Carina Oberle (links) und Daniela Stummer übergeben Flyer zur Vorbeugung an Beate Hauck, die das DRK-Erlebniscafé organisiert. (Foto: Michel Lang / DRK Odenwaldkreis)
Wie ausgefeilt deren Methoden beim Betrug älterer Menschen sind, bewiesen kürzlich Hauptkommissarin Carina Oberle und Oberkommissarin Daniela Stummer. Die beiden Vorort-Schutzfrauen waren Gäste im Erlebniscafé des Roten Kreuzes in Erbach.
„Vorbeugung und Wissen sind Methoden, um sich vor bösen Überraschungen zu schützen“, betonten die beiden. 400.000 Euro Schaden im Jahr 2023, 100.000 Euro im Odenwaldkreis 2020. Die Tendenz steige. Dies hänge mit den immer moderneren Methoden der Übeltäter zusammen. Auch müsse man die Dunkelziffer beachten. Viele Leute schämten sich und erstatten keine Anzeige.
„Lassen Sie nie fremde Menschen ins Haus, die sich nicht ausweisen können!“ Im Zweifel solle man die Polizei über Tel. 06062 / 9530 um Unterstützung bitten. Auch müsse man sich nicht scheuen, die Notrufnummer 110 zu wählen. „Beliebt sind Schockanrufe: Ein Angehöriger hätte einen Unfall mit Todesfolge verursacht. Sie fordern eine hohe Kaution. Diese gibt es in Deutschland nicht. Das Gespräch abbrechen, die betreffende Person anrufen und die Polizei benachrichtigen“, wusste Daniela Stummer. Oftmals überraschten Rechtsbrecher mit Gewinnbenachrichtigungen. „Die wollen Bankdaten abschöpfen. Auflegen. “, machte Oberle deutlich.
Zudem gäben sich manche Gauner als Polizisten aus. Sie informieren, dass gleich ein Kollege komme, der Geld und Schmuck in Sicherheit bringe. Noch nicht gefasste Einbrecher trieben im Viertel ihr Unwesen. „Die Polizei ruft niemals aus solchem Grund an.“, sagte Carina Oberle.
Zudem wählten die Gangster gerne dreistellige Telefonnummern aus. Daran wisse man, dass es sich um lebensältere Bürger handele. „Im Zweifel die Nummer entfernen lassen. Bekannte und Verwandte wissen diese ja.“, empfahlen die Polizistinnen.
Nicht angemeldete Handwerker oder Anlagenberater? „Meist kommen die zu zweit. Der eine lullt einen ein, der andere räumt die Wertgegenstände ab“, so Oberle. Fremdländisch klingende Telefonanrufe? „Auflegen, sich auf nichts einlassen“, warnten die Schutzfrauen.
Informationen gibt es auch bei ehrenamtlichen Sicherheitsberatern. Deren Kontakte sind über die Gemeindeverwaltungen zu bekommen.