Die Temperaturrekorde der vergangenen Junitage haben es deutlich gemacht: Hitzeperioden sind längst keine Ausnahme mehr, sondern Realität. Viele Gärten leiden darunter. Doch mit den richtigen Maßnahmen können Pflanzen und Böden erstaunlich gut damit umgehen – und Sie sparen sich dabei viel Arbeit.
Der wichtigste Wasserspeicher ist nicht die Gießkanne, sondern der Boden selbst. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder gehäckseltem Material schützt ihn vor dem Austrocknen, ebenso wie der Schatten von Pflanzen oder Sträuchern. Humusreiche Böden speichern Wasser wie ein Schwamm – ein Grund mehr, den Boden möglichst dauerhaft bedeckt zu halten.
Auch beim Gießen gilt: nicht häufiger, sondern besser. Seltenes, dafür durchdringendes Wässern – morgens oder spät abends, direkt am Wurzelbereich – ist wirkungsvoller als tägliches Sprengen. Regenwasser ist dabei ideal. Übrigens spielt auch die Rasenlänge eine Rolle: Eine etwas länger gewachsene Wiese vertrocknet deutlich langsamer als ein kurzgehaltener Rasen und kommt oft fast ohne zusätzliches Gießen aus.
Ein Detail, das viele überrascht: Wenn Pflanzen tagsüber die Blätter hängen lassen, ist das nicht automatisch ein Notfall. Viele erholen sich am Abend von selbst. Verzichten Sie in heißen Phasen auf starke Rückschnitte – das schwächt die Pflanzen zusätzlich. Auch dichte Stauden, Sträucher und kleine Gehölze leisten mehr als gute Optik: Sie schaffen kühle Rückzugsorte für Igel, Vögel, Amphibien und Insekten.
Fazit: Hitze lässt sich nicht vermeiden, ihre Auswirkungen im Garten aber durchaus abmildern. Wichtig dabei: Einfach mehr zu gießen wird auf Dauer nicht ausreichen. Wer jetzt beginnt, seinen Garten klimafester zu gestalten, hat länger Freude daran – und spart sich künftig viel Zeit, Wasser und Ärger. Schauen Sie in den nächsten Tagen bewusst hin: Wo liegt der Boden ungeschützt in der Sonne? Wo könnte eine Mulchschicht helfen? Oft sind es wenige Handgriffe, die viel bewirken.