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HS-Lokal
Ausgabe 19/2019
Helmbrechts/Schauenstein -USR-
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Lachen statt Löschen

Immer für eine Pose gut, wenn eine Kamera in der Nähe ist: Die Band „5 Minuten Pause“ beim Konzert im Helmbrechtser Feuerwehrgerätehaus.

5 Minuten Pause gastiert im Feuerwehrgerätehaus

Wenn drei Vollblutmusiker einfach mal blödeln wollen, Witze erzählen, sich mit Requisiten aus dem mitgebrachten Koffer verkleiden, dabei singen und zudem meisterhaft ihre Instrumente einsetzen, dann steht die Gruppe „5 Minuten Pause“ auf der Bühne. Zur Feier des 25-jährigen Bestehens ihres Gerätehauses beschenkte sich die Freiwillige Feuerwehr Helmbrechts mit einer Vorstellung der Entertainer in der zum Konzertsaal umgerüsteten Fahrzeughalle. Die wollten rund 400 Besucher miterleben. Dabei hatte Uli Saalfrank ein Heimspiel, denn er ist in der Helfertruppe aktiv. Mit ihren knapp sitzenden Anzügen und frisch gegelten Haaren hatten Harry „Teneriffa Hurrican“ Tröger am Schlagzeug, Gery „Rimini Lightning“ Gerspitzer am Kontrabass und Uli „Mallorca Thunder“ Saalfrank an der Gitarre ihr Publikum vom ersten Moment an im Griff. Die Show begann gleich mit einer Slapstick-Nummer, in der Uli akrobatisch seinen Stuhl erklimmen wollte. Danach erzählte die einzelnen Triomitglieder, wie sie sich vermeintlich kennengelernt haben. Dazu das Andrea-Jürgens-Lied „Und dabei liebe ich euch beide“, die Harry mit den Zeilen ergänzte, „…denn ich bin Masochist“. Überhaupt standen viele deutsche Schlager aus den letzten Jahrzehnten auf dem Programm, natürlich mit ganz anderen Texten. So lautete die Zeile „Brennend heißer Wüstensand“ aus dem Freddy-Hit Heimweh bei den fränkischen Barden „Brennend heißer Imbissstand“ und es folgte: „Wo ich die Wurst verbrannt – da war mein Imbissstand.“ Und so ging es weiter. Die Zuhörer hörten u. a. die Songs „Schuld war nur ein großer Doofer“ (Schuld war nur der Bossa Nova), Supertripper („Super Trouper“), „Prostata“ (Anita), „Fahre Trambahn mit mir“ (Tanze Samba mit mir) oder auch das durch Mike Krüger bekannte „Wenn die nach vorn fällt“ (Ein Bett im Kornfeld). Dazwischen der Auftritt von Gery als Rudi Carell oder mit hoher, schriller Stimme und blonder Perücke als Nicole beim Grand Prix de Eurovision, wie der Eurovision Song Contest im Jahr 1982 noch hieß. Bei den Songs Marina und Babuschka war das Publikum zum Mitmachen aufgefordert, wobei es sich gerade in der originellen Version des Karel-Gott-Schlagers als sogar textsicherer als die Akteure auf dem Podium erwies. Die Zuhörer durften sich auch an Wortspielen und vielen Witzen erfreuen. Dass die drei Instrumentalisten auch ausgezeichnete a-cappella-Sänger sind, bewiesen sie mit der Darbietung „Wochenend und Sonnenschein“, bei der die Stimmen scheinbar auseinander trifteten um sich gleich darauf harmonisch wieder zu vereinen. Eine Nummer, in der sie allein mit ihren Stimmen Grammophongeräusche nachahmten und eine Schellackplatte in falscher Geschwindigkeit oder auch rückwärts „abspielten“ begeisterte die Zuhörerebenfalls. Die Band, die eigentlich gar keine sein will, unterbrach übrigens immer dann kurzfristig und auf lustige Weise ihr Programm, um für Bilder eine akrobatische ausschauende Formation einzunehmen, sobald eine Fotografin oder ein Fotograf vor der Bühne auftauchte. Außerdem bot sie mehrere kuriose Einlagen, wie die von Gery, der den Kontrabass im Liegen spielte oder die von Harry, der bei „Stand by me“ eine Motorsäge zum Einsatz brachte.

In der schließlich lautstark geforderten Zugabe forderten „5 Minuten Pause“ ihr Publikum auf: „Geht endlich haam!“ Doch das wollte dieser energisch als Lied vorgetragenen Bitte einfach nicht Folge leisten und deshalb gab es noch eine endgültige Abschiedsszene. Nämlich einen spontan inszenierten Technosong, bei dem Harry die auf den Kopf der Kollegen sitzenden Helme als Schlagzeug benutzte. Die Zuschauer fühlten sich auf jeden Fall bestens unterhalten und das ist ja das schönste Kompliment für die Künstler.