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Bad Königer Stadtnachrichten und Badeblatt
Ausgabe 34/2026
Kirchliche Nachrichten
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Nachtragend? - Kurseelsorge

Sind Sie nachtragend? Gehören Sie zu den Menschen, die noch nach Jahren genau wissen und detailliert erzählen können, was jemand Ihnen mal angetan hat? Was Sie damals so verletzt hat? Und so sehr geärgert? Gehen Sie diesem Menschen seither am liebsten aus dem Weg, vermeiden den Kontakt mit denen? Und Ihren alten Groll pflegen und hüten Sie beinahe wie einen wertvollen Schatz?

Ich finde den Begriff spannend. Und verräterisch: „nachtragend“! Machen Sie sich doch einmal das Bild klar, das dahinter steckt: Wenn Sie andern etwas nachtragen – wer schleppt denn dann die Last? Wer geht denn gebückt, müht sich ab und macht sich das Leben schwer? Wenn Sie andern etwas nachtragen – dann bestrafen Sie damit normalerweise sich selbst. Der oder die andere lebt unbelastet sein Leben. Erinnert sich vielleicht gar nicht mehr an die alte Geschichte (und bei Licht und mit Abstand betrachtet war’s eigentlich den ganzen Streit überhaupt nicht wert). Wer andern etwas nachträgt, macht sich selbst das Leben schwer. Und, so meine Beobachtung, oft sind nachtragende Menschen tatsächlich verbitterte Menschen, denen die Freude am Leben fehlt.

„Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“ – so lehrt Jesus uns im VaterUnser zu beten. Weil er weiß, wie gut uns das tut, zu vergeben. Loszulassen. Abzugeben. Zu verzeihen. Aufzuatmen. Uns wieder aufzurichten. Unbeschwert weiterzuleben. Vergebung ist eines der genialsten Hilfsmittel für ein gelingendes Zusammenleben. Gar nicht so leicht. Aber man kann das üben und lernen. Probieren Sie’s doch mal aus!

Martin Hecker, Pfr.