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Staudenbote. Amtliches Mitteilungsblatt
Ausgabe 44/2020
Gemeinsamer Teil
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Porträt über die Stauden im BR Fernsehen:

Das Kamerateam des BR-Fernsehens filmte auch im alten jüdischen Friedhof in Fischach.

Das Bergrennen Mickhausen hat die Staudenregion in Motorsportkreisen in ganz Europa bekannt gemacht.

Erstausstrahlung des Films am Montag, 9. November ab 21 Uhr

Liebeserklärung an die Region vor den Toren Augsburgs

45 Filmminuten Kultur, Natur und Lebensgefühl pur stecken im Film „In den Stauden“. Erstausstrahlung ist am Montag, 9. November ab 21 Uhr im BR Fernsehen. Von der Schönheit der Landschaft über das Bergrennen Mickhausen bis hin zum Andenken an Roy Black, den berühmtesten Sohn der Stauden, fühlen die Autoren Dr. Michael Zehetmair und Frieder Käsmann dem Pulsschlag der Stauden nach. Immer wieder besticht im Film die wohltuende Natur der Stauden, die einzigartige Stille. Sanft geschwungene Wiesen, Hügel, Wälder – und eben Stauden. Nicht umsonst trägt die Gegend südwestlich von Augsburg ihren Namen. Dem Filmteam ist mit dem herbstlichen Filmstreifzug eine grandiose Liebeserklärung an die Stauden gelungen.

Im Markt Fischach wird eine große jüdische Tradition liebevoll gepflegt. Bäcker Harald Zott holt frischen Berches aus dem Ofen, ein jüdisches Feiertagsgebäck. Bürgermeister Peter Ziegelmeier berichtet über die einstige Bedeutung des Judentums für den Ort und zeigt einen Tahara-Leichenwagen. Ein Rundgang über den weitläufigen jüdischen Friedhof darf da natürlich nicht fehlen.

Einblicke in den Lebensrhythmus einer gläubigen Welt gibt es im Zisterzienserinnenkloster in Oberschönenfeld. Einkehren, zu sich finden, innehalten, ora et labora. Ein Gespräch mit Äbtissin Gertrud Pesch. Kontemplation, Beten und Brot backen. In den Stauden, einer der schönsten Kulturlandschaften in Bayern, zwischen dem Markt Fischach im Norden und der Marktgemeinde Markt Wald im Süden. Besuche bei der Staudenkapelle und am Schnerzhofer Weiher, Erinnerungen an den Staudenmaler Hans Mühlmann aus Mickhausen runden das Landschaftsporträt ab.

Harter Schnitt! Denn gleich nach den stimmungsvollen Landschaftsimpressionen wird es schlagartig lauter: das Bergrennen Mickhausen, auch ein Herzschlag der Stauden, fand 1964 zum ersten Mal statt. Nach einer langen Unterbrechung gab es 2001 unter der Regie des ASC Bobingen einen Neustart. Rennfahrer kommen bis aus Apulien, um dabei zu sein, einmal im Jahr. Und im Staudendorf Münster werden für die Rennwagen extra die Garagen freigemacht. Gastfreundschaft im Fahrerlager bis hin zum kostenlosen Stromanschluss und zur Bewirtung mit Kuchen, wie Norbert Demmel erzählt.

Vielfältig und bunt ist das musikalische Leben in den Stauden: Harald Schuster ist der Dirigent der Jugendkapelle Stauden. Die Jugendlichen aus einem kleinen Staudendorf würden nicht reichen für eine ganze Kapelle. Dann kommt man halt zusammen aus mehreren Dörfern, die Jugendlichen sind begeistert. Die musikalische Talentschmiede gibt es seit über 30 Jahren. Auch die Klangwerkstatt in Markt Wald führt die Menschen zur Musik. Klangwerkstatt-Leiter André Schubert erläutert im Gespräch mit dem Filmteam das Konzept dieser vielfach ausgezeichneten Kultureinrichtung. Zu Harfenbauseminaren reisen die Teilnehmenden bis aus dem Norden Norwegens an.

Roy Black, die viel zu früh verstorbene Schlager-Legende, kam 1943 in Straßberg zur Welt. Dort liegt er heute auch begraben. Und in der nahen Stadt Bobingen treffen sich jedes Jahr im Herbst die Roy-Black-Fans aus nah und fern. Im Film begleitet die Kamera eine Gala, bei der der Schlagersänger Kay Dörfel die Straßenfeger von damals singt. Und Anita Hegerland ist auch dabei, sie hatte zusammen mit Roy im Jahr 1971 den Hit „Schön ist es auf der Welt zu sein“.

Auch große Namen sind mit den Stauden verbunden: die Vorfahren von Wolfgang Amadeus Mozart kommen aus Heimberg, einem kleinen Weiler bei Fischach. Am Rande der Stauden steht das Fuggerschloss in Kirchheim in Schwaben. Fürstin Angela Fugger d´ Aragon führt im Film in den Zedernsaal mit seiner einzigartigen Kassettendecke. Zu neuem Glanz wird derzeit dem Staudenschloss in Mickhausen verholfen. Dr. Wolfgang Knabe von der Hermann Messerschmitt Kulturerbe-Stiftung stellt im Interview die Schwerpunkte der Generalsanierung und die künftige Nutzung des Kleinods vor.

Nach Jahren der Stilllegung geht die Staudenbahn voraussichtlich bald wieder in den Regelbetrieb über. Viel Überzeugungsarbeit steckt dahinter, wie Josef Böck, langjähriger Bürgermeister von Langenneufnach erzählt: „Was ein echter Staudenbewohner ist, der ist auch zäh und gibt so schnell nicht auf. Wenn sie oder er sich was in den Kopf gesetzt hat!“

von Walter Kleber