Ein kleines Spiel am Computer zwischendurch. Aus einigen wenigen Buchstaben soll ich möglichst viele Wörter bilden. „LÜGE“ ist eine Möglichkeit. Wird natürlich akzeptiert. Wieder ein paar Punkte gewonnen! Beim Weitersuchen entdecke ich sehr schnell „GÜTE“. Geht auch. Wird auch akzeptiert. Aber dann leuchtet eine Extra-Meldung auf: Zusätzliche Punkte gewonnen! Begründung: „Seltenes Wort“.
Ich spiele weiter. Aber so ganz lässt mich das nicht los. LÜGE – selbstverständlich, akzeptiert, nichts Besonderes. Aber GÜTE – selten, ungewöhnlich, Extra-Punkte (immerhin). Da läuft doch etwas schief, wenn die Lüge selbstverständlicher zum Wortschatz und wohl auch zum Leben gehört als die Güte. Wenn die Lüge normal und die Güte selten wird.
Ich bin überzeugt: Unsere Welt braucht Güte. Ich brauche Güte. Sie brauchen Güte. Wir brauchen das, dass Menschen es gut mit uns meinen. Wir brauchen das, dass Menschen uns Gutes tun. Oder auch Gutes sagen. Dass sie auch mal gütig unsere Fehler ertragen, unsere Launen aushalten.
Wie gut, dass die GÜTE in der Bibel kein seltenes Wort ist. Hier ist oft von ihr die Rede. Besonders in Verbindung mit dem lebendigen Gott. Von ihm wird gesagt, dass er „barmherzig und gnädig ist, geduldig und von großer Güte“. Große Güte sogar. Gott sei Dank! Das finde ich dann auch: „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich!“ Güte ohne Verfallsdatum. Güte mit Ewigkeitswert. Die brauche ich. Deshalb lasse ich mein Spiel Spiel sein und mache mich weiter auf die Suche nach der Güte Gottes. In der Bibel. In meinem Leben. Güte, die ich mir schenken lasse. Und Güte, mit der ich andern begegne …