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Wildfleckener Nachrichten
Ausgabe 8/2026
Aus dem Rathaus
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Aus dem Rathaus

Die Digitalisierung schreitet in der Rathaus-Verwaltung weiter voran.

Verwaltung und Marktgemeinderäte nutzen das digitale Ratsinfosystem für die Sitzungsvor- und Nachbereitung.

Allen Interessierten steht das Bürgerinfoportal zur Verfügung. Im Bürgerinfoportal finden Sie umfassende Informationen zu allen öffentlichen Sitzungen des Marktgemeinderates. Dort können Sie den Sitzungskalender einsehen, die Tagesordnungen der Sitzungen nachlesen und die Protokolle der öffentlichen Sitzungen abrufen.

Das Bürgerinfoportal finden Sie hier:

https://buergerinfo-wildflecken.digitalfabrix.de/info.asp, über die Homepage der Marktgemeinde:

www.wildflecken.de/buergerinfoportal-mgr-sitzungen oder direkt über den QR-Code.

Auszüge aus den Sitzungsprotokollen werden zusätzlich bis auf Weiteres hier in den Wildfleckener Nachrichten veröffentlicht.

 

Öffentliche Sitzung vom 16.06.2026

Bgm. Kleinheinz begrüßt die Referenten von ARZ Ingenieure, Geschäftsleiter Tobias Schneider und Projektleiter Daniel Dappert sowie Herrn Sebastian Hösch von BayerGrund.

Vor Eintritt in die Tagesordnung hält der Vorsitzende einen kurzen Rückblick auf das abgehaltene Rhönfestival, das er als ein sehr schönes und gelungenes Wochenende bezeichnet. Er freue sich, dass trotz der Größenordnung alle Festtage friedlich und reibungslos verliefen. Er bedankt sich bei allen Helfern, insbesondere beim Organisationsteam. Sein Lob und Dank gilt speziell den Organisatoren Jan und Tim Weikard und Tobias Fröhlich, die monatelang geplant haben und jeden Tag bis in die Nacht auf dem Gelände waren. Sein Dank gilt auch den Feuerwehren, die unter der Einsatzleitung von Patrick Strömel hervorragende Arbeit geleistet haben. Er sei von der Solidarität, die während der Festtage untereinander an den Tag gelegt wurde, sehr beeindruckt gewesen. Ein großes Lob zolle er auch der Bevölkerung, die trotz des Verkehrs und des Lärms verständnisvoll war. Bei der Polizei sind keinerlei Beschwerden eingegangen.

Der Markt Wildflecken habe einmal mehr gezeigt, wie leistungsfähig er ist und darauf dürfe man stolz sein.

Sanierung der Kläranlage Oberbach; ARZ Ingenieure; Vortrag zur Gesamtmaßnahme, Planungsstand, Bauzeitenplan, Kostenschätzung und Beschlussfassung zur Beantragung von Zuwendungen gem. der Richtlinien für wasserwirtschaftliche Vorhaben (RZWas) beim WWA KG

Bgm. Kleinheinz erläutert anhand einer Präsentation nochmals das Großprojekt Kläranlage sowie die Finanzierung und Beratung mit BayernGrund und informiert über etwaige Rückbaukosten der Anlage in Wildflecken bezüglich der Teich- und Bauanlagen.

Er berichtet, dass es sich beim Neubau der Kläranlage in Oberbach um eines der größten Infrastrukturprojekte des Marktes Wildflecken in den kommenden Jahren handele und man dieses als Investition für die nächsten Generationen sehe.

Er erinnert an bislang erfolgten Bürgerinformationen im Zuge der Bürgerversammlungen 2024 und 2025 sowie aktuell im Mitteilungsblatt Juni 2026.

Die heutige Sitzung soll den Stand der Dinge zusammenfassen.

Zum Sachstand:

Inzwischen wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt:

- das Messprogramm wurde abgeschlossen,

- die Schmutzfrachtberechnungen liegen vor,

- die Entwurfsplanung wurde beim Wasserwirtschaftsamt eingereicht.

Aktuell befinden wir uns in der Abstimmung mit den Fachbehörden.

