Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Immer wieder, wenn die gelben Säcke auf der Straße stehen, staune ich über die Masse an (Plastik)Verpackungen, die ich darin sehe oder erahne. Wegwerfplastik ohne Ende. Oder ich denke an die vielen kaputten Dinge, die eigentlich repariert werden könnten. Aber wegwerfen und neu kaufen ist attraktiver. Oft sogar billiger. Dazu die vielen Nahrungsmittel, die überzählig in Supermarktregalen stehen, oder auch Obst und Gemüse mit irgendwelchen „Schönheitsfehlern“ – angeblich taugt das alles nur noch zum Wegwerfen.
Doch – im Wegwerfen sind wir gut. Leider! Nur an EINER Stelle, wo wegwerfen eine gute Idee sein könnte, da tun wir’s nicht. Oder kaum. Ich meine unsere Sorgen. Diese ewig kreisenden Gedanken, Bedenken, Zweifel, Ängste … die immer größer werden, je mehr wir uns mit ihnen beschäftigen. Die uns abends vom Einschlafen abhalten und die sich morgens als erstes zu Wort melden. Die halten wir fest, bewegen sie hin und her, bedenken sie wieder und wieder von allen Seiten, pflegen sie, geben ihnen Raum in unseren Gedanken und in unserem Leben. Unsere Sprache ist verräterisch: Wir MACHEN uns Sorgen …
Wie wär’s denn da mit Wegwerfen? Schon ein alter Psalmist empfiehlt: „Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird für dich sorgen.“ (Ps 55) Der Apostel Petrus greift das auf und formuliert: „Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“ (1.Petrus 5,7) Sorgen wegwerfen also. Nur: nicht einfach irgendwo hin. Nicht an den Straßenrand, nicht in die grüne Wiese, nicht ins weite Meer. Hier geht’s gar nicht so sehr um Weitwurf, sondern um Zielwurf. Das Ziel ist durch ein Kreuz markiert. Zeichen dafür, dass Jesus selbst sich um unsere Sorgen kümmern will. Dass er uns die größte Sorge schon längst abgenommen hat. Dass er für uns sorgen möchte. Dass er uns versorgen wird.
Probieren Sie’s mal aus. Die geeignete Wurftechnik könnten übrigens gefaltete Hände sein. Das kann ein gesegnetes Wegwerfen sein – wenn Sie Ihre Sorgen auf ihn werfen und es sich gefallen lassen, dass er für Sie sorgt. Wer weiß – vielleicht werden wir ja sogar eine Sorgen-Wegwerfgesellschaft.