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Mitteilungsblatt der Sinngrundallianz
Ausgabe 30/2024
Amtliche Bekanntmachungen
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Gemeinde Aura i.Sinngrund

Bitte helfen sie bei der Bekämpfung der giftigen Pflanze durch Entfernen auf Ihren Grundstücken mit!

Anders als bei Ambrosia oder Bärenklau handelt es sich beim Jakobskreuzkraut nicht um einen Neophyten, sondern um eine alte heimische Pflanze. Ihr Auftreten ist nicht neu, neu ist jedoch, dass sich die Pflanzen immer weiter und sehr rasant verbreiten. Im Sinngrund betroffen sind vor allem Wiesen, Ackerbrachen und extensiv genutzte Weideflächen, was auch in Aura zunehmend zum Problem wird, weil die Giftpflanze jedenfalls nicht verfüttert werden sollte.

Die Giftigkeit des Jakobskreuzkraut beruht auf der Wirkung verschiedener Pyrrolizidin-Alkaloide, die zu chronischen Lebervergiftungen führen, teilweise auch bei Hautkontakt. Der Gehalt ist in den Blüten bis zu doppelt so hoch wie im Kraut. Die Alkaloide bleiben im Gegensatz zu vielen anderen Giften bei der Konservierung in Heu oder Silage wirksam und werden auf diese Weise auch von Weidetieren mit aufgenommen, welche die im frischen Zustand bitter schmeckenden Kräuter ansonsten eigentlich meiden. Auch kleine Dosen schädigen die Leber dauerhaft, so dass eine schleichende Vergiftung über Jahre möglich ist. Insbesondere bei Pferden, aber auch bei Rindern kann das Kraut zu ernsthaften Erkrankungen und schließlich zum Tod führen. Als tödliche Dosis für Pferde werden dabei 40 bis 80 Gramm Frischpflanze pro Kilogramm Körpergewicht genannt, bei Rindern 140 Gramm. Schafe und Ziegen sind weniger empfindlich, bei Aufnahme größerer Mengen können aber auch hier Todesfälle auftreten. Es ist möglich, dass Pyrrolizidinalkaloide über pflanzliche Nahrungskomponenten in den menschlichen Nahrungskreislauf gelangen. Der Übergang von Pyrrolizidinalkaloiden in den Nektar und mit diesem in Honig wurde nachgewiesen. Um zu verhindern, dass Restwurzelstücke erneut austreiben, müssen die tief wurzelnden Jakobskreuzkrautpflanzen sorgfältig ausgegraben oder ausgestochen werden.

So erkennen Sie das Jakobskreuzkraut:

Der Stängel vom Jakobskreuzkraut ist kräftig und hat häufig unten eine rote Verfärbung. Es blüht ab Juni bis Oktober und wird zwischen 30 und 100 cm hoch. Jakobskreuzkraut hat verstreute Blätter aber als junge Pflanze auch Rosettenblätter, die jedoch in einem späteren Stadium verschwinden. Die Pflanze kann also über Rosettenblätter zusammen mit Stängelblättern oder über ausschließlich Stängelblätter verfügen. Im oberen Pflanzenteil befinden sich in einem weit verzweigten Gesamtblütenstand die zahlreichen gelben körbchenförmigen Teilblütenstände. Im Sommer kann man auffallend gelb-schwarz gestreifte Raupen am Jakobs-Greiskraut beobachten. Es handelt sich dabei um Raupen des Jakobskrautbären, einer Schmetterlingsart, die sich auf Greiskräuter, insbesondere auf das Jakobs-Greiskraut, spezialisiert hat. Die Raupen werden durch das aufgenommene Gift für Fressfeinde ungenießbar.

Im Internet sind Fotos der Pflanze zu finden.

Blum, 1. Bürgermeister