Heute werden wir erfahren, welche Erkenntnisse daraus gewonnen wurden, welche Bauwerke notwendig sind und wie sich das Projekt weiterentwickelt hat.

Insbesondere

• den aktuellen technischen Stand vorzustellen,

• die Ergebnisse der Untersuchungen zu erläutern,

• die geplanten Bauwerke zu erklären,

• die aktuelle Kostenschätzung darzustellen,

• die Beantragung der staatlichen Fördermittel zu beschließen

• sowie das gewählte Bauherrenmodell durch BayernGrund kurz vorzustellen.

Bgm. Kleinheinz übergibt an die ARZ Ingenieure Dipl.-Ing. Tobias Schneider und Daniel Dappert, die mithilfe einer PPP ihre Erläuterungen zum Projekt Kläranlage verbildlichen.

In ihrer Präsentation zeigen sie u.a. die baulichen Situationen der in die Jahre gekommenen Kläranlagen Oberbach und Wildflecken. In der aktuellen Planung wird über den Neubau der Kläranlage in Oberbach, eines Regenüberlaufbeckens / Pumpwerks in Wildflecken sowie den Neubau eines Abwasserkanals informiert. Zudem geben die Referenten Informationen zur Kostenberechnung und zum Bauzeitenplan.

Sie erläutern außerdem die Zuwendungen nach RZWas 2025, wonach der Nachweis der wirtschaftlichsten Variante anhand einer Kostenvergleichsrechnung nach LAWA-Leitlinien nachgewiesen wurden. Demnach gehören die baulichen Sanierungen der Kläranlage und des Regenrückhaltebeckens, der erstmalige Bau von Verbundkanälen sowie der Bau einer Phosphatfällung zu zuwendungsfähigen Vorhaben.

Auf die Frage von 2. Bgm. Nowak, warum nun 2 runde Becken geplant werden, erläuterte Herr Schneider, dass die bereits vorgestellte Sondervariante ein patentiertes Verfahren ist und ein solches Verfahren aufgrund vergaberechtlicher Vorschriften nicht öffentlich ausgeschrieben werden kann, da es andere Mitbewerber ausschließen würden. Es ist jedoch geplant Sondervarianten im Ausschreibungsverfahren zuzulassen.

Abschließend schlagen die ARZ Ingenieure vor, die entsprechenden Zuwendungen gem. RZWas 2025 zu beauftragen.

Im Anschluss an die Ausführungen erläutert Herr Hösch von BayernGrund kurz das gewählte Bauherrenmodell und die künftige Zusammenarbeit.

Mit dem gewählten Bauherrenmodell bleibt der Markt Wildflecken jederzeit Eigentümer, Bauherr und Entscheidungsträger.

Die BayernGrund unterstützt die Gemeinde als Projektsteuerer und Dienstleister bei der organisatorischen, technischen und finanziellen Abwicklung der Gesamtmaßnahme.

Dieses Modell ermöglicht es, die umfangreichen Anforderungen eines solchen Großprojektes professionell zu begleiten und gleichzeitig die Verwaltung vor Ort zu entlasten.

Bgm. Kleinheinz bedankt sich bei den Referenten und verabschiedet diese.

Der MGR nimmt die Kostenberechnung und den vorgestellten Entwurf zur Ertüchtigung der Abwasseranlage des Marktes Wildflecken zur Kenntnis und beschließt, die Baumaßnahme unter Berücksichtigung der Prüfbemerkungen des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen so umzusetzen.

Außerdem beschließt der MGR, für diese Maßnahmen Zuwendungen gemäß RZWas 2025 zu beantragen.

Straßensanierung Oberwildflecken; Auftragsvergabe Haufwerksentsorgung Erde und Steine im Gartenweg

Im Rahmen der Straßensanierung im Gartenweg in Oberwildflecken, sind ca. 1.100 t an Boden- und Steinmaterial angefallen, die aufgrund ihrer Qualität (Z2) nicht wieder eingebaut werden können und somit entsorgt werden müssen. Die Entsorgungskosten durch die Firma Beuerlein belaufen sich auf 51.913,75 Euro belaufen, waren als Entsorgungskosten für Bodenaushub bereits als Position in der Kalkulation des Büro Köhl mit bepreist.

