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Bad Königer Stadtnachrichten und Badeblatt
Ausgabe 24/2026
Kirchliche Nachrichten
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Kurseelsorge

Vor kurzem habe ich mich geschnitten. Nicht schlimm – der Schnitt war nicht tief und auch nicht allzu groß. Aber ziemlich nervig, weil ich genau die Kuppe des rechten Daumens erwischt hatte. Und so habe ich die nächsten Tage wieder einmal bemerkt, wie häufig ich diese wenigen Quadratmillimeter tagtäglich brauche. Ob zum Flaschen öffnen oder Brot schmieren, eine Tür aufschließen oder ein Hemd zuknöpfen, eine Fernbedienung benutzen oder den Rollladen hochziehen, Tippen am Computer oder Kugelschreiber halten, und und und – permanent war dieser Daumen mit im Spiel. Und obwohl ich’s eigentlich besser hätte wissen müssen, habe ich natürlich immer wieder mit ihm zugegriffen.

Neben dem Ärger fing ich dann aber auch zu staunen. Nämlich darüber, wie vielfältig dieses eine Glied doch tätig ist. Wie vieles diese kleine Fingerkuppe kann. Feines und Filigranes genauso wie Handfestes und eher Grobes. Sehr sensibel und dann wieder hart zupackend. Psalm 139 kam mir in den Sinn, wo es heißt: „Ich danke dir, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin.“ Das hat mir schon alleine dieses winzig kleine Glied an meinem Körper gezeigt. Mein Schöpfer hat mich da ziemlich clever ausgestattet.

Später habe ich noch einmal gestaunt. Als die Wunde dann nämlich relativ schnell verheilt ist. Als ich täglich Fortschritte beobachten konnte (obwohl ich’s ungeschickterweise immer wieder mal aufriss). Als sie schließlich so fein und exakt zugewachsen ist, dass sogar der Fingerabdruck mit seinen feinen Linien offensichtlich wieder ganz der alte ist – mit dem identifiziere ich mich nämlich am einen oder andern Gerät (was zwischendurch auch nicht mehr funktionierte). Ich weiß – biologisch und medizinisch ist das alles problemlos erklärbar. Aber mich hat’s denn doch dazu gebracht, zu staunen und zu loben und zu danken. Weil ich auch hinter solchen scheinbaren Kleinigkeiten die Hand Gottes erkenne. In Psalm 139 heißt es weiter: „Wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele!“

Martin Hecker, Pfr.