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Staudenbote. Amtliches Mitteilungsblatt
Ausgabe 24/2021
Gemeinsamer Teil
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Zweckverband Stauden-Wasserversorgung

Verbandsvorsitzender Josef Böck (links) und Werkleiter Armin Drexl vom Staudenwasser-Zweckverband blicken auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2020 zurück.

blickt auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr zurück

Sanierung der Hochbehälter kam wegen Corona ins Stocken – Wasserförderung steigt wegen Hitzeperiode über das genehmigte Kontingent

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie waren im zurück liegenden Geschäftsjahr 2020 auch beim Zweckverband Stauden-Wasserversorgung mit Sitz in Reichertshofen (Gemeinde Mittelneufnach) spürbar. Wie der Verbandsvorsitzende, Langenneufnachs Altbürgermeister Josef Böck, bei der jüngsten Verbandsversammlung in der Staudenlandhalle Fischach erläuterte, sei das vergangene Jahr trotz aller widrigen Umstände unter kaufmännischen Gesichtspunkten durchaus zufriedenstellend verlaufen. Schwierig sei es lediglich gewesen, durch die coronabedingten Einschränkungen alle – teilweise schon lange geplanten und von den Aufsichtsbehörden geforderten – Maßnahmen durchzuführen. Aus diesem Grund wurden für das laufende Jahr im Wirtschaftsplan des Verbandes erneut Haushaltsansätze für eine Brunnenregenerierung, eine Pumpenbeschaffung und für die Erneuerung der Steuerungstechnik an den Außenstationen gebildet.

Werkleiter Armin Drexl berichtete, dass die Gemeinde Mittelneufnach seit dem Abschluss der Baumaßnahmen im Oktober 2020 im Wassergastverhältnis komplett vom Zweckverband versorgt wird. Ein Großprojekt, das Verwaltung und Bauhof in den kommenden Jahren beschäftigen wird, ist die Sanierung der beiden Hochbehälter in Immelstetten und in Siebnach. Wie schon mehrfach berichtet, verlangt das Gesundheitsamt beim Landratsamt Unterallgäu, dass die beiden in die Jahre gekommenen Hochbehälter einer Zustandsanalyse durch eine zertifizierte Fachfirma unterzogen werden müssen. Als erste Sofortmaßnahmen mussten in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt in den einzelnen Kammern Fugensanierungen durchgeführt werden. Das endgültige Gutachten wird nach Abschluss der Analyse im Hochbehälter Siebnach voraussichtlich im Oktober vorliegen. Diese Expertise bildet dann die Grundlage für ein umfangreiches Sanierungskonzept beider Hochbehälter mit den Einzelmaßnahmen Neubeschichtung, Trennung der Wasserkammern und Neuverrohrung. Armin Drexl: „Um den gesetzlichen und technischen Anforderungen gerecht zu werden, ist es in den nächsten Jahren erforderlich, an beiden Behältern Hand anzulegen!“

Bedingt durch eine erneute Hitzeperiode und die weiterhin hohen außerordentlichen Lieferungen über Notverbunde wurde auch im vergangenen Jahr 2020 das genehmigte jährliche Förderkontingent von 2,55 Millionen Kubikmetern mit einer Gesamtrohwasserförderung von 2,67 Millionen Kubikmetern zum wiederholten Mal geringfügig überschritten. Wie bereits in 2019 waren außerordentliche Lieferungen an bestehende Notverbunde in ungewöhnlich hoher Anzahl (171.000 Kubikmeter) erforderlich. Neben Sonderlieferungen an die Gemeinden Großaitingen und Kutzenhausen bezieht die Gemeinde Ustersbach bereits seit Mitte 2018 über den bestehenden Notverbund ihren gesamten Trinkwasserbedarf vom Zweckverband Stauden-Wasserversorgung. Als Grund nannte Werkleiter Drexl die umfangreichen Ertüchtigungsmaßnahmen aufgrund von Problemen in der Ustersbacher Wassergewinnung und -speicherung.

Neu erschlossen wurden im Berichtsjahr 2020 Baugebiete in Scherstetten, Walkertshofen, Wehringen und Reitenbuch (Markt Fischach). Leitungserneuerungen in Teilstücken waren in Mörgen (Gemeinde Eppishausen) und in Oberneufnach (Gemeinde Markt Wald) erforderlich. In Siegertshofen (Markt Fischach) musste im Zuge der Sanierung der Schmutterbrücke eine komplett neue Wasserleitung eingebaut werden. Ein leichter Rückgang war im letzten Jahr bei den Rohrbrüchen im Verbandsgebiet zu verzeichnen. Insgesamt wurden 31 Rohrbrüche festgestellt und repariert. Zehn weitere Leckagen waren im Rahmen der technischen Betriebsführungen zu beheben.

Der Zweckverband Stauden-Wasserversorgung

Gründung
Der Zweckverband Stauden-Wasserversorgung wurde am 5. September 1967 von den sieben Staudengemeinden Kreuzanger, Langenneufnach, Reichertshofen, Reinhartshausen, Reinhartshofen, Schwabegg und Walkertshofen gegründet.
Versorgungsgebiet
Heute versorgt der Verband – Wassergäste eingeschlossen – über 39.000 Einwohner in 21 Städten, Märkten und Gemeinden (mit 84 Ortsteilen) in den Landkreisen Augsburg, Unterallgäu und Günzburg mit hochwertigem Trinkwasser. Das Versorgungsgebiet erstreckt sich über eine Fläche von rund 500 Quadratkilometern. Das Wasser fließt über 166 Kilometer Fern- und 457 Kilometer Orts- und Anschlussleitungen zu rund 9.400 Haus- und Grundstücksanschlüssen.
Fördermengen
Pro Jahr werden in Reichertshofen durchschnittlich 2,5 Millionen Kubikmeter Wasser gefördert. Davon werden rund 1,7 Millionen Kubikmeter an Tarifabnehmer und rund 770.000 Kubikmeter an Wassergäste und Notverbunde abgegeben. Die maximale genehmigte Fördermenge der sechs Brunnen beträgt 2,55 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Diese Fördermenge ist bis 2027 gesichert.
Wasserpreis
Der Wasserpreis beträgt 88 Cent netto pro Kubikmeter (ab 2020).
Personal
Am Verbandssitz in Reichertshofen sind 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Voll- und Teilzeit) in Verwaltung und Bauhof beschäftigt. Werk- und Geschäftsleiter ist seit 2007 Armin Drexl. Infos im Internet: www.staudenwasser.de (wkl)