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Ausgabe 19/2019
Helmbrechts/Schauenstein -USR-
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Bürgerworkshops zur Kirchberggestaltung

"Baumhaus-Konzept" zeigt eines der geplanten Baumhäuser, wie es aussehen und in das Kirchbergareal integriert werden könnte.

"Kirchberg-historisch" zeigt eine frühere Ansicht des Gaststättengebäudes, an der sich die zukünftige Gestaltung orientieren wird.

Am 24.09.2019 fand im Bürgersaal des Helmbrechtser Rathauses ein Bürgerworkshop zur Gestaltung des Kirchbergareals statt. Zu den Präsentationen der jeweiligen Konzepte für Freifläche und Gaststätte waren die Bürger dazu eingeladen, sich mit eigenen Ideen und Anregungen einzubringen. Mehr als 70 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten dieser Einladung. Bürgermeister Stefan Pöhlmann begrüßte die Gäste und wies dabei gleich zu Beginn auf die enorme Bedeutung des Projektes hin. Er zeigte sich sichtlich erfreut darüber, dass nun zu der schon länger geplanten Umgestaltung des gesamten Areals auch eine Entscheidung über die Zukunft der Gaststätte getroffen wurde. „Es ist ein weiterer Baustein unseres Helmbrechtser Markenzeichens“, betonte der Bürgermeister. „Wir haben hier ein breites Angebot an Kultur und Tagungsmöglichkeiten, das zeichnet uns aus und dieses Angebot wollen wir auch sinnvoll weiter ausbauen.“

Zunächst stellte Landschaftsarchitektin Susanne Augsten ihr Konzept für die Gestaltung der Freiflächen im Areal des Kirchbergs vor. Noch sei nichts in Stein gemeißelt, so die Architektin, aber die Zuhörer sollen einen Eindruck von dem bekommen, was auf dem Kirchberg möglich wäre. Einer der Kernpunkte ihrer Präsentation war es, dass die schon bestehenden Aussichtspunkte zukünftig besser genutzt werden. Außerdem sollen verschiedene Aufenthalts- und Verweilmöglichkeiten angeboten werden. Ebenso soll es ein naturnahes Spielangebot für Kinder geben, dieses wäre sinnvollerweise in der näheren Umgebung der Gaststätte zu integrieren. Auch in Zukunft sollen wieder diverse Veranstaltungen, wie die französische Nacht, am Kirchberg möglich sein. Im Gespräch mit den Bürgern, denen vor allem Themen wie Barrierefreiheit, die Möglichkeit einer Wasserinstallation oder auch ein Naturlehrpfad wichtig wären, erklärte Susanne Augsten, dass es wichtig sei, den Charakter des Kirchbergs zu betonen. Auf dem Gelände soll ein Parkwald entstehen, der zum Spazieren einlädt. Dazu können die bestehenden Nadelbäume um einige unterschiedliche Laubbäume ergänzt werden. Die interessierten Zuhörer diskutierten die mögliche Knappheit der Parkplätze ebenso wie die denkbare Errichtung einer Citybus-Haltestelle direkt an der Gaststätte. Diese Vorschläge werden genauso wie alle weiteren eingegangen Ideen von der Architektin in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung auf Umsetzbarkeit überprüft und bei entsprechender Eignung wird versucht, sie in das Gesamtkonzept zu integrieren. Bis Ende September können die Bürgerinnen und Bürger ihre Vorschläge noch bei der Stadtverwaltung einreichen.

Im Anschluss an die erste Diskussionsrunde war der Architekt Bernd Hüttner an der Reihe, der die Planung für die Gaststätte und die Baumhauslodges vorstellte. Der alte Charme der Gaststätte soll wiederbelebt werden, so die Auftraggeberin von Bernd Hüttner und zukünftige Betreiberin der Gaststätte, Katrin Wolfrum. Die gebürtige Helmbrechtserin absolviert derzeit noch ihre gastronomische Ausbildung bei einem Sternekoch im Schwarzwald, wo sie auch die letzten Jahre gelebt hat. Spätestens ab Beginn des Gaststättenbetriebs, der für die erste Jahreshälfte 2021 angedacht ist, wird sie ihren Lebensmittelpunkt auch wieder nach Helmbrechts verlagern. Beim Gaststättengebäude handelt es sich laut dem Architekten um eine Generalsanierung, inklusive einer neuen Dacheindeckung und neuen Fenstern, die optisch an die Holzfenster vergangener Tage angelehnt sind. Generell wird das Thema Holz eine große Rolle spielen, nicht nur bei der komplett mit Holz verkleideten Fassade des zweigeschossigen Anbaus, sondern auch im Hinblick auf die Gestaltung der Baumhaushotels. Besonders wichtig ist Katrin Wolfrum, die künftig Gaststätte und Baumhauslodges führen wird, ein Angebot an guter regionaler und saisonaler Küche, zu der natürlich auch der Betrieb eines Biergartens gehört. Außerdem wird es einen neuen Haupteingang zur Gaststätte geben, der künftig direkt vom Parkplatz aus erreichbar sein wird. Baumhaushotels waren für Bernd Hüttner schon lange ein reizvolles Thema, als dann aber Investor Axel Zuleeg auf ihn zukam und ihm mitteilte, dass er ein solches Projekt in Helmbrechts verwirklichen möchte, war der Architekt Feuer und Flamme. Die kleinen Baumhäuser sollen um eine Lichtung im nördlichen Bereich des Kirchbergareals errichtet werden, sie befinden sich also sowohl „im Wald, als auch draußen auf der Lichtung“, so Architekt Hüttner. Zunächst werden drei dieser auf Stelzen stehenden Häuser errichtet, später ist eine Erweiterung auf insgesamt sechs Stück geplant. Besonders reizvoll ist ein Dachfenster über dem Bett, sodass man das Gefühl erhält, unter den Sternen zu schlafen. Auch eine Terrasse zur Lichtung hin verstärkt den naturverbundenen Charakter dieser Ferienhäuser.

Insgesamt wurden die beiden Konzepte gut angenommen und um einige sinnvolle Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger ergänzt. Ab Oktober geht die Planung in die nächste Phase und es gilt nun, rechtliche Vorgaben zu klären, Bauvorbereitungen zu treffen und Förderanträge vorzubereiten. Es wird ein spannendes und aufwendiges Projekt werden, aber alle Beteiligten verspüren den gleichen Enthusiasmus, wie er wohl vor hundert Jahren schon bei der Gründung des Verschönerungsvereins vorhanden gewesen sein muss. Auch Bürgermeister Pöhlmann verwies zum Abschluss der Veranstaltung noch einmal auf die überaus glückliche Lage, eine solch passende Kombination aus Betreiberin, Investor und Architekten zu haben. „Es ist spürbar, wie gut die verschiedenen Akteure harmonieren und an einem Strang ziehen.“ Dies sei ein Glücksfall für die Stadt, der unbedingt genutzt werden muss, so das Stadtoberhaupt abschließend.