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Amts- und Mitteilungsblatt der Stadt Harburg
Ausgabe 27/2026
Bildungswerk Harburg
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Sehr informative Bildungswerkfahrt nach Sachsen und Brandenburg

Mit einem gut gefüllten Bus der Firma Böhmer und 46 Reiseteilnehmer begab sich das Bildungswerk Harburg zu einer viertägigen Exkursion in die Lausitz. Am ersten Tag war das Schloss Branitz das erste Ziel der Reise. Hermann Fürst von Pückler-Muskau hatte hier für seinen Lebensabend Schloss und Landschaftspark in beeindruckender Größe geschaffen. Die gräfliche Familie von Pückler aus Harburg konnten hier aufgrund historischer Verwandtschaftsverhältnisse die Erläuterungen positiv beeinflussen und luden die Reisegruppe auch zum Kaffeetrinken und zum Abendessen ein. Der Harburger Maler Willi Hertle als Teilnehmer der Reisegruppe malte noch am Abend ein Bild von Schloss Branitz als Dank an die Familie von Pückler.

Am nächsten Tag stand der Besuch des UNESCO-Weltkulturerbes Fürst Pückler Park in Bad Muskau auf dem Programm. Die riesigen ca. 200 Jahre alten Bäume und die damit geschaffenen Sichtachsen sind auch nach so langer Zeit zeitlos angeordnet. Am Nachmittag wurde die Harburger Gruppe mit geländegängigen LKWs in den Braunkohleabbau des Bergbaues Welzow gefahren. Hier konnte die größte Maschine der Welt, eine Abräumbrücke mit 520 Meter Gesamtlänge besichtigt werden. Die unglaubliche Dimension des Abbaus mit den Erdbewegungen in bis zu 100 Meter Tiefe schienen unglaublich. Ein Reiseteilnehmer bemerkte, dass hier eine Fläche des halben Rieses umgegraben wird. Die geförderte Braunkohle wird hauptsächlich im nebenanliegenden Kraftwerk „Schwarze Pumpe“ verstromt. 2030 wird aus politischen Gründen die Förderung beendet und dann die riesigen Flächen renaturiert.

Eine schweißtreibende Wanderung auf der Bastei in der sächsischen Schweiz wurde von einem Teil der Gruppe bei herrlicher Aussicht auf das Elbetal und die Feste Königsstein absolviert. Nach Ankunft im Bus waren alle froh, einem genau zu diesem Zeitpunkt einsetzenden heftigen Gewitterregen entgangen zu sein.

Schloss Moritzburg - allseits bekannt als Kulisse des Aschenbrödel-Märchens erwartete die Gruppe am Nachmittag. Die seit der Wende vorgenommenen Sanierungen und Renovierungen in allen besuchten Schlössern wurden durch die jeweiligen Führer immer positiv erwähnt.

Nach einer Übernachtung in der Domstadt Meissen stand noch der Besuch der Schauwerkstätte in der weltberühmten Porzellanmanufaktur auf dem Programm. Liebevoll zeigten die Porzellanformgeber die verschiedenen Arbeitsschritte bei Formgebung und Bemalung der Kunstwerke. Trotz verbilligtem Werksverkauf erwarb niemand die teuerste Vase im Verkauf. 350.000,- Euro standen für dieses einmalige Stück auf dem Preisschild. Die gekreuzten Schwerter seien das am längsten gültige Erkennungszeichen für ein bekanntes Luxusprodukt, wurde der Gruppe erklärt.

In der Nähe von Meissen führte der aus Marbach stammende Landwirt Andreas Niedermeier die Gruppe über seinen seit der Wende vollkommen neu erbauten, beeindruckenden landwirtschaftlichen Hof. Seit einigen Jahren wurde die Schweinemast aufgrund der schlechten finanziellen Erträge beendet und auf Putenmast umgestellt. Ca. 20.000 Puten werden hier bei Stroheinstreuung möglichst ohne Arzneimitteleinsatz großgezogen und verkauft. Eine Einladung zu Kaffee und Kuchen in der Maschinenhalle rundete den informativen Besuch in Karcha ab.

Auf der Heimfahrt bedankten sich die Reiseleiter Wolfgang Kilian und Doris Thürheimer herzlich für die Disziplin der gesamten Gruppe, ohne die eine solche Reise nicht durchführbar wäre. Mit vielen Informationen versorgt, konnte die Gruppe den 7:1 Erfolg der Deutschen Fußballnationalmannschaft nur am Handy oder im Radio verfolgen. Trotzdem waren sich die Reiseteilnehmer einig, dass vielleicht eine ähnliche Reise in einiger Zeit durchgeführt werden sollte.

Bilder und Text

Wolfgang Kilian