Schneeflocken. Sie faszinieren mich immer wieder. Nicht nur, weil sie meistens so leicht und spielerisch daherkommen. Nicht nur, weil sie Kindheitserinnerungen wecken, wie ich versuchte, einzelne mit der Zunge aufzufangen. Nicht nur, weil sich eine große Stille breitmacht, wenn genügend von ihnen fallen und liegenbleiben.
Mich faszinieren sie, weil sie mir eine kleine Predigt halten. Zum einen steckt in den allermeisten Schneeflocken ein Staubkorn, um das herum sich das Schneekristall ausbildet. Ein Stück Schmutz und Dreck, hart gesagt. Wie wunderbar hat Gott das eingerichtet, dass aus einem Stück Dreck so etwas Wunderschönes wie eine Schneeflocke werden kann! Das ist auch ein Bild für den Schmutz und Dreck in meinem Leben, den Gott wegnehmen kann. Überkleiden mit seiner Gnade und Schönheit. Gott vergibt Schuld, nimmt Unreines weg, schenkt Gnade und neues Leben. Beim Propheten Jesaja (1,18) lese ich: „Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden!“ Die Schneeflocke erinnert mich daran.
Zum andern fasziniert mich, dass keine zwei Schneeflocken gleich sind. Unter dem Mikroskop betrachtet sehen sie alle unterschiedlich aus. Obwohl sie alle nach den gleichen Gesetzen geformt sind. Ich habe gelesen, dass Wissenschaftler seit Jahren nach der doppelten Schneeflocke suchen und die Eiskristalle untersuchen. Und bis heute seien keine zwei genau gleichen Schneeflocken gefunden werden. Stück für Stück ein Unikat. Wenn sich der Schöpfer schon mit Schneeflocken eine solche Mühe gibt und so einen verschwenderischen Reichtum zeigt, wie sehr gilt das wohl für uns Menschen. Jede, jeder einzelne ein Unikat, eine Einzelanfertigung aus Gottes Schöpferwerkstatt. Jeder, jede etwas ganz Besonderes und vom Vater im Himmel über alles geliebt. Ein Psalmbeter (Ps 40,6) staunt: „Herr, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest!“ Die Schneeflocke erinnert mich daran.
Soweit die Predigt der Schneeflocken. Schneeflocken – Wunder in Weiß!