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Amtsblatt der Gemeinde Wenzenbach
Ausgabe 12/2018
Aktuelles
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Weihnachtsgrüße

Liebe Wenzenbacherinnen und Wenzenbacher,

in der Weihnachtszeit zünden wir gern Kerzen an, die mit ihrem Licht die Dunkelheit vertreiben. Wir hören auch gern Lieder, die uns innerlich wärmen, und Geschichten, die uns zu Herzen gehen.

„Das Geschenk der Weisen“ von dem amerikanischen Schriftsteller O. Henry ist eine solche Geschichte. Diese handelt von Della und Jim, einem jungen Ehepaar. Die beiden lieben sich sehr, sind aber auch bitterarm. Als das Weihnachtsfest näher rückt, beginnt Della zu grübeln. Nachdem Jim eine kostbare Taschenuhr besitzt, möchte sie ihm dafür als besonders schönes Weihnachtsgeschenk eine Kette kaufen. Diese kostet jedoch 21 Dollar und somit ein Vielfaches von Dellas Ersparnissen. Da kommt ihr ein hilfreicher Geistesblitz. Um ihrem Mann die Uhrkette schenken zu können, lässt Della ihr schönes, knielanges Haar abschneiden und verkauft es an einen Perückenmacher. Zeitgleich beschließt Jim allerdings, seine Uhr zu verkaufen und mit dem Erlös ein juwelenverziertes Kamm-Set für das wunderbare Haar seiner Frau zu erwerben.

In der Weihnachtsnacht stehen dann beide da mit einem Geschenk, für das der jeweils andere keine Verwendung mehr hat. Natürlich ist die Enttäuschung im ersten Moment riesig, doch letztlich sind beide von ihrem Geschenk als Ausdruck ihrer großen Liebe füreinander angetan.

Die Besinnung auf so eine Geschichte kann einer Welt, in der jeder zunehmend mit sich selbst und seinen eigenen Interessen und Bedürfnissen beschäftigt ist, nur zum Vorteil gereichen. Weihnachten lädt uns also zu einem Blickwechsel weg vom Ich und hin zum Du ein.

Und in der Tat besinnen wir uns im Zuge dieses Fests auf Tugenden, die für ein menschliches oder auch christliches Miteinander unabdingbar sind: Empathie, Gerechtigkeit und Hilfsbereitschaft. Diese Werte auch außerhalb der Advents- und Weihnachtszeit zu leben, muss selbstredend unser Anspruch sein und er ist es auch. Es gibt jedenfalls mehr Hilfsbereitschaft in unserer Gemeinde, als wir oft wahrnehmen. In unserer Gemeinde leben viele Menschen, die sich für andere einsetzen und die nicht zuerst fragen, was ihnen das bringt. Man findet sie bei der Nachbarschaftshilfe, beim Krankenbesuchsdienst der Pfarreien, beim Flüchtlingshelferkreis, bei unseren Feuerwehren und bei vielen anderen Vereinen und Verbänden, die im Gemeindegebiet tätig sind.

Wir als Gemeinde versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten, Menschen in Not zu helfen. Aber Mut zusprechen, auf die Schulter klopfen, die Hand reichen, jemanden in den Arm nehmen – sowas kann eine Institution nur bedingt übernehmen. Dafür braucht es Personen, die sich in der Nachbarschaft um Mitmenschen kümmern, die behinderte Mitbürger einbinden, auf Schwächere achtgeben und Kranke besuchen. Diese Menschen machen Wenzenbach aus.

Als Bürgermeister der Gemeinde Wenzenbach möchte ich mich in meinem diesjährigen Weihnachtsgruß ganz besonders bei diesen Menschen bedanken.

Gleichsam wünschen ich allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch ins Jahr 2019!

Liebe Grüße
Sebastian Koch
Erster Bürgermeister