Ourewäller Talk mit Kay Vonderlage und Nanni Zeisel
Ourewäller Talk mit Kay Vonderlage und Nanni Zeisel im Apfelweinhaus Schwarzer Adler
Michelstadt. Sechs Gäste, fünf Themenwelten und jede Menge Begegnungen: Bei der achten Ausgabe des „Bembelbabb’ler – Ourewäller Talk“ trafen am 29. August Kultur, Theater, Comedy, Musik und Marketing aufeinander. Moderator Kay Vonderlage und Co-Moderatorin Nanni Zeisel brachten Menschen an einen Tisch, die ihre Region mit Ideen, Engagement und Kreativität prägen.
Kerstin Kredel machte gleich zu Beginn deutlich: Jeder kann singen – und bezog das Publikum direkt mit ein. Zahlreiche Sängerinnen und Sänger aus ihren Chören waren als Fangemeinde dabei. Die Chorleiterin und Stimm-Pädagogin sprach über Stimme, Bühnenpräsenz und die Frage, wie viel Perfektion nötig ist. Ihr Akkordeon, das 2026 „Instrument des Jahres“ ist, hatte sie ebenfalls mitgebracht.
Ciro Visone sorgte mit Witz und italienischem Charme für zahlreiche Lacher. Der Comedian und Fastnachtskünstler ist als „Pizzabäcker“ weit über die Region hinaus bekannt – obwohl er im echten Leben nie Pizzabäcker war. Seine Ehefrau im Publikum lieferte dazu eine charmante Erklärung: Für sie ist Ciro der „deutscheste Italiener“, den sie kennt – nicht zuletzt wegen seiner Pünktlichkeit.
Michelle und Dustin McKenna brachten Theater direkt an den Tisch. Die Theatermacher aus Babenhausen verbinden Abendstücke und Krimidinner mit theaterpädagogischer Arbeit und ihren „Märchen aus dem Koffer“. Mit ihrem Froschkönig und einem Experiment aus ihrer Arbeit mit Kindern rissen sie das Publikum mit: Der Märchenkoffer wurde kurzerhand zum „Publikums-Lautstärkeregler“.
Besonders viel Gesprächsstoff lieferte das Aufeinandertreffen von Dr. Philipp Gutbrod und Frank Kirsch. Gutbrod, Direktor des Institut Mathildenhöhe, Kulturreferent der Wissenschaftsstadt Darmstadt und Site Manager der Welterbestätte Mathildenhöhe, traf auf Kirsch, den Kopf hinter „Odenwaldklick“ und Inhaber der Werbeagentur smartline. Gemeinsam ging es um die Frage, was Darmstadt und der Odenwald voneinander lernen können – und wie Kultur und regionale Identität Menschen erreichen.
Gutbrod zeigte dabei auch eine ganz andere Seite: Als Schlagzeuger und Jazzmusiker sprach er über seine Leidenschaft für Jazz und die Verbindung von Musik, Kunst und kultureller Vielfalt.
Auch die Mathildenhöhe selbst war Thema: Wie lässt sich das Welterbe so vermitteln, dass Menschen nicht nur den Hochzeitsturm fotografieren, sondern sich wirklich für Geschichte, Künstler und Museum interessieren? Und wie kann Darmstadt sein kulturelles Potenzial noch stärker nach außen tragen?
Am Ende zeigte auch diese achte Ausgabe, was den „Bembelbabb’ler“ ausmacht: persönliche Geschichten, überraschende Begegnungen und unterschiedliche Perspektiven. Kultur wird hier nicht abstrakt, sondern durch die Menschen sichtbar, die sie gestalten – im Museum, im Chor, auf der Bühne, im Unternehmen oder mitten im Odenwald.