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mossautal aktuell
Ausgabe 8/2019
Aus dem Rathaus
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Heckenrückschnitt ist bis Ende Februar abzuschließen

Naturschutzbehörde weist auf Vorschriften hin - Abbrennen von Wiesen wird bestraft

Zum Schutz der Tierwelt weist die Untere Naturschutzbehörde darauf hin, dass nach dem Bundesnaturschutzgesetz vom 1. März bis zum 30. September Hecken und Gebüsche nicht zurückgeschnitten dürfen. Außerdem dürfen Bäume, die außerhalb des Waldes oder außerhalb von Parks und Gärten stehen, nicht gefällt werden. Auch Rückschnitte oder Rodungen, die zur Durchführung von Baumaßnahmen notwendig werden, müssen noch zur Winterzeit erledigt werden. Schnittgut, das nicht auf der Fläche verbleiben soll, ist spätestens bis Ende Februar abzuräumen - ansonsten muss es bis Anfang Oktober ungestört liegen bleiben.

Aus dem gleichen Grund sind auch zum Verbrennen oder zum Häckseln aufgeschichtete Reisig- und Laubhaufen, die längere Zeit nicht angetastet und in der Zwischenzeit vielleicht von Tieren besiedelt wurden, vor dem Anzünden oder Abräumen nochmals zu überprüfen. Dies ist auch bei vorbereiteten Holzstapeln für Oster- und Sonnwendfeuer zu beachten.

Die Untere Naturschutzbehörde bittet darauf zu achten, dass alle Gehölzarbeiten bis Ende Februar zum Abschluss gebracht werden. Das Gesetz erlaubt es nur Behörden, in begründeten Einzelfällen von dieser strikten Regelung abzuweichen. Für private Maßnahmen kann keine Ausnahmegenehmigung erteilt werden.

Die in Gärten und Parks im Lauf des Jahres anstehenden Pflegearbeiten dürfen natürlich erledigt werden. Erlaubt sind auch der Sommerschnitt bei Obstbäumen und Baumpflegearbeiten. Der Gärtner ist aber dafür verantwortlich, dass dabei wildlebende Tiere, wie zum Beispiel nistende Vögel oder in Baumhöhlen wohnende Fledermäuse, nicht unnötig gestört oder ihre Nistplätze zerstört werden.

Im Zusammenhang mit der Obstbaumpflege, die oft im Spätwinter vorgenommen wird, gibt die Naturschutzbehörde den folgenden Hinweis: Viele nehmen an, dass die im Odenwald mittlerweile verbreitet vorkommende Laubbaum-Mistel eine besonders geschützte Art ist. Das ist jedoch nicht der Fall. Wenn er die Vitalität von Obstbäumen beeinträchtigt, kann dieser „Schädling“ bei der Baumpflege also ausgeschnitten und bekämpft werden. Eine Genehmigung der Naturschutzbehörde ist nur für eine gewerbliche Nutzung wild wachsender Pflanzen erforderlich, also für den Mistelverkauf auf Weihnachtsmärkten.

Wiesen, Raine oder ungenutzte Grundflächen im zeitigen Frühjahr durch Abbrennen „sauber zu halten“, ist seit Jahrzehnten verboten. Trotzdem ist diese Unsitte immer noch vereinzelt zu beobachten. Davon abgesehen, dass solche bewusst oder fahrlässig gelegten Feuer sehr leicht außer Kontrolle geraten und dann erhebliche Schäden verursachen können, ist damit immer eine unnötige Tötung vieler Kleintiere verbunden. Bei Verstößen drohen daher besonders empfindliche Geldstrafen.

Wer eine Beratung wünscht, gerne auch vor Ort, kann sich an die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde wenden: Ralf Klein hat die Telefonnummer 06062 70 215 und die E-Mail-Adresse r.klein@odenwaldkreis.de, Uwe Krause ist unter 06062 70 459 beziehungsweise u.krause@odenwaldkreis.de zu erreichen.