An der Grundschule Oberleichtersbach stand ein besonderes Projekt auf dem Stundenplan: Christina Wehner vom Bayerischen Roten Kreuz Bad Kissingen führte mit den Schülerinnen und Schülern der 3. und 4. Klasse einen Juniorhelfer-Crashkurs durch. Die Kinder lernten dabei spielerisch und praxisnah, wie wichtig Erste Hilfe ist und wie man sich in Notfällen richtig verhält.
Gleich zu Beginn zog Wehner die Kinder mit einer Frage direkt ins Thema: „War denn schon einmal jemand von euch in einem Krankenwagen?“ Viele Hände gingen nach oben. Offen berichteten die Schülerinnen und Schüler von Fahrradstürzen, Trampolinunfällen oder Situationen, in denen sie selbst oder Freunde Hilfe durch den Rettungsdienst brauchten. Die Notrufnummer 112 kannten alle bereits. Gemeinsam wurde besprochen, wo Notrufe ankommen und welche Angaben dabei wichtig sind. Die Kinder lernten die „5 Ws“: Wo ist etwas passiert? Wer ruft an? Wie viele Verletzte gibt es? Was ist passiert? Warten auf Rückfragen. In realistischen Übungen durften die Schülerinnen und Schüler selbst Notrufe absetzen. Dabei merkten sie schnell, dass man in einer Stresssituation leicht wichtige Informationen vergisst.
Außerdem berichtete Wehner aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Mit großem Interesse bestaunten die Kinder die Ausrüstung – von Einsatzkleidung und Funkgerät bis hin zu Verbandsschere, Handschuhen und Erste-Hilfe-Tasche. Auch Taschentücher gehören dazu: „Auch Tränen müssen getrocknet werden“, erklärte sie.
Natürlich durfte auch der praktische Teil nicht fehlen. Die Schülerinnen und Schüler übten Fingerkuppen-, Druck- und Kopfverbände sowie die stabile Seitenlage. Schritt für Schritt lernten sie, Verletzte anzusprechen, die Atmung zu kontrollieren und richtig zu helfen. Auch wichtige Regeln wurden vermittelt: Wunden nicht direkt berühren und Fremdkörper nicht entfernen.
Ein weiteres Thema war der Defibrillator und seine Bedeutung im Notfall.
Das Highlight wartete am Ende: Kevin Fleischmann vom Rettungsdienst kam mit dem Rettungswagen an die Schule. Die Kinder durften das Fahrzeug erkunden, Geräte kennenlernen, das Blaulicht einschalten und sogar ihre Sauerstoffsättigung messen.
Initiiert und finanziert wurde das Projekt durch den Förderverein der Grundschule Oberleichtersbach. Spielerisch lernten die Kinder: Jeder kann helfen – unabhängig vom Alter. Ein wertvolles Projekt mit bleibender Wirkung.