Zwischenzeitlich liegen neue Erkenntnisse vor, wonach sich der Preis je Tonne um weitere 30 Euro auf 82.000 Euro erhöht, da das Material in die Deponiestufe DK 2 fällt.

Der MGR beauftragt die Verwaltung, eine erneute Beprobung des Materials zu beauftragen um ggf. eine Deponiestufe einsparen zu können.

Straßensanierung Oberwildflecken; Schlesierstraße; Auftragsvergabe Straßenbeleuchtung im Rahmen der Ortsnetzverkabelung

Wie bereits in der MGR-Sitzung vom 22.07.2025 beschlossen, soll noch in diesem Jahr mit der Sanierung der Schlesierstraße begonnen werden. Wie auch im Gartenweg, soll im Zuge dieser Maßnahme die Dachverkabelung in den Straßenkörper, bzw. in die Gehwege entlang der Schlesierstraße durch das Bayernwerk mit verlegt werden. Außerdem sollen auch hier die Straßenlaternen ertüchtigt, bzw. erneuert werden.

Zwischen der unteren Einmündung in die Kreuzbergstraße und der Schulstraße stehen bislang Peitschenmaste aus Beton, die nach und nach ausgetauscht werden. Um einen nachträglichen Tiefbau zu vermeiden, empfiehlt die Verwaltung, das Angebot der Bayernwerk Netz GmbH zu beauftragen. Das Angebot beläuft sich in Summe auf 30.866,74 Euro brutto.

MGR Rest fragt, warum 6 Lampen durch nun 10 Lampen ersetzt werden. BAL Helfrich informiert, dass dies durch Bayernwerk dahingehend erläutert wurde, dass LED-Leuchten näher zusammengestellt werden, da diese einen anderen Leuchtkegel aufweisen.

BAL Helfrich räumt ein, dass man nochmals mit Bayernwerk dahingehend Kontakt aufnehmen könnte, ob evtl. auf eine Leuchte verzichtet werden könnte.

Der Marktgemeinderat stimmt dem Vorschlag der Verwaltung zu, das Angebot über die Ertüchtigung der Straßenbeleuchtung in der Schlesierstraße wie vorgetragen zu beauftragen, im Vorfeld jedoch eine erneute Feinabstimmung durch BAL Helfrich herbeizuführen.

Straßenbeleuchtung Wildflecken, Auftragsvergabe zusätzliche Erweiterung Straßenbeleuchtungsnetz Am Auershof durch die Bayernwerk Netz GmbH

Bereits in der MGR-Sitzung vom 02.06.2026 wurde beschlossen, im Rahmen der Ortsnetzverkabelung durch die Bayernwerk Netz GmbH zusätzliche Niederspannungsleitungen mitverlegen zu lassen, damit ggf. zu einem späteren Zeitpunkt Straßenlaternen im Bereich der Straße am Auersberg 6-9 ohne erneuten Tiefbau ergänzt werden können.

Derzeit liegt ein weiteres Angebot der Bayernwerk Netz GmbH vor, um auch den Bereich der Hausnummern 7-8 entsprechen vorzubereiten. Da diese Maßnahme deutlich Mehraufwand im Bereich des Straßenkörpers bedeutet, mehren sich die Kosten von ursprünglich 4.641,96 Euro auf 19.302,68 Euro.

BAL Helfrich erläutert hierzu, dass diese Maßnahme nicht mehr in diesem Jahr durchgeführt werde. Dieses Vorhaben müsse durch das WWA geprüft werden, weil die Trasse durch das Wasserschutzgebiet führt. Es handele sich um eine größere Maßnahme, die auch Bayernwerk viel Geld kostet. Es ist geplant, mit den Bewohnern zu sprechen, wieviel Lampen sinnvoll sind.

2. Bgm. Nowak fragt, wie die Beleuchtung am Auershof derzeit sei.

Es wird mitgeteilt, dass sich in der Vergangenheit auch Anwohner beschwert haben, dass es zu dunkel sei.

