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Unterzent aktuell Wochenzeitung für Höchst und Lützelbach
Ausgabe 25/2026
Ankündigungen und Berichte
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Berichte

Kultur im Hofhaus Rimhorner Hofhauskeller

Dr. Erwin Kreim, Mainz/Otzberg, referierte mit einer Präsentation zum Thema „Geld ist Vertrauen“ bei der Juni-Vortrags-Veranstaltung des Heimat- und Geschichtsvereins Lützelbach. Um die 50 Zuhörer waren am Feiertag in den Rimhorner Hofhauskeller gekommen. Nach der Begrüßung hatte Heidi Banse, Michelstadt, aus dem Centralanzeiger für den Odenwald 1926 genau zu diesem Tag vor 100 Jahren berichtet, als aus allen Teilen des Odenwaldes Menschenmassen mit den Bussen der Okva, der Odenwälder-Kraftwagen-Verkehrs A. G., mit dem Postkraftwagen und mit Gespannfuhrwerken zu dem großen Fronleichnamsfest auf die Höhe zum Hainhaus bei Vielbrunn gebracht wurden. „Die feierliche Stille des Waldes macht diesen Ort besonders geeignet …“. Wegen ungünstigen Wetters wurde die Prozession ausgesetzt und sollte acht Tage später stattfinden.

Der Referent begann seinen Vortrag mit der Frage: Ist das nicht ein komischer Titel? „Geld ist Vertrauen“. Es ist ein heikles Thema, doch das Ziel soll sein, Ängste abzubauen und Vertrauen zu stärken, aus der Vergangenheit zu lernen und sachlichen Informationen anstatt gewagten Parolen zu vertrauen. Auf einer Demo in München wurde ein Plakat gezeigt: „Bargeld ist gedruckte Freiheit!“. Doch was passiert, wenn das Bargeld, wie 2025 in Gelsenkirchen, aus einem als sicher geglaubten Banktresor verschwindet?

In den 1920er Jahren verloren viele Sparer durch die Hyperinflation ihre Guthaben. Kreim zeigte eine Postquittung mit der Zahl 12 und zwölf Nullen – 12 Billionen Reichsmark, abgestempelt in Darmstadt. Von diesem Geld hatte seine Mutter Daunenbetten gekauft. Im Januar 1923 kostete ein Ei 270 Mark – im August dann 50.000 Mark. Es entstand eine Tauschwirtschaft, wie auch vor der Währungsreform 1948 eine Zigaretten-, Kaffee- und Weinwährung verbreitet war.

Im Ausland wird diese Inflationsangst als deutsche Urangst gesehen. Gewinner sind Schuldner, Spekulanten und Aktionäre – Verlierer sind Vermieter, Sparer, Bildungsbürger und Rentner.

Wieder ist es dem bekannten Ahnen-, Heimatforscher und anerkannten Wirtschaftswissenschaftler gelungen, seine Zuhörer auf eine spannende Reise aus der Geschichte in die Gegenwart mitzunehmen.