Wohl mindestens 100 Jahre alt: Grumkower Butterbirne in Schrattenhofen
Immer wieder tauchen im Stadtgebiet Obstbäume auf, deren Sorte nur noch selten vorkommt. Ein weiteres Beispiel ist die Grumkower Butterbirne, von der ein sehr alter, landschaftsprägender Baum in Schrattenhofen steht. Ein längst verstorbener Mann hat die Früchte bei den Obstertragsversteigerungen grundsätzlich für sich gesichert, weil er den unverwechselbar erquickend weinsäuerlichen Geschmack schätzte. Das Fruchtfleisch ist eher schmelzend und saftig, zwar nicht so süß, aber feinwürzig. Ein weiterer prägnanter Altbaum gleicher Sorte steht in einem Privatbestand in Großsorheim.
Die Früchte eignen sich zum Frischverzehr, als Kompott und Nasskonserve. Ihre Oberfläche ist beulig geformt, wie bei den Birnen der „Williams-Christ-Familie“ üblich. Anfang Oktober - also möglichst spät - werden die Früchte gepflückt, wobei sich die Zeiten durch frühere Austriebe tendenziell nach vorne in den September verschieben. Die Genussreife ist im Oktober und November, danach werden die Früchte schnell teigig.
Die Birne ist nach dem Ort Grumkow in Hinterpommern (früher Deutschland, heute Polen) benannt. Ende des 18. Jahrhunderts fand man sie dort in einem Bauerngarten. Der Bestand ist stark gefährdet. Die Sorte eignet sich schlecht als Spalier, doch gut für Streuobstwiesen oder zum Veredeln auf bestehende Birnbäume. Mindestens drei Obstbaumfreunde verstehen dieses Handwerk und geben Ihr Wissen gerne an Interessierte weiter.