Manfred Giebenhain und Thomas Hess im Rimhorner Hofhauskeller
Der Michelstädter Journalist, Verleger und Buchautor Manfred Giebenhain hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Schönheiten des Odenwalds auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nahezubringen. Im Rimhorner Hofhauskeller folgten mehr als 60 Interessierte seinen Ausführungen. Über seine Rimhorner Wurzel, den Zivildienst und die Behindertenarbeit beschrieb er, wie er zu der Idee zu seinen unter anderem vier Bänden mit den schönsten Spazierwegen gekommen war. Die Bücher sind räumlich so unterteilt: Band 1 führt in den nördlichen Odenwald, Band 2 in den westlichen Odenwald, Band 3 in den östlichen Odenwald und Band 4 in den südlichen Odenwald. Die jeweils 24 Spazierwege sind unterteilt in die Rubriken „Wald und Flur“, „Parks und Gärten“, „Bewegung und Spiel“, „Sehenswürdigkeiten und Orte“ sowie „Flüsse und Seen“. Zu Beginn stellt der Autor die Wegebeschaffenheit, Länge und den Schwierigkeitsgrad vor. Außerdem enthalten sind detaillierte Wegbeschreibungen, eindrucksvolle Fotoaufnahmen, Kartenmaterial, Ruhe- und Rastmöglichkeiten sowie Einkehr- und weitere Tipps.
Interessant waren Giebenhains Ausführungen zur Russeneiche zwischen Rehbach und Langen-Brombach. Nach der Völkerschlacht von Leipzig verfolgten die russischen Truppen die fast auf die Hälfte zusammengeschrumpften Truppen Napoleons quer durch das Land. Drei Wochen später kamen Quartiermacher nach Langen-Brombach, um Unterkünfte für die nachfolgenden Truppen vorzubereiten. 79 Mann des Grenadier-Regiments Moskovsky mussten untergebracht werden. Haben die Truppen unter dieser Eiche gelagert, die schon seit mehr als 450 Jahren auf der Rehbacher Höhe steht? Ein Platz mit einem herrlichen Rundblick. 1.500 Meter Weglänge sind es, leicht ansteigend, von der Parkmöglichkeit zu dem Panoramaweitblick, wie in der Tour 7 des ersten Bandes erläutert wird. Genauso interessant schilderte Giebenhain Tour 3, auf Limes-Spuren in Lützelbach. Ein etwas anspruchsvollerer Spazierweg führt als Rundweg über 4.700 m zu den römischen Spuren im Wald, zwei Numeruskastelle stehen für die Besiedlung entlang des einstigen Grenzwalls. Tour 16 führt in die Mannsfahrt-Aue mit vielen Bewegungsangeboten für Jung und Alt. Die Hinweise auf diese spannenden Ausflüge begeisterten die Zuhörer in den angenehm kühlen Kellerräumen des Rimhorner Hofhauses.