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Wildfleckener Nachrichten
Ausgabe 6/2026
Aus dem Rathaus
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Aus dem Rathaus

große Teilnehmerzahl bei der diesjährigen Grenzbegehung

1. Bürgermeister Gerd Kleinhenz hat zum Ende seiner Amtsperiode nochmal zu einem Grenzgang eingeladen. In gewohnter Weise wurde dieser vom Feldgeschworenen Obmann Walter Vorndran mit seinen Feldgeschworenen-Kollegen vorbereitet und durchgeführt.

Dieses mal gab es eine besondere Tour, die sechs Dreimärker beinhaltet.

Dreimärker sind Grenzsteine, an denen sich drei Gemeindegemarkungen anstoßen.

1. Wildflecken, Oberbach und Langenleiten (Flurbereich Eiserne Hand)

2. Wildflecken, Sandberg und Haselbach (Flurbereich Guckas)

3. Wildflecken, Haselbach und Oberwildflecken (Flurbereich Rotgraben)

4. Wildflecken, Haselbach und Frankenheim (Flurbereich Kappelbacher Grund)

5. Wildflecken, Haselbach und Frankenheim (Flurbereich Kappelbacher Grund)

6. Wildflecken, Frankenheim und Oberweißenbrunn (Flurbereich Bastenrain)

Treffpunkt war am Guckasparkplatz.

Bürgermeister Kleinhenz begrüßte alle Anwesenden und zeigte sich erfreut über die große Teilnehmerzahl. Obmann Vorndran begrüßte ebenfalls alle Teilnehmer und stellte fest, dass sich 52 Personen in die Teilnehmerliste eingetragen haben. Überrascht war er und brachte dies auch zum Ausdruck, dass sehr viele neue und auch viele jüngere Teilnehmer gekommen sind. Einen besonderen Gruß richtete er an den designierten 1. Bürgermeister Daniel Kleinheinz und Gemahlin mit ihren beiden Kindern. Es stellte sich auch heraus, dass ihre Tochter Lucie mit ihren 8 Jahren die jüngste Teilnehmerin war.

Ebenfalls wurde von ihm der 1. Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Herr Roland Fröhlich mit Gattin begrüßt. Vorndran bedankte sich bei ihm und der gesamten Jagdgenossenschaft, dass sie in gewohnter Weise wieder die Kosten für die Getränke übernehmen.

Dank galt auch dem Jagdpächter Gerhard Fiedler für seine Spende, der 1. Vorsitzenden des Rhönklub-Zweigvereins Wildflecken Frau Steffi Eiter mit ihrer Vorstandschaft, die sich um die Verpflegung bemühte und zum Schluss bei dem 1. Vorsitzenden des Feuerwehrvereins Jan Weikard mit seinen Mannen die sich um Bestuhlung, Getränke und den Shuttle zum Guckas bemühten. Besonders erfreut war Vorndran über die Teilnahmen von drei Oberweißenbrunner Feldgeschworenen-Kollegen mit ihrem Obmann Markus Benkert. Zum Schluss der Begrüßungsworte sprach Vorndran einen besonderes Lob aus. Es galt Herrn Walter Erb, der bis dato an allen Grenzbegehungen teilgenommen hat.

 

 

Wie immer hatte Walter Vorndran für die Teilnehmer viele Informationen vorbereitet. Auf dem Weg zum ersten Gemarkungsgrenzstein wurde an einem Relikt aus den 30er Jahren der erste Stopp eingelegt. Hier erörterte Vorndran an den noch ersichtlichen Fundamenten, dass der Reichsarbeitsdienst hier eine Baracke errichtet hatte und diese auch mit einem Wasseranschluss versehen war. Dazu hatte man in der Flur ”Kellerstein” extra einen Brunnen (Aschenbrunnen) angelegt.

In den Jahren 1953/54 wurde in der Nähe die Jungviehweide mit Wirtschaftsgebäude, genannt Schlögelalm errichtet. Wasser für das liebe Vieh und auch für den Wirtschaftsbetrieb wurde benötigt. Dazu diente der angelegte Aschenbrunnen in dem man die Wasserleitung von dem Standort der Baracke bis zu Viehweide verlängerte.