2. Bgm. Nowak stellt fest, dass der MGR bei Kosten in Höhe von 4.000 zugestimmt habe, 20.000 Euro findet er allerdings für zu teuer. Außerdem beinhalten diese Kosten noch keine Masten. Er ist der Meinung, dass heute noch nicht darüber entschieden werden müsse, wenn die Maßnahme erst im nächsten Jahr durchgeführt werden soll.

Bgm. Kleinheinz ist ebenfalls der Meinung, heute darüber nicht zu entscheiden, sondern zunächst mit den Einwohnern zu sprechen, was überhaupt gewünscht bzw. benötigt werde und sich dann ein endgültiges Angebot geben zu lassen. Man könne auch den Beschluss vom letzten Mal revidieren und sich überlegen, ob nicht nur ein Kabel, sondern auch gleich Lampen gestellt werden.

Nicht öffentliche Sitzung vom 16.06.2026

Trinkwasserversorgung Oberbach; Auftragsvergabe zur Sanierung des Druckminderschachtes

Wir bereits in der MGR-Sitzung vom 02.06.2026 erläutert, bedarf der Druckminderschacht in Oberbach einer dringenden Sanierung. Aufgrund des Alters dieser Anlage, ist der Großteil aller beweglichen Teile stark korrodiert.

Der Verwaltung liegt ein Angebot der Firma Lippolt zur Sanierung des Druckminderschachtes i. H. v. 15.663,00 Euro vor,

Feldgeschworene; Vergütung für die Teilnahme an Feldgeschworenentagungen

Bgm. Kleinheinz teilt mit, dass in der letzten Lenkungsgruppensitzung der Brückenauer Rhönallianz vorgeschlagen wurde, die Vergütung der Feldgeschworenen für die Teilnahme an den, im Zweijahresturnus stattfindenden Feldgeschworenentage, von 20 Euro auf 30 Euro zu erhöhen. In diesem Betrag sind die Fahrtkosten pauschal enthalten.

Der MGR stimmt dem Vorschlag der Brückenauer Rhönallianz zu, die Vergütung der Feldgeschworenen, die am Feldgeschworenentag teilnehmen, von 20 Euro auf 30 Euro zu erhöhen.

Senioren: Unterstützung der örtlichen Seniorengemeinschaften

Der MGR hatte in seiner nö Sitzung am 18.10.2024 beschlossen, für die örtlichen Seniorengemeinschaften im Markt Wildflecken jährlich 2.400 Euro bereitzustellen und diesen Betrag zu gleichen Teilen aufzuteilen. Somit wurden im Jahr 2024-2026 jeweils 600 Euro an die Seniorengruppe Oberbach, Oberwildflecken, Wildflecken und an den Senioren- und Behindertenrat ausgezahlt.

Der seinerzeit gefasste Beschluss war bis zum Ende der Legislaturperiode (2020-2026) befristet.

Bgm. Kleinheinz fragt, ob es bei der bisherigen Regelung bleiben soll.

2. Bgm. Nowak ist der Meinung, dass die Senioren viele gute Aktivitäten anbieten und spricht sich für die Beibehaltung dieser Regelung aus.

Der MGR beschließt, es bei der bisherigen Regelung zu belassen und den Seniorengemeinschaften in Wildflecken, Oberwildflecken und Oberbach auch künftig jeweils 600 Euro im Jahr zur Verfügung zu stellen.

Nicht öffentliche Sitzung vom 07.07.2026

Digitalisierung der kommunalen Infrastruktur; Aufbau eines LoRaWAN-Netzes zur Einführung digitaler Funkwasserzähler sowie zur künftigen Nutzung für Energiemanagement und Smart-City-Anwendungen

Der Marktgemeinderat hat sich bereits in seiner Sitzung vom 19.03.2024 mit der Beschaffung digitaler Funkwasserzähler sowie dem Aufbau eines LoRaWAN-Netzes für den Markt Wildflecken befasst.

