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Reichelsheim aktuell - Amtsblatt der Gemeinde Reichelsheim(Odenwald)
Ausgabe 35/2026
Aus der Gemeinde
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Aus der Gemeinde

Mit der Arbeitsaufgabe „Kirche braucht Raum“ traf sich am vergangenen Mittwoch der Kirchenvorstand der evangelischen Johannesgemeinde Beerfurth zu einer außerordentlichen Sitzung. Schon seit längerem ist bekannt, dass die Beerfurther Johanneskirche mit Gemeinde- und Pfarrhaus wegen ihres schlechten baulichen Zustands den sog. C-Gebäuden unter allen kirchlichen Bauten zugerechnet wurde. Das bedeutet, dass es für Unterhalt und Reparaturen keine landeskirchlichen Zuschüsse mehr gibt. Weder die derzeit noch existierende Johannesgemeinde noch die zum 1.1.2027 aus sechs fusionierenden Kirchengemeinden neu entstehende Evangelische Kirchengemeinde Gersprenztal sind in der Lage, die groß dimensionierten Gebäude in der Beerfurther Kirchstraße sinnvoll zu unterhalten. Auch mussten die übrigen fünf Gemeinden durch Abgabe von Gebäuden zur Baulastreduzierung bereits beitragen. Zudem macht die 46 Stufen lange Treppen und somit das Fehlen eines Behinderten gerechten Zugangs bzw. auch Behinderten gerechter Toiletten vielen, gerade älteren Menschen den Zugang zu den Gebäuden unmöglich. Ziel des Kirchenvorstands und der Gemeindepfarrerin Dr. Miriam von Nordheim-Diehl bzw. des Gemeindepfarrers Sebastian Hesselmann war und ist es daher, den evangelischen Gemeindegliedern Raum am Ort zu verschaffen. Denn, so die Überzeugung des Kirchenvorstands: Kirche braucht Raum. Seit der Zeit der ersten Christen in Israel hatten die so genannten Urgemeinden eigenen, öffentlichen Raum zur Verfügung und sei es in Privathäusern sozusagen als gemeinsame ‚Wohnzimmerkirche‘.

Um der Johannesgemeinde zu neuem Raum zu verhelfen, hatte sich ein interessierter Investor gefunden, der im ‚Tausch‘ gegen Kirche + Gemeinde- und Pfarrhaus auf der gegenüberliegenden Johanneswiese auf eigene Kosten für die Gemeinde ein kleineres, aber ausreichendes und vor allem ebenerdiges Gemeindehaus mit Kirchensaal errichten wollte. Leider hat der Investor dieses Angebot vor kurzer Zeit zurückgezogen, da er nach über einem Jahr der Verhandlungen mit ‚der‘ Kirche von deren Verwaltungswegen irritiert war. „Es hat überhaupt nicht am Kirchenvorstand und schon gar nicht an den Pfarrpersonen gelegen“, betonte er in seinem Schreiben, „vielmehr bin ich unglaublich freundlich in Beerfurth aufgenommen worden.“ Nun steht der Kirchenvorstand mit Pfarrerin und Pfarrer weiter vor der großen Aufgabe einerseits die genannten Gebäude einer neuen Verwendung zuzuführen, andererseits in Beerfurth einen kirchlichen Raum als Versammlungsort gerade für die gut besuchten Veranstaltungen wie Kindergottesdienst und Seniorenkreis, aber auch für die Konfirmandenarbeit und die allgemeinen Gottesdienste zu schaffen. „Wir suchen nun nach einem ehemaligen Ladengeschäft oder einer ebenerdigen, nicht zu großen Immobilie, zu mieten oder gegebenenfalls für angemessenes Geld zu kaufen“, so die Pfarrerin und der Pfarrer. „Und für die Gebäude der Kirchstraße 4 brauchen wir jetzt einen tatsächlichen Käufer, der in dem Pfarrhaus mit dem unverbaubaren Blick vielleicht wohnen und aus Kirche und Gemeindehaus etwas ganz Neues gestalten möchte.“ Beide sind, wie der ganze Kirchenvorstand, überzeugt, dass eine Gemeinde, der man völlig einen eigenen Versammlungsort und damit Zentrum nähme, sich verlieren würde. Denn es ist allen klar: Kirche braucht Raum – und das hier! Weit über 60 Jahre Tradition in Beerfurth kann man nicht einfach so wegwischen. So bittet der Kirchenvorstand um das Mitdenken aller Gemeindeglieder und Interessierten: „Wie bekommen wir für die Mitglieder der Johannesgemeinde und Menschen darüber hinaus einen angemessenen Raum? Und einen Interessenten für unsere Gebäude in der Kirchstraße? Ein offizielles Wertgutachten liegt vor.“ Gegebenenfalls soll im Herbst eine Art „Think tank“ gegründet werden, der sich zusätzlich zum Kirchenvorstand mit der Frage beschäftigt.

Wer aber schon Ideen hat: Der Kirchenvorstand Beerfurth freut sich über alle Unterstützung und Nachrichten an:

miriam.vonnordheim-diehl@ekhn.de, sebastian.hesselmann@ekhn.de