Am ersten Dreimärker angekommen, wurde von Vorndran das Ritual und der Sinn des Stauchens erläutert. Die zu stauchende Person wird von zwei Personen hoch gehoben und dreimal mit dem Hintern (Gesäß) auf den Stein herabgelassen. Das "Schmerzgespür" sollte nun bis ins Hirn durchdringen und sich dort als Vermächtnis der Örtlichkeit fest verankern. Dieser Akt durfte der Feldgeschworenenneuling Wolfgang Schmid erfahren.

Am dritten Dreimärker, der an die Gemarkung Sandberg stößt, hatte Vorndran für den ausscheidenden Bürgermeister Kleinhenz eine Überraschung vorbereitet.Hier sollte er zusammen mit dem designierten Bürgermeister Kleinheinz die Amtskollegin Sonja Reubelt Bürgermeisterin der Gemeinde Sandberg stauchen. Da sie bereits terminlich anderweitig gebunden war, musste ihr Stellvertreter Herr Siegfried Söder das Prozedere über sich ergehen lassen. Er selbst war angetan überrascht, den das Stauchen war für ihn etwas Neues.

Am Guckasparkplatz gab es für die Teilnehmer eine weiter Überraschung.

Hier fehlt seit Jahren ein Grenzstein der die Ecke des Grenzverlaufes anzeigen soll. Dies störte den Obmann Vorndran schon eine längere Zeit. Er hatte einige Tage vor der öffentlichen Grenzbegehung, ohne das Wissen seiner Kollegen, nach den GPS Koordinaten einen imaginären Grenzstein prophylaktisch eingesetzt. Dieser war abgedeckt und wurde feierlich vom Bürgermeister und Obmann sichtbar freigelegt.

Die Tour ging weiter über die Panzerstraße Richtung Kappelbacher Grund. Unterhalb der Panzerstraße durfte sich der zweite Feldgeschworenen-Neuling Horst Kleinheinz den Dreimärker, Wildflecken, Haselbach, Oberwildflecken im Hirn einprägen.

Entlang dem Bachlauf,namens Rotgraben, ging die Tour an dem Dreimärker Wildflecken, Haselbach, Frankenheim vorbei zu einem weiteren Relikt aus den 30er Jahren. Mit der Erweiterung des Bahnhofs und den Gleisanlagen, Verladerampe und nach Oberwildflecken wurde für die Lokomotiven mehr Wasser benötigt. Aus diesem Grund hat man hier im Kappelbacher Grund den Sandbrunnen angelegt und eine Rohrleitung bis zum Bahnhof verlegt.

Der weitere Grenzverlauf führte dann durch den Bahntunnel in dem auch der Rotgraben verläuft. Am sechsten Dreimärker, Wildflecken, Frankenheim, Oberweißenbrunn angekommen, war es natürlich Pflicht, dass man einen Oberweißenbrunner Feldgeschworenen auf den Dreimärker stauchte. Patrick Vorndran durfte es mit einem schmerzhaften Lächeln über sich ergehen lassen.

Als letztes Relikt, ein noch vorhandenes Betonbauwerk, das in den Jahren 1918/19 errichtet wurde, konnte von Vorndran erklärt werden. Im Jahr 1919 bekam Wildflecken den ersten Strom. Der Betreiber, im heutigen E-Werk am Auershof, war Ingenieur Fritz Becker. Er wollte zusätzlich am oberen Ortsrand von Wildflecken eine Wasserbetriebene Turbine zur Stromerzeugung in das Bauwerk einbringen. Den Wasserzulauf über eine offene Rinne, heute noch in Teilen erkennbar, sollte an den Bückenquellen am oberen Sinnlauf beginnen.

Da der Wettergott hervorragend mitgespielt hat, konnten sich die Teilnehmer an der vorbereiteten Tafel vor dem Feuerwehrhaus gemütlich niederlassen und ihre gespendete Brotzeit einnehmen.

Vorndran lies anhand der

Flurkarte die Grenzbegehung noch einmal Revue passieren und bedankte sich nochmals bei allen Teilnehmern.

Artikel: Walter Vorndran