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HS-Lokal
Ausgabe 20/2018
Helmbrechts/Schauenstein -USR-
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Das hervorragende „Kulturwelten“-Programm setzt sich fort

Helmbrechts. Da die einzelnen Ausgaben von HS Lokal, dem Mitteilungsblatt von Helmbrechts, Schauenstein und Leupoldsgrün, normalerweise im Wechsel von zwei Wochen erscheinen, ist natürlich auch die Vorschau auf das nächste Programm der „Kulturwelten“ auf diesen Zyklus ausgerichtet. Und der hat es wirklich in sich, denn die tolle Reihe bietet in dieser Zeit nicht weniger als 14 Veranstaltungen.

Das liegt vor allem daran, dass im November traditionsgemäß viele Künstler unterwegs sind. Wenn man sich dann in diese Tourneepläne einfügen will, wenn man ganz bestimmte Künstler nach Helmbrechts zu den „Kulturwelten“ holen will, ergeben sich manchmal solche Häufungen. Dabei sind es natürlich völlig unterschiedliche Genres, die hier zum Tragen kommen, zum anderen zählen zu den 14 Veranstaltungen auch zwei Wiederholungen von sehr schnell ausverkauften Terminen.

Zum „normalen“ Kulturwelten-Programm ist das Gastspiel von Peter Karp am Sonntag, 4. November, um 19.30 Uhr im Textilmuseum zu zählen. Americana, Bluesrock und Bluegrass aus dem sagenhaften Nashville in Tennessee sind seine Markenzeichen. Karp ist ein Geschichtenerzähler, ein Sänger, ein aufschlussreicher Songwriter, ein faszinierender Darsteller, ein Pianist, ein Bandleader und ein glühender Slide-Gitarrist. Glücklicherweise schließen sich diese an sich unterschiedlichen Eigenschaften nicht gegenseitig aus. Seine Musik nennt er selbst „Soul-Influenced Americana-Blues Rock“. Es ist auch kein Widerspruch, Karp sowohl als Blues-Meister als auch als Americana-Liebhaber zu bezeichnen. Bei Karp sind all diese Themen eng miteinander verbunden.

Das seit Jahren in die „Kulturwelten“ eingebettete Jazz-Wochenende führt zwar kein Eigenleben, aber die jeweils drei Veranstaltungen sind durchaus etwas Besonderes, weil sie sich doch ein wenig von den sonstigen Jazz-Angeboten der Veranstaltungsreihe abheben. Gerade deswegen sind die Akteure jedoch jederzeit in der Lage, hervorragende Musik zu bieten.

Los geht es am Freitag, 2. November, um 19.30 Uhr im Textilmuseum mit dem Paul Brody Quartet. Brodys „Sadawi“ ist eines der aufregendsten neuen Klezmer-Projekte der heutigen Zeit. Es ist ein Mix aus traditionellem Klezmer und fantasievollen Improvisationen, präsentiert von einigen der aufregendsten Musikern aus New York, Boston und Berlin. Es spendet einen Hauch luftiger Frische für Klezmer- und für Jazz-Fans, die auf eine neue, innovative Gruppe von Musikern gewartet haben, mit Wurzeln sowohl im Klezmer als auch im Jazz.

Am Samstag, 3. November, um 19.30 Uhr kommt das Holger Scheidt Quartett zum Jazz-Wochenende ins Textilmuseum. „Schwimmende Elefanten“ heißt das neueste Thema, wobei der Reiz von Scheidts Musik in ihrer Zeitlosigkeit liegt. Sie verweist auf Ursprüngliches und entstammt einem produktiven Geist, der Traditionspflege positiv für sich ausformuliert und den Jazz aus „alten Quellen“ auf den neuesten Stand bringt.

Vervollständigt wird das Jazz-Wochenende am Sonntag, 4. November, um 11 Uhr im Textilmuseum mit einer etwas ungewöhnlichen Formation. „Das bessere Leben“ könnte man als traumtänzerisch, schräg quakend, witzig oder spekulativ einordnen - oder auch anders. Der Pianist schreibt die Stücke, die Band zerstört sie gemeinsam wieder, um etwas noch Größeres zu erschaffen: Eine Symbiose aus komponierter Struktur und Improvisationslust.

Durch die Verlegung vom Bürgersaal in das Textilmuseum praktisch ausverkauft ist das Gastspiel von Sebastian Studnitzky am Dienstag, 6. November. Bereits am Donnerstag, 1. November, war der Künstler ja schon zu Gast als Akteur der so genannten „Trumpet Night“. Nun zeigt er sein großartiges Können nicht nur an dem Blasinstrument, sondern auch am Piano.

Voll musikalisch gestaltet sich das Wochenende 10. und 11. November 2018 mit Einbeziehung des Montags. Am Samstag 10. um 19.30 Uhr und am Sonntag, 11. November um 11 Uhr, jeweils im Textilmuseum, gibt die britisch-bayerische Blues-Legende Nick Woodland ihre Visitenkarte zum dritten Mal in Helmbrechts ab. Die Begeisterung bei seinem eigenen Gastspiel (auch war er bei Georg Ringsgwandl mit von der Partie) im Jahr 2014 ist eventuell ein Grund dafür, dass ein Zusatzkonzert notwendig war, für das es noch Karten gibt.

