Auf gäds zum Raften!
Wasserscheu durfte hier keiner sein. Wer sich heuer zum Raften auf der Tiroler Ache angemeldet hatte, wusste: nass wird man sowieso, die Frage ist nur, wie sehr. Helm auf, Schwimmweste an, dazu der berüchtigte „Loisachtaler“-Neoprenanzug – so ging es oberhalb von Kössen in drei Schlauchboote. Lange hielt der Burgfrieden zwischen den Booten nicht: Kaum waren alle im Wasser, flogen schon die ersten Spritzattacken und da blieb keiner trocken. Bei dem Wetter aber genau richtig.
Für zusätzliche Unterhaltung sorgte diesmal die Bootsbesetzung ganz vorne: Ehem. Bürgermeister Thomas Kamm und sein Nachfolger Christian Scheck führten das „Flaggschiff“ an. Ob es tatsächlich um politische Rangfolge ging oder einfach nur um die beste Platzierung blieb offen. Fest steht: Beide paddelten sich tapfer durch die Entenlochklamm, auch wenn das ein oder andere Kehrwasser ordentlich Kraft kostete. Die Kinder hatten eine Riesengaudi, halb gespannt, ob es die „Rathausspitze“ wohl zuerst aus dem Boot spülen würde. Wurde es nicht – nass wurden zwar alle, sitzen blieben aber auch alle.
Mitten in der Schlucht, auf einer Kiesbank, gab es erstmal Brotzeit, bevor die eigentliche Mutprobe wartete: sich an geeigneter Stelle, natürlich unter dem wachsamen Blick der Erwachsenen, ein Stück einfach nur treiben lassen. Oder „Rodeo-Reiten“ vorne am Bug. Manche machten das gleich mehrfach – je nachdem, wie viel Flusswasser sie beim ersten Mal abbekommen hatten.
Etwas gemächlicher, aber genauso durchnässt, erreichte die Gruppe schließlich die Ausstiegsstelle bei Schleching, wo die Busse schon warteten. Am Ende stand fest: Es war ein heiterer Tag mit viel Gaudi in freudiger Gemeinschaft, ein bisschen Anstrengung und dem steten Risiko einer Dusche. Fast wie in der Politik, nur a bissl scheena;)