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Ausgabe 19/2019
Helmbrechts/Schauenstein -USR-
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Trachtler feierten beeindruckende Jubiläen mit Gästen aus Österreich

Die Tracht wird von der Vorsitzenden Stefanie Pichler (rechts) vorgestellt.

Abschlussbild eines äußerst gelungenen Jubiläums mit Musikern, Helfern und den Gästen aus Österreich: Franz-Josef und Gabi Sperl (von rechts) sowie Vroni Mitteregger (Bildmitte)

Helmbrechts. Trotz seiner nunmehr beachtlichen 95 Jahre ist der heimische Musik- und Trachtenverein jung und dynamisch geblieben. Das zeigte sich in beeindruckender Weise beim großen Jubiläums-Heimatnachmittag vor zahlreichen Gästen im Vereinsheim, der Hutz´n-Stoum. Einen wesentlichen Beitrag zum Jung-Bleiben leisten dabei die „Helmetzer „Kirchbergsaiten“, die seit zehn Jahren bestehen. Auch Besucher aus der österreichischen Partnergemeinde Gilgenberg konnten willkommen geheißen werden. Vorsitzende Stefanie Pichler begrüßte zu der Feier Bürgermeister Stefan Pöhlmann mit seiner Frau Christine, Landrat Dr. Oliver Bär, Pfarrer Thomas Berthold sowie die Vorsitzende des Trachtengaues Oberfranken, Renate Koch. Grüße und Dank für das Kommen gingen auch an die Vertretungen des Patenvereins „Edelweiß Bayreuth“, der Freiwilliger Feuerwehr Helmbrechts, der Sudetendeutschen Landsmannschaft, des Kaninchenzuchtvereins und des Schachklubs Helmbrechts. Ein besonderer Gruß galt den Gästen aus dem Innviertel, den „Mitteregger-Dirndln“, Gabi Sperl und Vroni Mitteregger mit ihren Gatten Franz-Josef und Herrmann, der vor einigen Jahren bereits als Kommandant der Gilgenberger Feuerwehr mit seiner Truppe Helmbrechts besucht hatte.

Kurz ging die Vorsitzende auf die Geschichte des Musik- und Trachtenvereins ein und freute sich vor allem, dass es Schatzmeister Günter Werdecker gelungen sei, die Statuten von 1924 sowie eine Anstecknadel aufzutreiben. Als Gastgeschenk überreichte Gabi Sperl ein selbst gestaltetes Fotobuch mit Ausblicken auf Ereignisse des Kontaktes zwischen Gilgenberg und Helmbrechts seit 2004.

Traditionsgemäß begann auch diese Veranstaltung der Trachtler mit dem von der weiteren Musikgruppe, den „Zammgewerfltn“, gespielten Lied „Lass die Sonne in Dein Herz“. Als schöne Geste erhielt Stefanie Pichler passend dazu einen Strauß Sonnenblumen überreicht. In der Folge wechselten sich die beiden Gruppen, die „Kirchbergsaiten“ mit Stefanie Pichler, Rita Schmidt, Rosi Sommer, Maria Gluth, Walter Hager, Hans Sommer und Karl Wagner, die „Zammgewerfltn“ mit Stefanie Pichler, Richard Rausch, Ernst Gebhardt, Rudi Hauer und Karl Wagner sowie ein vor kurzem neu gegründetes Duo, „Rund umadum“ mit Egon Kraus und Karl Wagner bei der Unterhaltung der Gäste ab und bewiesen dabei ein beachtliches musikalisches Können.

Dabei war das musikalische Angebot breit gestreut. Es reichte vom „alten Oberfrankenlied“ über das neue „Helmetzlied“ und „Das alte Spinnrad“ bis zu Schlagern und „Klassikern“ wie „Eine Reise ins Glück“, „Ramona“, „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ oder „Spanish Eyes“ bis zum Ohrwurm „Sierra Madre“. Zur Abwechslung erfreuten Mundartautorin Sonja Keil und Ute Bächer von der Geschichtlawerkstoatt mit ebenso lustigen wie besinnlichen Gschichtla.

Zu Gehör kam auch „Der lustige Hammerschmied“, eines der ersten Lieder, das von den jungen „Kirchbergsaiten“ eingeübt worden war. In diesem Zusammenhang trug Rita Schmidt, die zusammen mit Stefanie Pichler, Maria Gluth und Walter Hager zu den Gründungsmitgliedern gehörte, ein Gedicht über die Kirchbergsaiten vor.

Besonders interessant wurde es für die Besucher, als Stefanie Pichler die Tracht des Vereins für Frauen und Männer, welche der alten Webertracht nachempfunden wurde, „am lebenden Objekt“ vorstellte, wobei natürlich auch die Unterröcke gezeigt werden mussten. Und weil der Verein nicht nur Musik-, sondern auch Trachtenverein heißt, zeigten verschiedene Aktive einige Tänze wie „Die Sternpolka“ oder „Das Spinnrad“.

Landrat Dr. Oliver Bär betonte zwar, nicht mit dem Anblick von Unterröcken gerechnet zu haben, sprach jedoch von einem wunderbaren Bild aller Trachtenträger. Er machte deutlich, welche Arbeit darin steckt und betonte, es sei sehr schön, wenn die Trachten so viel Freude vermitteln. Er dankte allen, die sich bei den Trachtlern engagieren und lobte das hervorragende Zusammenspiel im Verein.

Renate Koch hob das gute Miteinander zwischen Musik und Tracht hervor. Sie sprach von einem, blühenden Verein und regte vor allem an, weiterhin auf die Jugend zu setzen.

Bürgermeister Stefan Pöhlmann ging insbesondere auf die Partnerschaft mit Gilgenberg ein, die gelebt werde und wo es schon zahlreiche Begegnungen gegeben habe. Von Helmbrechtser Seite hätte sich hier vor allem der Musik- und Trachtenverein hervorgetan, den er als Vorbild für gelebte Partnerschaft bezeichnete. Er bedankte sich für die vielen Tage und Stunden der Gemeinsamkeiten und dass es immer wieder Menschen gibt, die sich mit den Zielen des Vereins identifizieren.

Pfarrer Thomas Berthold verwies vor allem auf die gemeinsamen Veranstaltungen der Trachtler zusammen mit der Kirchengemeinde zum „Helmetzer Advent“. Er freute sich darüber, dass es den Verein noch gibt, der auch schwerere Zeiten durchgemacht, aber seinen Bestand immer wieder durch Wandel gesichert habe.

Mit den beiden Liedern „Auf Wiedersehen, ihr Freunde mein“ nach Melodie von „Amacing Grace“ sowie „Kein schöner Land in dieser Zeit“ fand der offizielle Teil des Nachmittags seinen Abschluss. Stefanie Pichler bedankte sich bei allen Helfern und verwies auf den nächsten „Kaffeenachmittag“ anlässlich der Kerwa am 20. Oktober. Nach einem gemeinsamen Abendessen wurde noch tüchtig musiziert, wobei sich vor allem die österreichischen Gäste hervortaten.