzt. Alle Arbeiten sollen auf dem Wege der Selbsthilfe durchgeführt werden.“ |
Wilhelm Helène
*29. Mai 1909 Pfungstadt +06. Juli 1941 Russland (als Leutnant im Osten gefallen).
| - | Amtszeit in Güttersbach: vom 10. August 1936 bis zum 01.April 1938. |
| Werdegang: | |
| - | Liebigs-Oberrealschule zu Darmstadt besucht. |
| - | 1928 bis 1930: Vier Semester studiert am Pädagogischen Institut zu Darmstadt. |
| - | Erst zwei Jahre nach der Seminarprüfung fand Helène eine bezahlte Stelle. |
| - | Staatsprüfung im April 1932. Note „gut“. |
| - | Ostern 1932 bis Juni 1933 Hilfsstelle in Pfungstadt. |
| - | Juli 1933 in Neustadt i.O. |
| - | Juli 1933 bis Januar 1934 in Ober-Mossau. |
| - | Januar bis April 1934 in Darmstadt. |
| - | April bis Oktober 1934 in Albig, Kreis Alzey. |
| - | Oktober bis November 1934 in Eich, Kreis Worms. |
| - | Dezember 1934 bis Juli 1936 in Partenheim, Kreis Oppenheim. |
| - | 1936 bis 1938: Schulstelle zu Güttersbach war seine achte Verwendung. Er kam auf eigenen Wunsch aus Rheinhessen in den Odenwald. |
| - | 1938 Schulverwalter, ab dem 02. Dezember 1939 Lehrer in Lengfeld, Kreis Dieburg. |
Vorkommnisse:
| - | Erntedankfest 1936: Von den Schulen Güttersbach, Hüttenthal, Hiltersklingen, Unter-Mossau gemeinsam auf der Wiese des Hüttenthaler Schulhauses begangen. Platzregen beeinträchtigte das Programm. |
| - | Am 09. November 1936 legte der Lehrer samt Schülern mit einer Abordnung der NSDAP einen Kranz für die Blutopfer des Dritten Reichs am Kriegerdenkmal nieder. |
| - | Schwimmbadplan beschäftigte eifrig die Gemüter, die Gemeinde erwarb eine Wiese von der Kirche. |
| - | 01. Mai 1937: Spatenstich am nationalen Feiertag durch Ortsgruppenleiter Muth. Lehrer Helène war zu dieser Zeit bei einer Militärübung, Inf. Regt 116, in Gießen. |
| - | Schwimmbadbau nun im vollen Gange. Feuerwehr, Schüler, Ortsgruppe und die Gemeinde schuften für das Schwimmbadprojekt. Das Schwimmbecken soll auch als Brandweiher dienen. Dr. Julius Haller besorgte Gleise und Rollwagen. Steine im gräflichen Wald wurden unentgeltlich von Waldarbeitern gebrochen und von Landwirten herbeigeschafft. |
| - | Lehrer Helène stand mit an erster Stelle. Er leistete Tagewerk wie jeder andere. „Größer und tiefer wird das Loch, mancher Schweißtropfen rinnt in den Schlamm der Baugrube. Unendlich schwer erscheint uns oft das Werk, wenn wir die kleine Menge geschaufelte Erde betrachten im Vergleich mit der noch zu leistenden Arbeit.“ |
| - | Lastwagen mit Zement und Sand rollten ins stille Tal. Finanzmann Dr. Haller zeigte sich großzügig „alle Mittel vorhanden“. |
| - | Ende Herbst 1937 waren Maurerarbeiten zu Ende. Der Kostenvoranschlag wurde jedoch bei Weitem überschritten. |
| - | Ende 1937: Viele Krankheiten. Drei Wochen wurde die Schule geschlossen wegen Scharlach und Diphterie. |
| - | Winter 1937/1938: Reiche Schneefälle. Der Lehrer fuhr Ski und rodelte. |
| - | Mitte März 1938 veranstaltete die Schule einen Dorfgemeinschaftsabend im Keilschen Saal (gut besetzt). An diesem Abend wurde beschlossen dem Schwimmbad ein Dorfgemeinschaftshaus anzufügen. Dieses Haus sollte einen Saal für Kundgebungen und Feierstunden haben und ein Zimmer für die Gemeinde und Parteiversammlungen bereitstellen. Damit wäre die Heimbeschaffung für die Hitlerjugend geklärt. |
| - | Schule stand im Mittelpunkt der Sportanlage (Schwimmbad). |
| - | Lehrer Helène wurde kurz vor der Einweihung des Schwimmbades nach Lengfeld versetzt. |
Teil VIII. in der nächsten Ausgabe.