Jeder kann Kunst – Kunst geht uns alle an.
Als Auftaktveranstaltung war Prof. Günther Köppel aus Eichstätt in Harburg und spannte einen weiten Bogen von den Höhlenmalereien bis zur KI und Deep Fake. Im Zentrum seines Vortrags stand die Aussage, dass Kunst Spuren hinterlassen will – das gilt für die prähistorische Höhlenmalerei ebenso wie für alle modernen Formen von Kunst wie z.B. die provokative Kunst eines Joseph Beuys. In der Moderne kam eine neue Dimension dazu durch die Fotografie – und hat damit das klassische Abbilden verändert. Und mit der Künstlichen Intelligenz bewegen wir uns derzeit nahe an einer apokalyptischen Dimension - das Künstlerische wird dermaßen mit der Wirklichkeit verwoben, dass wir nicht mehr wissen, wo das Natürliche aufhört und das Künstliche anfängt. Wenn wir dem nicht entgegenwirken, gefährden wir die Kunst. „Wir nehmen die Freiheit der Kunst als selbstverständlich,“ so Köppel. Diese Freiheit können wir nicht hoch genug schätzen. Doch Manipulation, Ignoranz und Angst töten die Kunst – und damit die Freiheit selbst. Kunst, davon ist Köppel überzeugt, ist nicht das Privileg einer Minderheit. Kunst geht uns alle an, sie will etwas mitteilen, Spuren hinterlassen, und sie lässt uns in uns selber schauen. Im besten Fall berührt die Kunst unsere Seele. „Jeder Mensch hat in sich eine Fähigkeit, die sich künstlerisch ausleben lässt,“ sagt er. Jeder Laie, der es möchte, kann aktiv Kunst machen, kann sich überlegen, welche Spuren er in welcher Form hinterlassen möchte. Denn im Spiel mit den bildnerischen Mitteln werden kreatives Denken, Einfallsreichtum und Erfindungsgabe trainiert. Nach seinem Vortrag nahm sich Prof. Köppel Zeit, mit seinen Gästen Bilder von Harburger Kunstschaffenden und die aktuellen Kunsthof-Projekte zu besprechen. Von Schülerarbeiten beeindruckt Schülerinnen und Schüler malen derzeit - entsprechend dem Motto des Kunsthofes „Art to Go“ Bilder rund um unsere Heimat Donau-Ries. Dabei nutzen sie Spezialeffekte von fluoreszierenden Farben. Rektorin Stefanie Fuß zeigte mehrere dieser Bilder, die das UV-Licht zum Strahlen brachte. Gezeigt wurde auch ein Teil der Arbeiten, die Kindergarten und Diakonie gemeinsam gestaltet haben und die 100 Jahre Harburg kunstvoll umsetzen. Prof. Köppel zeigte sich tief beeindruckt von der Vielfalt künstlerischen Schaffens in Harburg. Er wünschte gutes Gelingen für das Kunstwochenende und versprach, sich im Juni alle Projekte persönlich anzuschauen.