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Bad Königer Stadtnachrichten und Badeblatt
Ausgabe 15/2026
Kirchliche Nachrichten
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Kurseelsorge

Es gibt Fragen, die sind eigentlich gar keine. Ein Beispiel: Oma oder Opa gehen mit den Enkeln an unserer Kirche vorbei. Das Kind fragt „wohnt Gott da drinnen?“. Als Zuhörer bin ich jetzt natürlich auf die Antwort der Erwachsenen gespannt. Mutig, wenn die Oma dann sagt „komm, wir gehen mal rein und schauen.“ Welche Antworten werden sie dann wohl finden? Sicher ist, dass mit der Kirchentür eine andere Welt geöffnet wird. Kann oder muss Gott denn in einem Gebäude wohnen? Das als Kinderfrage abzutun wäre sehr bedauerlich. Zu Recht werden die Fragen unserer Kinder in den letzten Jahren endlich ernst genommen, denn sie sind voll intuitiver Weisheit. „Es ist die Frage, die die Antwort gibt“, so ein bekannter Kalenderspruch. Gerade mit ihrem intuitiven Wissen können Kinder auch uns Erwachsenen auf die Sprünge helfen. Unsere Kinder sind sehr gute Beobachter und Zuhörer, sie bekommen viel mehr mit als wir denken. Und sie versuchen sich ihren Reim darauf zu machen, sie versuchen einen übergeordneten Sinn im Handeln ihrer Umgebung zu erkennen.

Unsere Antworten auf die Fragen von Kindern müssen mit Bedacht formuliert werden, denn Augen und Ohren von Erwachsenen sind oft weniger sensibel als die von Kindern. Wo wir meinen mit Sachwissen punkten zu können, erfassen Kinder die Wahrheit intuitiv viel genauer. Die beste Lebenserfahrung ist wohl, wenn wir beide Ebenen des Verstehens und Erklärens zusammenführen.

Und oft ist es ja auch nicht der Informationsgehalt einer Antwort, die von den Kindern gesucht wird, sondern das gemeinsame Erleben – beim Spaziergang in der Natur oder beim Spielen und Basteln oder beim Vorlesen. Ich nenne das ein „interaktives aufeinander Eingehen“.

Aber bleiben wir doch bei unserer Ausgangsfrage, ob Gott in der Kirche wohnt. Welche Antwort finden Sie denn besser: Wohnt Gott überall? Oder wie wäre es mit der Rückfrage „was meinst du denn?“

Ich meine, dass gerade in diesen Wochen, in denen überall um uns herum das Leben in der Natur neu beginnt, die Bäume langsam wieder grün werden, die Vogelstimmen am Morgen und am Abend zu hören sind und wir manchmal ein laues Lüftchen spüren, unsere Intuition und unser Gefühlsleben angesprochen werden. Wir spüren die Antwort hinter den unendlichen Fragen des Lebens. Steigen wir doch in unsere eigenen Kinderfragen ein und lassen uns von unserer eigenen Intuition überraschen.

Jan. Mäurer, kath. Kirche, Bad König