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Oberleichtersbacher Nachrichten
Ausgabe 1/2026
Aus dem Rathaus
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Aus dem Rathaus

Am 10. Dezember 2025 kam der Gemeinderat Oberleichtersbach zu seiner letzten Sitzung des Jahres zusammen. Zunächst stand ein Antrag auf Nutzungsänderung und Umbau des Dachgeschosses eines Anwesens in der Gemarkung Mitgenfeld auf der Tagesordnung. Geplant ist dort die Einrichtung einer privatärztlichen Behandlungspraxis mit ganzheitlichem Ansatz. Diese Nutzung ist als freiberufliche Tätigkeit einzustufen und gilt nach BauNVO als nicht störender Gewerbebetrieb. Zusätzlich beantragten die Bauherren eine Befreiung von der Festsetzung des Bebauungsplanes, die Dachgauben grundsätzlich ausschließt. Der Planer begründete dies mit der geringen Kniestockhöhe und der daraus resultierenden niedrigen Kopfhöhe im Bestand. Um einen funktionalen Zugang zum Dachgeschoss zu ermöglichen, soll daher eine Gaube errichtet werden. Zudem ist eine Außentreppe vorgesehen, damit Patienten die Praxis über einen separaten Eingang erreichen können. Nach Einsicht in die vollständigen Unterlagen stimmte der Gemeinderat dem Antrag auf Nutzungsänderung, dem Umbau des Dachgeschosses sowie der erforderlichen Befreiung zu.

Ein weiterer Bauantrag betraf den Neubau einer Lagerhalle in der Buchstraße in der Gemarkung Oberleichtersbach. Über dieses Vorhaben hatte der Gemeinderat bereits in der Sitzung vom 28.05.2025 positiv entschieden und eine Befreiung hinsichtlich der Überschreitung der Baugrenze erteilt. Nun beantragte der Bauherr eine zusätzliche Befreiung, da bestehende Gehölze nicht erhalten werden können. Diese sollen jedoch an anderer Stelle auf dem Grundstück neu angepflanzt werden. Ein entsprechender Planvorschlag wurde eingereicht. Der Gemeinderat erteilte nach Prüfung der Unterlagen seine Zustimmung.

Einstimmig zurückgestellt wurde dagegen das gemeindliche Einvernehmen zu einem Bauantrag für eine Werbeanlage neben einer Ladestation für Elektromobilität in der Gemarkung Oberleichtersbach. Aufgrund unvollständiger Antragsunterlagen lagen der Verwaltung nicht alle beurteilungsrelevanten Informationen vor, sodass der Antrag zunächst fristwahrend abgelehnt wurde.

Ein zentraler Punkt der Sitzung war die Vorstellung der aktuellen Planung für den Hortanbau an der Grundschule Oberleichtersbach. Das Architektenbüro Richter, vertreten durch Stefan Richter, präsentierte dem Gemeinderat die Entwurfsplanung sowie die aktualisierte Kostenberechnung. Der neue Hort soll an das bestehende Schulgebäude angeschlossen und auf Stelzen über dem Pausenhof errichtet werden. Dadurch geht dem Pausenhof keine nutzbare Fläche verloren; vielmehr entsteht ein überdachter Bereich, der bei Hitze oder Regen zusätzlichen Nutzen bringt. Vorgesehen sind drei Gruppenräume – einer davon im Bedarfsfall auch als Klassenzimmer nutzbar –, ein Werk- und Therapieraum, Lagerflächen, Büros für Hausmeister und Hortleitung, eine Ausgabeküche mit Speisesaal sowie Sanitärräume. Geplant ist ein Foliendach mit minimalem Gefälle, das als wirtschaftliche und langlebige Lösung gilt und statisch bereits für eine mögliche spätere Aufstockung ausgelegt ist. Der Gemeinderat stimmte der Entwurfsplanung und den damit verbundenen Kosten zu und ermächtigte den ersten Bürgermeister, nach Klärung der grundsätzlichen Förderfähigkeit und Beantragung möglicher Fördermittel, das Architekturbüro mit der Erstellung des Bauantrags zu beauftragen. Ergänzend wurde beschlossen, alternativ zur vorgesehenen Plattenfassade auch die Kosten für eine verputzte Fassade prüfen zu lassen.

Anschließend befasste sich der Gemeinderat mit der Sporthalle Oberleichtersbach und der Teilnahme am Interessensbekundungsverfahren des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Mit diesem Programm werden investive Sanierungsmaßnahmen an kommunalen Sportstätten mit besonderer regionaler Bedeutung gefördert. Der Bund kann sich dabei mit bis zu 45 Prozent an den zuwendungsfähigen Kosten beteiligen. Interessensbekundungen müssen bis zum 15. Januar 2026 eingereicht werden. Die geschätzten Sanierungskosten für die Sporthalle liegen bei rund 1,5 Millionen Euro. Nach Darstellung des ersten Bürgermeisters erfüllt die Halle in weiten Teilen die geforderten Kriterien. Der Gemeinderat beschloss, eine Projektskizze für die Sanierung einzureichen und die erforderlichen Eigenmittel im Haushalt 2026 vorzusehen.

Unter einem weiteren Tagesordnungspunkt bestellte der Gemeinderat Matthias Ziegler ab dem Jahr 2026 zum neuen Feldgeschworenen für den Gemeindeteil Oberleichtersbach. Die offizielle Vereidigung wird im April stattfinden.

Zum Abschluss der Sitzung dankte Bürgermeister Muth dem Gemeinderat für die konstruktive Zusammenarbeit im Jahr 2025. Er hob hervor, dass trotz unterschiedlicher Meinungen stets sachlich diskutiert werde und der respektvolle Umgang im Vordergrund stehe. Sein Dank galt ebenso den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltungsgemeinschaft. Mit Blick auf die verbleibenden Monate seiner Amtszeit bat er darum, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen – zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger und mit dem Ziel, diese finanziell so weit wie möglich zu entlasten. Er wünschte allen ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Start ins neue Jahr und viel Kraft für 2026. Auch der zweite Bürgermeister Roland Wehner richtete anerkennende Worte an den ersten Bürgermeister und dankte ihm für seinen großen Einsatz und die stets partnerschaftliche Zusammenarbeit.

(Karina Kirchner)