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Oberleichtersbacher Nachrichten
Ausgabe 8/2026
Aus dem Rathaus
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Aus dem Rathaus

Im Juli fanden zwei Sitzungen des Gemeinderates Oberleichtersbach statt. Auf der Tagesordnung standen mehrere Bauangelegenheiten, die Weiterentwicklung der gemeindlichen Feuerwehren, Infrastrukturmaßnahmen sowie Themen der kommunalen Förderung und finanziellen Beteiligung.

Bereits vor Beginn der Sitzung am 7. Juli verschaffte sich der Gemeinderat bei einem Ortstermin im Gewerbegebiet Buchrasen einen Eindruck vom Zustand der dortigen Straße. Dabei zeigte sich, dass sich zahlreiche Kanaldeckel und Straßeneinläufe im Laufe der Jahre abgesenkt haben. Zudem weist die Fahrbahn zahlreiche Risse im Asphalt auf und auch die Regenablaufrinne befindet sich in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun als Grundlage für die weiteren Beratungen dienen. In einer der kommenden Gemeinderatssitzungen sollen verschiedene Möglichkeiten der Sanierung erörtert werden. Dabei kommen sowohl punktuelle Reparaturmaßnahmen als auch ein vollständiger Ausbau der Straße in Betracht. Im Falle eines Vollausbaus soll außerdem geprüft werden, ob eine Verbreiterung der Straße sinnvoll und umsetzbar wäre. Um die unterschiedlichen Varianten miteinander vergleichen zu können, sollen zunächst entsprechende Kostenangebote eingeholt werden.

Einen breiten Raum nahmen in den beiden Sitzungen die Zukunftskonzepte der gemeindlichen Feuerwehren ein. Ziel ist es, die Einsatzbereitschaft langfristig zu sichern und die Ausstattung an die heutigen Anforderungen anzupassen. Für die Feuerwehr Modlos soll das bestehende Tragkraftspritzenfahrzeug durch ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) ersetzt werden. Zusätzlich ist die Anschaffung eines Mannschaftstransportwagens (MTW) vorgesehen. Dieser bietet künftig ausreichend Platz für Einsatzkräfte und Material, sodass die Feuerwehrdienstleistenden nicht mehr mit privaten Fahrzeugen zu Einsätzen fahren müssen. Bis zur Beschaffung des MTW, die für das Jahr 2029 vorgesehen ist, soll das bestehende Tragkraftspritzenfahrzeug den zweiten Stellplatz im neuen Feuerwehrgerätehaus nutzen. Für den Mannschaftstransportwagen soll bei der Regierung von Unterfranken ein Förderantrag gestellt werden.

Auch für die Feuerwehren Unterleichtersbach und Oberleichtersbach soll es Veränderungen im Fuhrpark geben. In Unterleichtersbach soll der mittlerweile fast fünfzig Jahre alte Mannschaftstransportwagen ersetzt werden, da dieser aufgrund seines Alters und zunehmender technischer Mängel nicht mehr dauerhaft zuverlässig eingesetzt werden kann. In Oberleichtersbach soll das vorhandene Mehrzweckfahrzeug künftig ebenfalls durch einen Mannschaftstransportwagen ersetzt werden, wobei die Feuerwehr Oberleichtersbach in diesem Zuge auf gewisse Ausstattungen verzichtet.

Für die geplanten Mannschaftstransportwagen in Modlos und Oberleichtersbach sollen Förderanträge bei der Regierung von Unterfranken gestellt werden. Auch für das Ersatzfahrzeug in Unterleichtersbach wird die Gemeinde einen Förderantrag einreichen, obwohl eine Bewilligung nach derzeitigem Stand nicht zu erwarten ist. Hintergrund ist, dass die hierfür erforderlichen Fördervoraussetzungen nicht erfüllt werden. Das vorhandene Tragkraftspritzenfahrzeug verfügt weder über Atemschutzgeräte noch über einen Löschwassertank. Darüber hinaus wurde der zweite Stellplatz im Feuerwehrgerätehaus bereits im Rahmen einer früheren Maßnahme mit 127.000 Euro staatlich gefördert.

Besonders wichtig war dem Gemeinderat eine enge Zusammenarbeit der drei Feuerwehren. Die insgesamt drei Mannschaftstransportwagen sollen baugleich beschafft und gemeinsam ausgeschrieben werden. Durch diese gebündelte Beschaffung erhofft sich die Gemeinde wirtschaftliche Vorteile und günstigere Einkaufspreise.

