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HS-Lokal
Ausgabe 23/2019
Helmbrechts/Schauenstein -USR-
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Bürgermeister legt Statistiken vor und informiert über Pläne

Zur Helmbrechtser Bürgerversammlung im Oberfränkischen Textilmuseum hat Bürgermeister Stefan Pöhlmann einige statistische Zahlen vorgelegt. Demnach besitzen derzeit 8911 Einwohner in der Stadt und ihren Ortsteilen ihren ersten oder zweiten Wohnsitz. Dies ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als Ursache hierfür nannte der Rathauschef die mehr als doppelt so hohen Sterbefälle (128) als Geburten (52). Beim Saldo der Weg- (421) und Zuzüge (453) ergibt sich dagegen ein Plus. Helmbrechts bleibt weiterhin eine Einpendler-Stadt, denn 4208 Arbeitsplätzen (Vorjahr: 4089) stehen 3476 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die hier wohnen, gegenüber. Die Einnahmen der Gewerbesteuer sind zwar etwas zurückgegangen, bleiben aber mit 4,8 Millionen Euro relativ stabil. An Grundsteuer verbuchte der Kämmerer 1.065 Millionen und der Anteil der Hundesteuer schlägt mit 30.588 Euro zu Buche. Der gutgeschriebene Einkommenssteueranteil beträgt den historischen Höchstwert von 4.050.000 Euro. Zudem ist mit 2 Millionen Euro Gewinnabführung durch die stadteigenen Licht- und Kraftwerke zu rechnen.

An Ausgaben steht die Kreisumlage mit über 4 Millionen Euro zu Buche. Mit diesem Geld kommt der Landkreis seinen Pflichtaufgaben nach, von denen auch die Kommunen profitieren, merkte dazu der Redner an. In den letzten Jahren habe man zwar kontinuierlich Schulden abgebaut, doch wolle man sich nicht kaputtsparen, wie Investitionen in Höhe von 7.757.500 Euro beweisen. „Das ist ein Spitzenwert im Landkreis.“ Daher stelle man im Rathaus auch Überlegungen an, erstmals seit 2009 wieder einen Kredit aufzunehmen, dies stelle bei den derzeitigen Zinsen kein großes Risiko für die Kommune dar.

Um den Wohnort weiter attraktiv zu gestalten, sei es unabdingbar, Wohnraum und Wohnungen im gehobenen Standard anbieten zu können. Mit den Baugebieten am Volkspark und am Stadelberg habe man dafür Voraussetzungen geschaffen. Erfreulich sei, dass die Bautätigkeit im Quartier am Volkspark Fahrt aufgenommen habe, nachdem der Stadtrat die Pläne geändert hat. „Für den ursprünglichen Entwurf erhielten wir zwar von der Regierung eine Eins mit Stern, aber es gab kaum Interessenten für die Grundstücke“, räumte das Stadtoberhaupt ein. Er stellte dann weitere geplante Projekte vor. Ein Schwerpunkt liegt in den nächsten Jahren auf der Umgestaltung der Fläche an der Alten Weberei, dem Kanalbau in Gösmes und die Veränderungen in der Kirchberganlage. Für die Aufwertung dieses Parks verzichtet die Kommune auf staatliche Zuschüsse, dies hat den Vorteil, in eigener Regie handeln zu können. Auf der Agenda stehen auch Dorferneuerungsmaßnahmen in Enchenreuth und Kleinschwarzenbach.

Stolz, so Stefan Pöhlmann, sei er über den neuen Kindergarten Emilio, der in Rekordzeit entstand. „Ich höre jeden Tag, wie glücklich und froh die Eltern sind, die ihre Kinder in der Tagesstätte betreut wissen.“

Der Redner verwies auch auf den Erfolg der Kulturwelten, die heuer 13.500 Besucher angelockt haben, damit waren die Veranstaltungen zu 96% ausgelastet. Als Anerkennung für dieses Angebot in einer Stadt dieser Größenordnung durften Kulturweltenmacher Heinz König und der Bürgermeister in Berlin einen mit 7.5000 Euro dotierten Preis der Bundesregierung in Empfang nehmen.

