Samstag & Sonntag, 30.05.-31.05.: Feuerwehrfest 75+2 Jahre
Feuerwehrhaus Oberwildflecken
Es sind oft nicht die ganz großen Zahlen, die eine Feuerwehr auszeichnen – sondern das, was dahintersteht: Einsatzbereitschaft, Verlässlichkeit und vor allem Zusammenhalt. Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oberwildflecken wurde genau das einmal mehr deutlich. Die Wehr mag personell recht überschaubar sein, doch ihr Engagement für das Dorf und ihre innere Geschlossenheit sind bemerkenswert – und prägen das Vereinsleben in besonderer Weise.
Bereits zur Begrüßung durch den Vorsitzenden des Feuerwehrvereins, David Pasieka, wurde deutlich, wie eng die Feuerwehr mit der Gemeinde und den umliegenden Wehren verbunden ist. Neben Bürgermeister Gerd Kleinhenz waren auch Vertreter der Nachbarwehren, der Werkfeuerwehr sowie der Bundeswehrfeuerwehr anwesend – ein Zeichen der Wertschätzung und der guten Zusammenarbeit über Ortsgrenzen hinweg. Der Bericht des Schriftführers lag zur Einsicht aus und ergänzte die umfangreichen Ausführungen des Abends.
In seinem Jahresbericht blickte Pasieka auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück. Im Mittelpunkt stand dabei das Feuerwehrfest „75 plus 1 Jahre“, das sich als voller Erfolg erwies. Und der Vorsitzende machte deutlich, worauf dieser Erfolg tatsächlich beruhte: „Ohne die vielen Helferinnen und Helfer wäre das nicht möglich gewesen.“ Gerade in einer kleinen Wehr sei es entscheidend, dass sich jeder einbringt – und genau das habe in Oberwildflecken hervorragend funktioniert. Der Zusammenhalt innerhalb der Feuerwehr und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, hätten das Fest getragen und geprägt.
Auch darüber hinaus zeigte sich die Wehr als fester Bestandteil des Dorflebens. So beteiligte man sich unter anderem am Waldfest und organisierte Kinderaktionen – ein Engagement, das weit über den reinen Feuerwehrdienst hinausgeht. „Wir sind ein aktiver Teil der Dorfgemeinschaft – unser Verein lebt“, betonte Pasieka und brachte damit das Selbstverständnis der Wehr auf den Punkt.
Ein solides Fundament bestätigte anschließend Kassenwartin Tanja Degelmann in ihrem letzten Bericht, bevor sie ihr Amt abgab. Die Finanzen seien in einem guten Zustand, dennoch richtete sie einen eindringlichen Appell zur Sparsamkeit an die Versammlung. Kassenprüfer Heiko Peter bescheinigte ihr eine äußerst gewissenhafte und detaillierte Arbeit, woraufhin die Vorstandschaft einstimmig entlastet wurde.
Bei den anschließenden Neuwahlen wurde Marius Stranzik zum neuen Kassier gewählt – in Abwesenheit, jedoch mit zuvor erteilter schriftlicher Zustimmung. Für das Amt des Kassenprüfers stellten sich Stefan Wich und Tanja Degelmann zur Wahl. In einer knappen Abstimmung setzte sich Wich mit 14 zu 11 Stimmen durch. Zudem wurde Stefan Riesner in den Vergnügungsausschuss gewählt.
Kommandant Marc Runschke gab in seinem Bericht einen Einblick in den aktiven Feuerwehrdienst. Mit derzeit 30 aktiven Mitgliedern – darunter vier Frauen – ist die Wehr personell überschaubar, doch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Trotz lediglich sechs Einsätzen im Jahr 2025 investierten die Feuerwehrleute rund 150 Stunden in den Ernstfallbetrieb sowie beeindruckende 1050 Stunden in Übungen und Fortbildungen. „Gerade weil wir nicht viele Einsätze haben, ist Ausbildung umso wichtiger“, machte Runschke deutlich. Die hohe Übungsbereitschaft sei ein Beleg für die Ernsthaftigkeit und Professionalität der Mannschaft.
Mit Pierre Martin und Stefan Riesner konnten zwei neue Mitglieder in die Wehr aufgenommen werden – ein wichtiger Schritt mit Blick auf die Zukunft. Zudem wurden mehrere Feuerwehrkameradinnen und -kameraden zum Feuerwehrmann beziehungsweise Hauptfeuerwehrmann befördert. Auch Ehrungen durften nicht fehlen: Sabrina Koczot und Tanja Degelmann wurden für ihre Verdienste ausgezeichnet, darüber hinaus wurden verschiedene Abzeichen verliehen.
Der Blick nach vorne, den Vorsitzender Pasieka anschließend richtete, knüpfte nahtlos an die positive Entwicklung an. Die Planungen für das nächste Feuerwehrfest laufen bereits, und auch künftig soll dieses wieder ein Höhepunkt im Dorfleben werden. Ein besonderer Schwerpunkt werde zudem auf die Nachwuchsarbeit gelegt – ein Thema, das gerade für kleinere Wehren von entscheidender Bedeutung ist.
In den Grußworten der Ehrengäste spiegelte sich die hohe Anerkennung für die Arbeit der Oberwildfleckener Feuerwehr wider. Bürgermeister Gerd Kleinhenz hob hervor, dass es keineswegs selbstverständlich sei, rund um die Uhr ehrenamtlich bereitzustehen. Er lobte die kontinuierliche Übungsbereitschaft und brachte es treffend auf den Punkt: „Die Feuerwehr Oberwildflecken ist klein, aber fein.“
Auch Kreisbrandmeister Bastian Markert unterstrich diese Einschätzung. Die Wehr sei ein Beispiel dafür, wie viel Engagement und Aktivität auch in einer kleinen Mannschaft stecken könne. Besonders die Vielzahl an Beförderungen und Auszeichnungen zeige die gute Entwicklung. Gleichzeitig informierte er über den Umbau des Atemschutzzentrums in Oberthulba und über bevorstehende Termine des Jahres 2026.
Kreisfrauenbeauftragte Natascha Below richtete den Blick auf die Rolle der Frauen in der Feuerwehr. Längst sei der Dienst keine reine Männerdomäne mehr – im Gegenteil: Frauen stärkten die Gemeinschaft und seien ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Feuerwehren.
So endete die Jahreshauptversammlung mit einem klaren Resümee: Die Freiwillige Feuerwehr Oberwildflecken ist zwar klein, doch gerade darin liegt auch ihre Stärke. Der enge Zusammenhalt, das hohe Engagement jedes Einzelnen und die tiefe Verwurzelung im Dorf machen sie zu einer tragenden Säule der Gemeinschaft.