Im Zusammenhang mit der Anschaffung des neuen Mittleren Löschfahrzeuges für die Feuerwehr Modlos beschäftigte sich der Gemeinderat außerdem mit der Frage, ob ein spezialisiertes Ingenieurbüro in den Beschaffungsprozess eingebunden werden soll. Bereits in der vorherigen Sitzung hatte Kommandant Michael Hahn ausführlich dargelegt, dass ein Fachbüro unter anderem bei der rechtssicheren Ausschreibung, der technischen Planung, den Besprechungen sowie bei Fahrzeugabnahmen wertvolle Unterstützung leisten kann. Gleichzeitig sollen dadurch kostspielige Planungs- und Beschaffungsfehler vermieden werden. Der Gemeinderat sprach sich dafür aus, zunächst Angebote mehrerer spezialisierter Ingenieurbüros einzuholen und insbesondere deren Leistungsumfang miteinander zu vergleichen.

In beiden Sitzungen befasste sich der Gemeinderat außerdem mit mehreren Bauanträgen. Einer Tektur für einen bereits genehmigten Wohnhausneubau in Modlos wurde zugestimmt. Geplant sind dort ein überdachter Freisitz sowie eine Eingangsüberdachung. Da sich das Vorhaben im Innenbereich befindet und sich in die bestehende Bebauung einfügt, wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Ebenfalls befürwortete der Gemeinderat die Umnutzung einer Erdgeschosswohnung am Dreistelz zu einer Physiotherapiepraxis. Im Zuge der Maßnahme wird der Eingangsbereich barrierearm gestaltet, sodass die Praxis künftig auch mit Rollator problemlos erreichbar ist. Die eigentliche Gebäudestruktur bleibt unverändert, da ausschließlich Innenausbauarbeiten vorgesehen sind. Zustimmung erhielt außerdem der Antrag zur Errichtung von zwei Stellplätzen und Stützmauern auf einem Grundstück in Unterleichtersbach. Da sich das Vorhaben im Außenbereich befindet, erfolgt die abschließende Prüfung der baurechtlichen Voraussetzungen durch das Landratsamt Bad Kissingen.

Der Gemeinderat genehmigte außerdem die Niederschriften der Bürgerversammlungen aus dem April 2026. Da sämtliche während der Bürgerversammlungen vorgebrachten Wünsche und Anregungen bereits unmittelbar beantwortet werden konnten, bestand kein weiterer Handlungsbedarf.

Ein weiteres Thema war die finanzielle Beteiligung der Gemeinde am Solarpark Unterleichtersbach. Der Gemeinderat beschloss den ersten Nachtrag zum bestehenden Vertrag mit der Anumar Solarpark Oberleichtersbach GmbH & Co. KG. Hintergrund ist, dass die Anlage inzwischen errichtet wurde und nun die tatsächlich feststehenden Standorte der Module, die technischen Anlagendaten sowie der Inbetriebnahmezeitpunkt vertraglich ergänzt werden konnten. An der eigentlichen finanziellen Beteiligung der Gemeinde nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ändert sich dadurch nichts. Die Gemeinde erhält weiterhin eine Beteiligung in Höhe von 0,2 Cent je erzeugter Kilowattstunde.

Auch die Unterstützung des örtlichen Vereinslebens stand auf der Tagesordnung. Die Leichtersbacher Musikanten e. V. erhalten für die Anschaffung einer Bassklarinette einen Zuschuss in Höhe von zehn Prozent der Anschaffungskosten. Da Bassklarinetten zu den sogenannten Mangelinstrumenten zählen, wird die Anschaffung zusätzlich durch den Nordbayerischen Musikbund gefördert. Die Gemeinde unterstützt mit ihrem Zuschuss die musikalische Nachwuchsarbeit und die langfristige Sicherung der Instrumentenausstattung.

Informiert wurde der Gemeinderat außerdem über die geplante Sanierung des Dorfbrunnens in Oberleichtersbach. Der Obst- und Gartenbauverein hat hierfür erfolgreich eine Förderzusage über das Regionalbudget erhalten, durch die rund 80 % der Kosten übernommen werden. Da die verbleibenden Kosten vergleichsweise gering ausfallen, wird der Verein die Maßnahme eigenständig umsetzen und finanzieren. Eine Kostenbeteiligung der Gemeinde ist daher nicht erforderlich.

(Karina Kirchner)