Hintergrund war, dass die ursprünglich vorgesehene Funktechnik der Firma Kamstrup im Zusammenhang mit der Einführung digitaler Wasserzähler nochmals geprüft und überarbeitet werden musste. Die Verwaltung hatte sich seinerzeit im Rahmen einer Informationsveranstaltung „Smart City“ in Fulda intensiv mit Sensortechnik, LoRaWAN-Technik und den umfassenden Einsatzmöglichkeiten eines solchen Netzes befasst. Dabei wurde deutlich, dass ein LoRaWAN-Netz nicht nur für die Fernauslesung digitaler Funkwasserzähler genutzt werden kann, sondern perspektivisch auch für zahlreiche weitere kommunale Anwendungen geeignet ist. Bei diesem Termin kam auch der erste Kontakt zur Firma „Steinbach-Verwaltungsgesellschaft mbH“ zustande.

In der Sitzung vom 19.03.2024 wurde bereits dargestellt, dass über LoRaWAN neben Wasserzählern auch weitere Sensoren wie Füllstandsmesser, Stromzähler, Wärmemengenzähler, Bodentemperaturmesser, Raumtemperaturmesser, Gebäudesensoren und weitere Mess- und Überwachungseinrichtungen eingebunden werden können. Die gewonnenen Daten können über entsprechende Plattformen erfasst, ausgewertet und für ein kommunales Energie- und Ressourcenmanagement nutzbar gemacht werden.

Auf Grundlage dieses Grundsatzbeschlusses vom 19.03.2024 beschäftigt sich die Verwaltung nunmehr seit über zwei Jahren mit der Netzprojektierung, dem Netzaufbau, den technischen Voraussetzungen, möglichen Gateway-Standorten, der Einbindung digitaler Funkwasserzähler sowie den späteren Erweiterungsmöglichkeiten des Systems. Dabei wurde insbesondere geprüft, wie ein solches Netz so aufgebaut werden kann, dass es zunächst für die Wasserversorgung genutzt wird, gleichzeitig aber offen für künftige Anwendungen im Bereich Energiemanagement, Klimaschutz, technische Betriebsführung, Überwachung kritischer Infrastruktur und Smart-City-Anwendungen bleibt.

In der heutigen Sitzung dürfen wir Herrn Neckel von der Steinbach-Verwaltungsgesellschaft mbH begrüßen. Er wird den MGR zum aktuellen Stand und über die nun geplante technische Umsetzung sowie zu den zukünftigen Möglichkeiten informieren. Ziel ist es insbesondere, für die neu hinzugekommenen Mitglieder des Marktgemeinderates die bisherige Entwicklung seit der ersten Befassung im Jahr 2024 nochmals kurz zu erläutern bzw. das gesamte Projekt darzustellen.

LoRaWAN steht für „Long Range Wide Area Network“. Es handelt sich um eine Funktechnologie, mit der kleine Datenmengen über größere Entfernungen energieeffizient übertragen werden können. Gerade für kommunale Anwendungen ist diese Technik geeignet, weil Sensoren und Zähler in regelmäßigen Abständen Messwerte übermitteln können, ohne dass hierfür jeweils eine kabelgebundene Verbindung oder ein klassischer Mobilfunkvertrag erforderlich ist. Dies macht die Technik insbesondere für Wasserzähler, Füllstandsmessungen, Temperaturmessungen, Zählerdatenerfassung, einfache Überwachungsfunktionen und weitere IoT-Anwendungen interessant.

Der konkrete Einstieg soll nun über die Wasserversorgung erfolgen. Vorgesehen ist der Aufbau des LoRaWAN-Netzes mit den notwendigen Gateways sowie der anschließende Einsatz digitaler Funkwasserzähler. Damit kann der künftige Wasserzählertausch im gesamten Gemeindegebiet vorbereitet und umgesetzt werden. Ziel ist es, die bisherige manuelle Ablesung schrittweise abzulösen und künftig eine effizientere, digitale und datenschutzkonforme Erfassung der Verbrauchswerte zu ermöglichen.

Neben der reinen Verbrauchserfassung bieten moderne digitale Funkwasserzähler zusätzliche technische Möglichkeiten. Hierzu gehören insbesondere Hinweise auf ungewöhnliche Verbrauchsentwicklungen, mögliche Dauerverbräuche, Rückflüsse oder technische Auffälligkeiten. In Verbindung mit weiterer Sensorik, beispielsweise Horchsensoren oder Druck-/Durchfluss-Sensorik, können künftig auch Ansätze zur Leckage-Erkennung und zur besseren Überwachung des Wassernetzes entwickelt werden. Gerade vor dem Hintergrund der anstehenden und laufenden Investitionen in die Wasserversorgung ist dies ein wichtiger Schritt zu einer moderneren und vorausschauenderen Betriebsführung.

