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Ausgabe 11/2019
Helmbrechts/Schauenstein -USR-
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Hermann Wirth verantwortet nun das Wertshaussinga

Helmbrechts/Lerchenhügel. Vor kurzem ging im Sportheim in Lerchenhügel das 101. Wirtshaussingen über die Bühne. Es war, ebenso wie viele andere zuvor, mit geprägt von Akteuren aus Helmbrechts. Und es war gleichermaßen geprägt von einer Zäsur, denn Gründer Roland Reuther, der in die bisherigen Veranstaltungen viel Herzblut investiert hat, will ein wenig kürzertreten und hat die Verantwortung an einen Musiker mit jahrzehntelanger Erfahrung abgegeben: Hermann Wirth aus Unterweißenbach wird diese Aufgabe übernehmen, Roland Reuther nutzt weiter seine hervorragenden Kontakte für die „Verpflichtung“ von Gastgruppen.

Akkordeonvirtuose Hermann Wirth besitzt in der Region einen hervorragenden Ruf, den er sich seit Jahrzehnten bei einer Vielzahl unterschiedlichster Veranstaltungen und Einsätzen erworben hat. Er war elf Jahre alt, als er seine musikalische Ausbildung beim damaligen bestens bekannten Helmbrechtser Musiklehrer Hans Zeh begann. Mit 16 wagte er seinen ersten Auftritt beim Fasching im damaligen Wirtshaus Flechtner am Ortsende von Unterweißenbach.

Livemusik im Vordergrund

Die Musik des jungen Hermann kam schon damals nicht zuletzt deshalb gut an, weil man merkte, dass er mit Leib und Seele Musikant war. „Man muss mit viel Gefühl spielen“, war sein Motto und aus dieser Einstellung heraus stand bei ihm auch stets die Livemusik im Vordergrund. Er blieb über viele Jahrzehnte seiner „Quetschn“ treu. Einmal legte er sich zwar eine Orgel zu, merkte aber sehr schnell, dass diesem Spiel das Lebendige, das Gefühl eben fehlte. Nach zahlreichen Auftritten in Nachbarortschaften, auf Sportfesten oder Faschingsveranstaltungen, teilweise auch bei Open Airs kam Hermann Wirth mit Schlagzeuger Erwin Winkler zusammen. Sie merkten, dass sie gut harmonierten und waren anschließend einige Jahre als Duo in der Region unterwegs. Noch bekannter wurden die Akteure, als in den neunziger Jahren Walter Hager zu den beiden stieß und damit das Trio „Cheerios“ geboren war. Die Musik der Drei kam hervorragend an und so folgte ein Auftritt dem anderen. Überall sorgten sie für hervorragende Stimmung. Als Erwin Winkler altersbedingt das Trio verließ und somit wieder ein Duo übrigblieb, verstärkten sie sich mit einem Rhythmusgerät, um vor allem die Wirkung des Schlagzeuges mit herüberbringen zu können.

Das „Frankenwald-Duo“

Dann war aber auch für Walter Hager Schluss, der die Vielzahl der bisherigen Veranstaltungen auf seine Auftritte mit den Helmetzer Kirchbergsaiten beschränkte. Doch Hermann Wirth blieb nicht lange solo. Es war ein weiterer langjähriger heimischer Musiker, der schon vorher bei verschiedenen Sessions mit ihm zusammengespielt hatte und nun ein gemeinsames Spiel anbot: Klarinetten-Toni Thier. Seitdem sind sie wieder unterwegs, und zwar als „Frankenwald-Duo“. Unter anderem spielten sie an Himmelfahrt im sächsischen Triebel.

Durch Toni Thier lernte Hermann Wirth auch das Musikertreffen in Rauhenberg ebenso kennen wie später das Wertshaussinga in Lerchenhügel. Immer montags trafen und treffen sich noch in Rauhenberg zwischen Helmbrechts und Döbra die unterschiedlichsten Musiker, um gemeinsam ihrem Hobby zu frönen. In der ersten Zeit stand das reine Spielen im Mittelpunkt, dann wandelte sich das Ganze vor allem durch zahlreiche Besucher immer mehr in Richtung Singen. Das war die Zeit, als Wirth die Verantwortung für den Ablauf des Abends übernahm.

Ein Leben für die Musik

Wenn er es nun auch in Lerchenhügel tut, ist er also bei der Verwirklichung dieser Aufgabe kein Laie. So kann sein bisheriger Werdegang durchaus unter dem Motto stehen „Ein Leben für die Musik“, zumal er sich als Rentner noch intensiver damit beschäftigt. So hat er sich auch vor zwei Jahren ein neues Schifferklavier zugelegt – das fünfte insgesamt in seiner ganzen Laufbahn. Natürlich wurden diese immer wieder verbessert und bei seinem neuesten „Handwerkszeug“, das einen hervorragenden Klang besitzt, sind es vor allem die Bassklänge und die Nachahmung verschiedener anderer Instrumente wie zum Beispiel der Trompete, die einen ausgezeichneten Sound hervorbringen.

Hermann Wirth ist ein Musiker, der gerne die Gesellschaft sucht. Als Alleinunterhalter war er nur selten unterwegs. So ist er bei den Wertshaussinga in Lerchenhügel, Hohenberg oder in Nailaer Sportheim ebenso aktiv wie bei den bekannten Musikantentreffen im Gasthaus Munzert in Krötenbruck, beim Musik- und Trachtenverein in Helmbrechts oder weiteren Treffen in Weißenstadt, Carlsgrün oder Wölbattendorf.

102. „Auflage“ am 28. Juni

Am 28. Juni findet um 19 Uhr im Sportheim in Lerchenhügel das 102. Wertshaussinga statt mit der „Heimatmelodie“ als Gastgruppe. Dann wird die Veranstaltung mit einem neuen Eingangslied von Marianne und Michael begonnen mit dem von Hermann Wirth umgewandelten Refrain „Jetzt fangt ja endlich die Musik an“. Als nächstes steht dann im Programm ein weiteres Lied an, für das der neue Organisator den Text geschrieben hat und das schon seit einigen Veranstaltungen in Lerchenhügel gesungen wird. Anschließend folgen dann die von den Gästen gewünschten Lieder.

Hermann Wirth freut sich auf seine neue Aufgabe, die ja auch nicht viel anders ist als bisher in Rauhenberg und die ihm die Möglichkeit gibt, sangesfreudigen Menschen einige schöne Stunden zu bereiten. Roland Reuther ist sich sicher, den richtigen Nachfolger gefunden zu haben, der das Wertshaussinga in Lerchenhügel in Schwung hält.