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Amts- und Mitteilungsblatt der VGem Grub a.Forst
Ausgabe 1/2026
Verwaltungsgemeinschaft
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Schloss Rosenau erstrahlt in neuem Licht

Umrüstung auf ein energieeffizientes LED-Beleuchtungssystem

Schloss Rosenau, einst idyllischer Landsitz der Coburger Herzöge, präsentiert sich in einem neuen, zugleich historisch anmutenden und nachhaltigen Licht. Die Bayerische Schlösserverwaltung verbindet durch eine umfassende Umrüstung der Deckenleuchter auf ein speziell für historische Kronleuchter entwickeltes Niedervolt-System denkmalgerechte Wirkung mit moderner Energieeffizienz.

Schloss Rosenau blickt auf eine bewegte Nutzungsgeschichte zurück: Nach einer Nutzung als Altenheim kam das Schloss 1972 in die Obhut der Bayerischen Schlösserverwaltung und wurde von ihr in einem aufwendigen Prozess zu seinem Erscheinungsbild des frühen 19. Jahrhunderts zurückgeführt. Ein zentrales Element dieser rekonstruierten historischen Anmutung sind die Deckenleuchter: Viele qualitätvolle Stücke wurden gezielt im Kunsthandel erworben und sorgfältig so ausgewählt, dass sie stilistisch stimmig in das Gesamtensemble passen.

Die Wirkung der Innenräume ist dabei maßgeblich von der Beleuchtung geprägt. Die Räume werden ausschließlich über die Fenster sowie über die Deckenleuchter erhellt. Letztere haben daher ein besonderes Gewicht für das Raumerlebnis. Seit der Neueinrichtung der Räume waren die Leuchter mit 230-Volt-Leuchtmitteln ausgestattet. Korrodierende Kontakte und sich auflösende Kerzenhüllen führten jedoch zu einem wachsenden Wartungsaufwand. Als zukunftsfähige Lösung bot sich ein Niedervolt-System an, dessen Leuchtmittel in Gestaltung und Lichtwirkung historische Kerzen imitieren. Das System wurde ursprünglich in den Niederlanden für Kronleuchter in dortigen Schlössern entwickelt und kommt inzwischen unter anderem im Dresdner Schloss sowie im UNESCO-Welterbe Schloss Neuschwanstein in größerem Umfang zum Einsatz.

Vor der Umrüstung wurden zahlreiche Details sorgfältig geprüft: Die Höhe und der Durchmesser der neuen elektrischen „Kerzen“ orientieren sich an historischen Kerzen und an erhaltenen Entwürfen für die Leuchter. Lichtfarbe und Lichtstärke sind dem historischen Kerzenlicht nachempfunden, um die ursprüngliche Raumstimmung möglichst präzise zu erhalten. Insgesamt wurden über 200 LED-Kerzen auf das neue Niedervolt-System umgerüstet oder neu installiert. Besonders fragile Lüster erhielten nachträglich eine behutsame Verkabelung mit kaum wahrnehmbaren, sehr feinen Leitungen – ein Vorteil des Niedervolt-Systems, das mit kleinen Kabelquerschnitten auskommt und den denkmalpflegerischen Anforderungen besonders entgegenkommt.

Die Energieeinsparung durch die neue Beleuchtung beträgt rund 85 Prozent. Gleichzeitig bleibt das charakteristische Zusammenspiel von Leuchtern und Kerzenschäften erhalten, das bereits in historischen Entwürfen für die Leuchter, insbesondere im Marmorsaal, nachweislich berücksichtigt wurde. So stärkt die Maßnahme sowohl die Authentizität des Erscheinungsbildes als auch die Nachhaltigkeit im laufenden Betrieb. Das Projekt ist das Ergebnis eines engen Zusammenspiels zahlreicher Beteiligter: der Bauabteilung, der Museumsabteilung und des Restaurierungszentrums der Bayerischen Schlösserverwaltung, der Schloss- und Gartenverwaltung Coburg, des zuständigen Bauamts sowie der ausführenden Fachfirmen.

Mit der Umrüstung der Beleuchtung setzt Schloss Rosenau seinen Weg fort, ein Ort des nachhaltigen Umgangs mit kulturellem Erbe und der Natur zu sein. Derzeit läuft auf dem Gelände ein erfolgreicher Pilotversuch zur Umstellung des Gartenbetriebs auf E-Mobilität; Ziel ist es, historische Substanz, Besucherkomfort und ökologische Verantwortung in Einklang zu bringen. Ebenfalls laufen derzeit Vorbereitungen zur Errichtung von Photovoltaikanlagen auf weiteren Gebäuden der Bayerischen Schlösserverwaltung im Coburger Raum: Sowohl der Neubau des Bau- und Betriebshofs für den Schlossbesitz Rosenau sowie das Europäische Glasmuseum sollen 2026 mit Photovoltaikanlagen und Stromspeichern ausgestattet werden.