Ein weiterer zentraler Baustein ist die geplante Anbindung an das bereits beschaffte Programm FlowChief. FlowChief wird im Bereich der Wasserversorgung für die Prozessleittechnik und Steuerung genutzt und soll künftig auch im Bereich der Kläranlage eingesetzt werden. Durch Schnittstellen zu LoRaWAN-Plattformen können Messwerte aus Sensoren und Zählern perspektivisch in bestehende Prozess-, Steuerungs- und Auswertungssysteme eingebunden werden. Damit entsteht die Grundlage für zentrale Dashboards, automatisierte Auswertungen und eine bessere Übersicht über Betriebszustände, Verbräuche, Störungen und Entwicklungen.

Langfristig kann diese Struktur auch für ein kommunales Energiemanagement genutzt werden. Über entsprechende Sensorik können Stromverbräuche, Wärmemengen, Temperaturen, Füllstände oder weitere Betriebsdaten kommunaler Gebäude und Anlagen erfasst werden. Dies kann insbesondere für Rathaus, Bauhof, Feuerwehrhäuser, Schule, Haus des Gastes, technische Anlagen der Wasserversorgung, Kläranlage, Hochbehälter und weitere kommunale Liegenschaften von Bedeutung sein. Die Daten können helfen, Energieverbräuche zu erkennen, Einsparpotenziale aufzudecken und technische Anlagen effizienter zu betreiben.

Darüber hinaus können über das LoRaWAN-Netz weitere Anwendungen im Bereich der kommunalen Infrastruktur aufgebaut werden. Denkbar sind beispielsweise die Überwachung von Schächten, Türen, Hochbehältern oder sonstigen Bereichen der kritischen Infrastruktur, Füllstandsmessungen bei Tanks, Salzlagern oder Behältern, Wetterstationen, Temperatursensoren, Hitzewarner, Müll-Sensorik, Park-Sensorik oder weitere einfache Überwachungs- und Messanwendungen. Das LoRaWAN-Netz bildet damit eine digitale Grundstruktur, auf der künftige Anwendungen schrittweise aufgebaut werden können.

Wichtig ist dabei, dass der heutige Beschluss zunächst den Aufbau des Netzes und den Einstieg über die Wasserversorgung betrifft. Die Ausstattung weiterer Bereiche mit Sensorik, insbesondere im Bereich Energiemanagement, Klimaschutz, Klimaanpassung oder Smart-City-Anwendungen, soll schrittweise erfolgen und jeweils gesondert geprüft, geplant und dem Marktgemeinderat bei Bedarf zur Entscheidung vorgelegt werden.

Die Verwaltung hat im Vorfeld auch Fördermöglichkeiten geprüft. Insbesondere wurde die Kommunalrichtlinie für Klimaschutzmaßnahmen beziehungsweise die bayerische Klimaschutzförderrichtlinie betrachtet. Nach aktuellem Stand und nach Rücksprache mit der Regierung werden derzeit keine neuen Anträge im Rahmen der bisherigen Förderrichtlinie angenommen. Zudem ist davon auszugehen, dass ein LoRaWAN-Netz als reine technische Infrastruktur nicht unmittelbar förderfähig ist. Fördermöglichkeiten könnten sich künftig eher für einzelne Bausteine ergeben, insbesondere für Sensorik, Messtechnik, Auswertungen oder Anwendungen im Bereich Energiemanagement, Klimaschutz oder Klimaanpassung.

Die Verwaltung wird daher weiterhin prüfen, ob bei künftigen Erweiterungen, zusätzlichen Lizenzen, Sensorik-Paketen oder Anwendungen im Energiemanagement Förderprogramme des Freistaates Bayern, des Bundes oder weiterer Stellen in Betracht kommen. Soweit Fördermöglichkeiten bestehen, sollen diese vor einer jeweiligen Umsetzung geprüft und nach Möglichkeit genutzt werden.