Leerstandmanager und Öffentlichkeitsreferent berichtet

In der Bürgerversammlung gab Martin Weigold zu seiner im Mai aufgenommenen Arbeit als Leerstandmanager im Helmbrechtser Rathaus Auskunft. Sein Büro bildet die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um Immobilien. Zu den Kernaufgaben gehören die Erfassung der Leerstände, die Beratung und die Beobachtung von Markt und Tendenzen. Doch darf er nicht als Makler auftreten. In Helmbrechts gibt es derzeit 246 Leerstände, dabei konnten 30 der Eigentümer noch nicht erreicht werden, vor allem deshalb weil sie sich im Ausland aufhalten. 32 Besitzer von Häusern zeigen sich bisher gesprächsbereit für Vermietung oder Verkauf ihrer Immobilien. Allerdings besteht bei einigen der Häuser und Wohnungen dringender Renovierungsbedarf. Weigold stellte schließlich auch das kommunale Förderprogramm für ein ausgewähltes Sanierungsgebiet in der Innenstadt vor. Weitere Programme, auch zur Förderung des ökologischen Gedankens bei Renovierungen, sind vorhanden. Dazu empfehle er eine Beratung im Rathaus, außerdem habe der Landkreis Hof die Vortragsreihe „Haus und Hof“ – „Wie der Staat Wohnraum fördert“ gestartet.

Auf die Frage aus dem Publikum, warum gerade viele ausländische Investoren in einer Kleinstadt hier Immobilien kaufen und was sie damit vorhaben, wussten Weigold und der Bürgermeister keine Antwort. Man beobachte zwar das Geschehen, aber solange alles nach Recht und Gesetz geschehe, gebe es keine Handhabe. Überall das Vorverkaufsrecht der Kommune zu nutzen würde die Stadt aber überfordern, zumal in diesen Fällen auch eine Nachnutzung erwartet wird.

Weigold ist auch als Öffentlichkeitsreferent tätig. In dieser Eigenschaft teilte er mit, ab sofort sei die neu gestaltete Homepage der Stadt freigeschaltet. Ferner gibt es auch eine Änderung, das amtliche Mitteilungsblatt betreffend, dies erscheint ab 22. Januar in neuer Form als HSL-aktuell. Alle 14 Tage erhalten die Haushalte diese kostenlose Zeitung mit dem Blickpunkt. Wer das Heft mit Nachrichten und Meldungen aus Helmbrechts, Schauenstein und Leupoldsgrün nicht wünscht, kann dies in der Stadtverwaltung oder beim Frankenpostverlag angeben. Die Redaktion des Blattes befindet sich dann im Rathaus. Hinweise und Mitteilungen, die in die Veröffentlichung aufgenommen werden sollen, sind in Zukunft an die E-Mail-Adresse redaktion@hsl-aktuell.de zu richten und müssen spätestens am Montag in der Woche vor Erscheinungstermin eingereicht werden.

Tätigkeit des Jugendstadtrates

Traditionell kommt in der Bürgerversammlung auch der Jugendstadtrat zu Wort. Diesmal berichteten Yannick Frisch, Moritz Heß und Maximilian Bächer von der Arbeit in diesem Gremium. Dort zeigen junge Leute viel Engagement, nehmen die Wünsche von einheimischen Kindern und Jugendlichen auf und versuchen in Kooperation mit Stadtrat, Verwaltung und Bürgermeister Lösungen zu finden.

In diesem Jahr stand auch die Organisation einer Zukunftswerkstatt auf dem Programm, hier konnten sich junge Helmbrechtser zu Wort melden. Außerdem stellte der Jugendstadtrat das Holi-Festival auf die Beine und ist bei Veranstaltungen wie dem Glückskäfermarkt und der Kirchweih zur Stelle. Zudem kümmert man sich mit dem Jugendtreff PUR um das in Helmbrechts vorhandene kleine Kino. Erfreulich sei, dass auch frühere, weil sie das Alter von 18 Jahren erreicht haben, ausgeschiedene Mitglieder des Gremiums sich in die Planungen für die Events mit einbringen.

Bürgermeister Stefan Pöhlmann sagte, man wolle den Jugendstadtrat bewusst bei Projekten wie die Umgestaltung von Kirchberg oder Alte Weberei mit einbringen. Die Mitglieder des Jugendparlaments werden von Vereinen und Schulen entsandt. „Damit wird in der jungen Generation das Bewusstsein für Demokratie und Kommunalpolitik geweckt.“ Einige frühere Jugendstadträte kandidieren auch auf verschiedenen Listen zur Stadtratswahl.