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Erbach-Michelstadt aktuell
Ausgabe 20/2026
Berichte (Erbach-Michelstadt)
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Berichte

Mit dem Bus reiste die AH-Mannschaft vom TSV Günterfürst mit ihren Fans zum Hessenpokalspiel gegen den haushohen Favoriten SG Hünfeld/Kirchhasel an. Die Gastgeber kommunizierten offen, dass dieses Spiel nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum Titel sein soll. So boten die Osthessen, angeführt von einem ehemaligen 3.-Liga-Spieler, eine Mannschaft auf, die größtenteils aus ehemaligen Hessenligaspielern bestand – die Rollen waren somit vor Anpfiff klar verteilt.

Aber der TSV hatte an diesem Tag auch ein großes Plus auf seiner Seite: Die Bank war stark besetzt. Mit Michael Carl, Volker Hoffmann, Gregor Karpowicz, Dennis Münne und Christopher Helm standen gleich mehrere Auswechselspieler bereit, die dem Spiel jederzeit frische Impulse geben konnten.

Doch der TSV stellte sich von Beginn an hervorragend dagegen. Die Defensive um Stefan Rug, Philipp Bechtold, Abwehrchef André Moos und Steffen Weber war nicht zu überwinden und ließ die starke Offensive der SG kaum zur Entfaltung kommen. Nach rund Minuten setzte Günterfürst offensiv erste Akzente durch Toni Mares und Thomas Schenk.

Angeführt vom überragenden Tobias Hastert, der zu keiner Zeit von den Gastgebern zu kontrollieren war, sowie vom starken Matthias Hallstein gelang es den Odenwäldern, trotz weniger Ballbesitz immer wieder gefährliche Nadelstiche zu setzen. Schließlich eroberte Robin Müller an der Mittellinie den Ball, setzte sich entschlossen durch und legte mustergültig für Spielführer Christian Hallstein auf, der zum 0:1 einschob.

Mit dieser Führung ging für die Mannschaft von Spielertrainer Stefan Rug in die Halbzeitpause. Dort konnten die beiden erfahrenen Co-Trainer Reiner Hallstein und Oliver Naas die Mannschaft nochmals einstimmen.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte die SG Hünfeld/Kirchhasel den Druck nun deutlich und bestimmte über weite Strecken das Spielgeschehen. Doch immer wieder fanden sie ihren Meister im überragenden TSV-Keeper Manuel Forscht, der mit zahlreichen Paraden glänzte. In der 55. Minute war jedoch auch er machtlos, als der Favorit zum 1:1-Ausgleich kam.

Bis zum Schlusspfiff blieb es beim Remis, sodass die Partie in die Verlängerung ging. Dort gelang es dem TSV, das Spiel wieder ausgeglichener zu gestalten, auch wenn klare Torchancen auf beiden Seiten Mangelware blieben. In der zweiten Hälfte der Verlängerung bewahrte Manuel Forscht seine Mannschaft mit zwei sensationellen Paraden vor dem Rückstand.

Als sich bereits alles auf ein Elfmeterschießen einstellte, folgte der dramatische Höhepunkt: In der letzten Minute der Nachspielzeit trat Christian Hallstein zu einem Freistoß an und brachte den Ball gefährlich in den Strafraum. André Moos stieg am höchsten und köpfte zum umjubelten 1:2 ein. Der Jubel kannte keine Grenzen – Spieler, Betreuer und die mitgereisten Fans aus dem Odenwald ließen die Tribüne beben.

Mit diesem Last-Minute-Treffer zieht der TSV Günterfürst sensationell ins Finale des Hessenpokals ein. Dort wartet mit der Spvgg 1922 Eltville eine weitere große Herausforderung.

Man wird auch im Endspiel der klare Außenseiter sein, aber erneut versuchen, mit Leidenschaft, Laufbereitschaft und Zusammenhalt alles in die Waagschale zu werfen, was man hat.

Es spielten: Manuel Forscht, Stefan Rug, Philipp Bechtold, André Moos, Steffen Weber, Tobias Hastert, Matthias Hallstein, Thomas Schenk, Robin Müller, Toni Mares, Michael Carl, Volker Hofmann, Dennis Münne, Christopher Helm und Gregor Karpowicz