Mit dem jetzigen Aufbau des LoRaWAN-Netzes wird die technische Grundlage geschaffen, um zunächst die digitalen Funkwasserzähler einzuführen und gleichzeitig eine zukunftsfähige Plattform für weitere kommunale Digitalisierungsmaßnahmen aufzubauen. Das Projekt ist damit nicht nur ein Baustein der Wasserversorgung, sondern ein strategischer Schritt zur Digitalisierung der kommunalen Infrastruktur des Marktes Wildflecken.

Herr Neckel stellt anhand einer Präsentation das Projekt „Smart City“ vor.

Beschluss:

1.

Der Marktgemeinderat beschließt den Aufbau eines kommunalen LoRaWAN-Netzes im Markt Wildflecken als technische Grundlage für die Einführung digitaler Funkwasserzähler sowie für künftige Anwendungen im Bereich Energiemanagement, Klimaschutz, technische Betriebsführung, Überwachung kommunaler Infrastruktur und Smart-City-Anwendungen.

2.

Die Verwaltung wird beauftragt, das vorliegende Angebot der „Steinbach-Verwaltungsgesellschaft mbH“ in Höhe von rd. 30.000 Euro für den Aufbau des LoRaWAN-Netzes und die hierfür erforderlichen Gateways anzunehmen bzw. die notwendigen Schritte zur Umsetzung des Projektes einzuleiten. Die zu erwarteten jährlichen Kosten liegen bei rd. 4.900 Euro.

 

Der Einstieg in die Nutzung des Netzes erfolgt zunächst im Bereich der Wasserversorgung und im Zusammenhang mit der Einführung digitaler Funkwasserzähler.

3.

Die Verwaltung wird beauftragt, die Einführung digitaler Funkwasserzähler und den Wasserzählertausch im Gemeindegebiet auf Grundlage des LoRaWAN-Netzes weiter vorzubereiten und in Zusammenarbeit mit der Steinbach-Verwaltungsgesellschaft mbH umzusetzen. Dabei sind die technischen Schnittstellen, insbesondere zur vorhandenen beziehungsweise geplanten Prozessleittechnik FlowChief, weiter zu prüfen und schrittweise aufzubauen.

4.

Der Marktgemeinderat nimmt zur Kenntnis, dass das LoRaWAN-Netz künftig auch für weitere kommunale Anwendungen genutzt werden kann. Hierzu zählen insbesondere Energiemanagement, Erfassung von Strom-, Wärme- und Wasserverbräuchen, Füllstandsmessungen, Wetter- und Temperatursensorik, Hitzewarnungen, Überwachung kritischer Infrastruktur, Sensorik an kommunalen Gebäuden und Anlagen sowie weitere IoT- und Smart-City-Anwendungen. Die konkrete Umsetzung weiterer Anwendungen erfolgt schrittweise und wird dem Marktgemeinderat bei Bedarf gesondert vorgelegt.

5.

Die Verwaltung wird beauftragt, für künftige Erweiterungen, insbesondere im Bereich Energiemanagement, Klimaschutz, Klimaanpassung, Sensorik, Auswertungssysteme und zusätzliche Schnittstellen, laufend geeignete Fördermöglichkeiten zu prüfen. Soweit Förderprogramme des Freistaates Bayern, des Bundes oder weiterer Stellen in Betracht kommen, sollen diese vor Umsetzung der jeweiligen Teilmaßnahmen geprüft und nach Möglichkeit genutzt werden.

Verwilderung Baugrundstück Schlesierstraße in Oberwildflecken

MGRin Degelmann spricht die Verwilderung eines Baugrundstücks in der Schlesierstraße in Oberwildflecken an und erkundigt sich, welche Möglichkeiten die Gemeinde hat, hiergegen vorzugehen.

Der Markt Wildflecken hat in diesem Fall keine rechtliche Handhabe, da beim Verkauf des Grundstücks keine Bauverpflichtung vereinbart worden war. Der Grundstückseigentümer sei jedoch bereits mehrfach auf den Zustand des Grundstücks angesprochen worden.

Bgm. Kleinheinz wird die Eigentümer kontaktieren.