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Unterzent aktuell Wochenzeitung für Höchst und Lützelbach
Ausgabe 9/2026
Rathausnachrichten
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Aktuelles

Am Rednerpult v.l.: Harald Staier, Bürgermeister Jens Fröhlich, Gewerkschaftssekretär Horst Raupp.

AG Stolpersteine, AWO Höchst, SPD-Ortsverein, Bündnis Odenwald gegen Rechts, DGB Odenwaldkreis und die Gemeinde Höchst i. Odw. luden am 10. Februar zur Eröffnung ein, der viele Besucherinnen und Besucher folgten. Harald Staier dankte in seiner Begrüßung besonders Wolfgang Stapp, der die Ausstellung vor Jahren konzipiert hatte. Den Begriff „Höchster Blutnacht“ prägten Regionalhistoriker für die Ereignisse vom 2. März 1933: Nur 31 Tage nach Hitlers Machtantritt leisteten demokratische Kräfte in Höchst Widerstand – dabei erschossen SS-Männer den 34-jährigen SPD-Vorsitzenden Wilhelm Fröhlich.

Staier mahnte, dass scheinbare Neutralität gegenüber Verfassungsfeinden sie in Wahrheit unterstütze. Er forderte alle auf, durch Toleranz und Respekt im Alltag – am Arbeitsplatz, im Bus, im Verein, in der Schule oder der Kneipe – zur Verteidigung der Demokratie beizutragen. Zivilcourage sei Bürgerpflicht. Er zitierte Bertolt Brecht: „Ihr aber lernet, wie man sieht statt stiert und handelt, statt zu reden noch und noch... Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“

Bürgermeister Jens Fröhlich freute sich über die große Resonanz und begrüßte Wilhelm Fröhlichs Enkel und dessen Cousine Lydia.

Gewerkschaftssekretär Horst Raupp (DGB Südhessen), entfernter Verwandter des Ermordeten, hielt die Gedenkrede. Er erinnerte an die Millionen Opfer der NS-Barbarei, rief zur Wachsamkeit auf und verurteilte den Aufstieg rechtsextremer Parteien. Sein Appell: Demokratinnen und Demokraten müssen klare Kante zeigen, den Hassparolen alter und neuer Nazis widersprechen und für die Werte unseres Grundgesetzes, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität eintreten.

Abschließend dankte Staier der Ernst-Göbel-Schule (Lehrer Alexander Link, Schüler Adrian Geist) für die musikalische Begleitung, Hausmeister Jürgen Kroll für Aufbau und Catering sowie der Gemeinde für die Unterstützung und die Räumlichkeiten. Die Ausstellung ist bis zum 10. März 2026 während der Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung zu besichtigen.