Der Purpurrote Cousinot trägt früh und reichlich.
Unter den zahlreichen Apfelbäumen, die der Bauhof vor wenigen Jahren neben der zentralen Kläranlage nachgepflanzt hat, befinden sich etliche recht alte Sorten. Eine davon wurde 1874 vom Deutschen Pomologenverein empfohlen: Der Purpurrote Cousinot. Der Apfel wird auch „Blutapfel“, „Jagdapfel“, „Rotes Gässchen“ oder „Roter Taffetapfel“ genannt.
Der Fruchtertrag ist hoch bis sehr hoch, weshalb ein Überwachungsschnitt immer wieder auf die Bildung von Neutrieben ausgerichtet sein muss. Ansonsten „vergreist“ der Baum zu bald. Windige Lagen und arme Böden sind kein Problem. Die eher kleineren Früchte bekommen, wenn der Baum älter ist, sogar rötliches Fruchtfleisch.
Die Früchte des guten Pollenspenders, dessen Blüte nicht empfindlich ist und ansprechend rötlich die Landschaft verziert, hängen wind- und sturmfest und werden Anfang Oktober geerntet. Sie halten etwa ein halbes Jahr, sind aber eher als Wirtschafts- und Mostsorte anstatt zum Frischverzehr geeignet. Sie schmecken nämlich herb und ohne Aroma, sind knackig, aber kaum saftig.
Die Obstbaumfreunde versuchen, die eine oder andere städtische Ausgleichspflanzung im Auge zu behalten und so die Stadt als Eigentümerin zu unterstützen. So stemmen sie sich gegen die allgemein zu beobachtende Vernachlässigung von Obstbäumen auf Ausgleichsflächen, bei denen die Pflanzung im Vordergrund steht und Schnitt, Wildschutz, Wässerung usw. mitunter auf der Strecke bleiben.