Titel Logo
Staudenbote Amtliches Mitteilungsblatt
Ausgabe 35/2026
Gemeinsamer Teil
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Volkssternwarte Streitheim

Gebietsbetreuerinnen Eva Liebig (links) und Nicola Funcke (rechts)

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling auf Großem Wiesenknopf bei der Eiablage.

Seit 2003 wählen Expert*innen einen Schmetterling des Jahres, um auf die Gefährdung und Bedeutung der Schmetterlinge hinzuweisen. In diesem Jahr wurde der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling gewählt, der durch intensive Wiesennutzung sowie aufgrund seines besonderen und komplexen Lebenszyklus gefährdet ist.

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist stark auf die Pflanze Großer Wiesenknopf und die Ameisenart Rote Knotenameise spezialisiert. Von Anfang Juli bis Mitte August nutzt der Wiesenknopf-Ameisenbläuling den Großen Wiesenknopf als Nahrungspflanze, zur Paarung und schließlich zur Eiablage. Ab Ende Juli schlüpft die Jungraupe und bohrt sich in den Blütenstand ein, bis sie sich satt gefressen zu Boden fallen lässt. Dort wird sie von der Wirtsameise ins Ameisennest getragen, wo sie sich von den Ameisenlarven ernährt und als Puppe überwintert. Dies gelingt durch die Fähigkeit, den Duft der Wirtsameise nachzuahmen. Sobald der Schmetterling aus der Puppe schlüpft, fällt die Tarnmaske und der Schmetterling muss schnell aus dem Ameisennest fliehen.

„Der Wiesenknopf-Ameisenbläuling benötigt von Anfang Juli bis Ende August die Blütenstände des Großen Wiesenknopfes, der vorwiegend auf Feuchtwiesen zu finden ist. In diesem Zeitraum wird allerdings üblicherweise gemäht, wodurch Bestände ausgelöscht werden können“, erklärt Nicola Funcke, Gebietsbetreuerin im Schmuttertal.

Bereits seit vielen Jahren setzt sich die Gebietsbetreuung des Naturparks für den Erhalt der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge ein. Auch die noch seltenere Schwesterart, der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, ist dabei im Fokus.

„Wir suchen nach Vorkommen des Falters und treten mit Landwirt*innen in Kontakt. Eine Möglichkeit, den Lebensraum der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge zu erhalten, ist eine Nutzungspause von Anfang Juni bis Ende August. Eine weitere Möglichkeit ist das Belassen von ein bis zwei Meter großen Saumstreifen, die die Wiesennutzung und den Schutz der Bläulinge ermöglichen“, erläutert Eva Liebig, Gebietsbetreuerin im Naturpark Augsburg – Westliche Wälder.

Die Vermittlung zwischen Natur und Landwirt*innen, Anwohnenden und Erholungssuchenden ist eine zentrale Aufgabe der Gebietsbetreuung, die gefördert vom Naturschutzfonds Bayern, in bedeutsamen Natur- und Kulturlandschaften des Bundeslands aktiv ist.