Woodlands Bühnenenergie ist unverfälscht: rau, erdig und vielseitig, mit dreckigem Blues, mit Reggae- und Surf-Rock-Anleihen, mit exzellentem Songwriting und einem Sound, irgendwo zwischen Mississippi-Delta und bayerischen Highways. Und was die Besucher auch besonders freuen kann: Zu seiner Band gehört mit Manfred Mildenberger einer der besten deutschen Drummer, der ebenfalls schon öfter bei den „Kulturwelten“ begeistert hat.

Blues, Rock und Soul - das sind die Genres, zu denen Ben Poole mit seiner Band ein besonderes Verhältnis haben. 2016 war der Brite kurzfristig als Ersatz für ein abgesagtes Konzert engagiert worden. Er ließ niemand vermissen, denn die mehr als 300 Besucher im Bürgersaal waren von seinem tollen Auftritt begeistert. Nun kommt er zu zwei weiteren Konzerten ins Textilmuseum, und zwar am Sonntag, 11. November und am Montag, 12. November, jeweils um 19.30 Uhr. Dabei ist das Konzert am Sonntag nur teilbestuhlt, für den Montag gibt es noch Eintrittskarten.

Ben Poole, der junge Gitarrist und Sänger aus Brighton, gilt derzeit als vielversprechendes Talent der britischen Bluesrock-Szene. Poole teilte die Bühne bereits mit Legenden wie John Myall, Gary Moore und Jeff Beck. 2015 fungierte er als Vorband von Kenny Wayne Shepard.

Das Barcelona Gipys balKan Orchestra, das am Dienstag, 13. November, um 20 Uhr im Bürgersaal genossen werden kann, ist ein Geheimtipp der diesjährigen „Kulturwelten“. Es kombiniert tradierte Klezmer- und Gypsy-Einflüsse mit dem Lebensgefühl Barcelonas, lateinamerikanischen Melodien, katalanischen Elementen, Jazz und Rockabilly. Das Ergebnis ist, nicht zuletzt auf einer Konzertbühne, explosiv.

Nach Touren durch nun insgesamt 21 Länder lassen sich die virtuosen sieben Musiker, die aus Katalonien, der Ukraine, Italien, Frankreich, Serbien und Griechenland kommen, nun verstärkt durch die balkanische Musiktradition inspirieren: Balkan-Musik von askenasischen und sephardischen Juden, von Gypsy, Osmanen oder Arabern.

Seit seinem Auftritt in „Sing meinen Song - das Tauschkonzert“ ist Seven, das Schweizer Soulwunder, in aller Munde. Er ist unglaublich kreativ und bringt mit seinem Soultrain das Publikum zum Beben. Zusammen mit seiner fantastischen Band ruft Seven zum ultimativen Live-Spektakel und lässt mit feinstem Funk, Soul und R`n`B die Puppen tanzen. Also: Bequeme Tanzschuhe nicht vergessen, denn der Bürgersaal ist am Mittwoch, 14. November, ab 20 Uhr unbestuhlt.

Seven ist ein Musiker und Komponist, ein Visionär und Pionier mit Soul im Blut, einer Stimme aus Gold und dem Funk in den Füßen. Nach 15 Jahren Karriere, zehn Studio-Alben, mehr als tausend Konzerten und diversen Chart-Hits hat der Vollblutmusiker nicht nur seine Heimat erobert, sondern auch außerhalb der Schweiz eine Vielzahl von Fans gefunden. Bestimmt kommen die Besucher der „Kulturwelten“ noch mit dazu. Das Gastspiel von Seven gilt als das Highlight im diesjährigen Programm.

Bereits ausverkauft ist das Gastspiel des schottisch-irischen Sextetts „Manran“ am Donnerstag, 15. November, um 20 Uhr im Bürgersaal. Dabei können sich die Besucher auf eine der besten Celtic-Rock-Gruppen weltweit freuen.

Mit „Pop“ hat er den Deutschen Kabarett-Preis 2017 gewonnen, nun kommt Matthias Tretter am Freitag, 16. November nach 2009, 2011 und 2016 zum vierten Mal ab 20 Uhr als Solist in den Helmbrechtser Bürgersaal. Der Kabarettist zählt zu den Lieblingen des „Kulturwelten“-Publikums und wird wohl auch mit seinem neuesten Programm seine Fans begeistern. Mit „Pop“ unternimmt er einen Streifzug durch zahlreiche aktuelle Themen, die er auf seine eigene Art und Weise aufarbeitet. Auch wenn dabei oft die größte Aufmerksamkeit der Zuhörer notwendig ist, lässt er sie doch auch intensiv an seinen Meinungen und Rückschlüssen teilhaben.

Nach einer Rekordposition in den deutschen Pop-Charts mit dem aktuellen Tingvall-Trio-Album, in den Jazz-Charts auf Platz eins, nach einem Jazz-Award in Gold und gefeierten Sommerfestival-Konzerten mit dem Trio kommt Martin Tingvall auf seiner Solo-Tour auch am Sonntag, 18. November, nach Helmbrechts zu den „Kulturwelten“. Es ist sein dritter Auftritt im Rahmen der Veranstaltungsreihe, diesmal im Textilmuseum, das bereits seit einiger Zeit ausverkauft ist.