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Nesselwanger Leben - Informationsblatt
Ausgabe 1/2026
Vereinsleben
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Vereinsleben

Wie bereits im letzten Jahr berichtet, sorgt eine gefährliche invasive Insektenart auch im Allgäu zunehmend für Aufmerksamkeit: die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Ursprünglich aus Südostasien stammend, breitet sie sich seit einigen Jahren in Europa aus und stellt vor allem für Honigbienen und damit für die Imkerei eine ernsthafte Bedrohung dar. Doch nicht nur die heimischen Bienen stehen auf dem Speiseplan der gefräßigen Jäger; auch zahlreiche andere Insekten werden als Nahrung an die Jungen verfüttert.

Im Vergleich zur heimischen Hornisse benötigt die Asiatische Hornisse etwa das Zehnfache an Insekten als Futter, die den Vögeln wiederum als Nahrungsquelle fehlen. Somit sollten nicht nur die örtlichen Imker, sondern auch alle Garten- und Naturliebhaber diese Entwicklung mit Sorge betrachten. Aus diesem Grund laden die Nesselwanger Imker alle Interessierten zu einem Vortrag mit der baden-württembergischen Expertin Bianca Duventäster am 20.02.2026 um 19 Uhr ins Pfarrheim Nesselwang ein.

Unabhängig vom Fachvortrag bitten die Nesselwanger Imker um Unterstützung durch die Bevölkerung. Wie Sie helfen können? Ganz einfach: mit einem sogenannten Dochttopf, der im Frühjahr und Frühsommer aufgestellt wird, wenn die Jungköniginnen unterwegs sind. Nehmen Sie dazu einen Becher oder ein Honigglas und füllen Sie diesen mit einer Lockflüssigkeit (1/3 Weißwein (lieblich), 1/3 dunkles Bier, 1/3 Getränkesirup mit Zucker, z. B. Himbeere). Schneiden Sie in den Deckel einen Schlitz und stecken Sie einen Streifen Schwammtuch oder Küchenkrepp hindurch, der die Flüssigkeit aufsaugen kann.

Am besten stellen Sie das Glas auf ein gut einsehbares Fensterbrett, damit Sie gegebenenfalls ein verdächtiges Tier bemerken und fotografieren können. Verdächtige Tiere sollen mit Foto auf der Homepage www.beewarned.de gemeldet werden. Gerne können Sie sich bei Unsicherheiten auch an den Imkerverein wenden (Toni Hatt, Tel. 08361/1492; Michael Altstetter, Tel. 0176/80531457; Benedikt Sommer, Tel. 0151/28070207). Sollte es sich tatsächlich um eine Asiatische Hornisse handeln, werden die Imkervereine der Umgebung informiert, damit eine Nestsuche gestartet und schließlich das Nest entfernt werden kann.

Mit Aufmerksamkeit, Zusammenarbeit und verantwortungsvollem Handeln kann die Bevölkerung einen wichtigen Beitrag leisten, um die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse einzudämmen – zum Schutz der heimischen Artenvielfalt und der regionalen Imkerei.

Text und Bilder: Benedikt Sommer