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Wildpoldsrieder Duranand
Ausgabe 644/2026
Gemeinderat
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Renaturierung der Wildpoldsrieder Pflanzenkläranlage

Die Fotos zeigen die beim Bau der Pflanzenkläranlagen verlegten Folien. Diese werden bei der Moor-Renaturierung wieder entfernt. (Archivbilder Bernd Stadtmüller/Schellheimer Garten- und Landschaftsbau)

zu einem Niedermoor mit Erlebnis- und Lehrpfad – Rena_la_Moor

In der Gemeinderatssitzung am 15.07.2026 stellten Bürgermeister Günter Mögele und Landschaftsplaner Matthias Kiechle das Förderprojekt „Rena_la_Moor“ vor. Der Förderantrag wurde am 27. November 2024 eingereicht, der Zuwendungsbescheid folgte bereits am 11. Dezember 2024. Der Förderzeitraum erstreckt sich vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2028. Der Gemeinderat beschloss den Projektstart am 22. Januar 2025.

Die Projektleitung liegt bei Bürgermeister Günter Mögele. Er hatte den Förderantrag erarbeitet und eingereicht sowie bereits im Jahr 2024 als damaliger 2. Bürgermeister die Projektleitung übernommen.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 953.024,35 Euro. Davon werden 95 % gefördert. Aus dem Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz in ländlichen Kommunen (ANK-LK) erhält die Gemeinde 762.419,48 Euro, was 80 Prozent der Gesamtkosten entspricht. Weitere 142.953,65 Euro (15 Prozent) steuert die Heinz Sielmann Stiftung bei. Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt somit lediglich 47.651,21 Euro.

Im Rahmen des Projekts wird auf rund 1,2 Hektar großen Fläche eine ehemalige biologische Nachkläranlage mit Schönungsteichen zurückgebaut und das ursprünglich dort vorhandene Niedermoor wiederhergestellt. Hierzu werden unter anderem die unterirdischen Folien entfernt und bestehende Entwässerungsgräben zurückgebaut. Dadurch kann der Grundwasserstand wieder angehoben werden, sodass der Torfkörper dauerhaft vernässt wird. Dies verhindert weitere CO₂-Emissionen aus dem Moorboden und trägt aktiv zum Klimaschutz bei.

 

 

 

Mit Initialpflanzungen von Torfmoosen und anderer moortypischer Vegetation sowie durch Mähgutübertragung soll sich mittelfristig ein naturnaher, artenreicher Moorlebensraum entwickeln. Auf Teilflächen wird zudem zeitweise eine Paludikultur mit Schilf und weiteren geeigneten Pflanzen angelegt, um überschüssige Nährstoffe abzuziehen.

Die Projektfläche ist optimal in die umliegenden Biotopflächen des Betzigauer Mooses eingebunden. Dadurch ist mit einer schnellen Wiederbesiedlung durch moortypische Tier- und Pflanzenarten zu rechnen. Aufgrund des vorhandenen Wanderwegenetzes und der Ortsnähe zu benachbarten Biotopflächen eignet sich die Fläche zudem optimal für die Umweltbildung mit naturkundlichen Erläuterungen. Geplant ist deshalb die Einrichtung eines möglichst barrierefreien Moorerlebnis- und Lehrpfads mit Schautafeln und weiteren Informationsangeboten.

Ziel des Projekts ist es, ein wertvolles Ökosystem zu schaffen, das dauerhaft zum Klimaschutz sowie zum Erhalt der biologischen Vielfalt beiträgt. Die wiedervernässte Moorfläche kann langfristig Kohlendioxid und weitere Treibhausgase binden und gleichzeitig neuen Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt bieten.

Bürgermeister Mögele betont die große Bedeutung des Projekts für den Klimaschutz. Durch die Renaturierung der bisher versiegelten Flächen kann das entstehende Niedermoor künftig wieder seine natürliche Funktion als CO₂-Speicher erfüllen. Zudem sei es gelungen, auch die Entsorgung belasteter Materialien aus der ehemaligen Pflanzenkläranlage in die Förderkulisse aufzunehmen, was der Gemeinde ansonsten deutlich mehr Geld gekostet hätte.

Die Umsetzung der Entwurfsplanung ist für den Herbst 2026 vorgesehen. Die entsprechenden Ausschreibungen werden in den kommenden Wochen vorbereitet. Mit sämtlichen Eigentümerinnen und Eigentümer der benachbarten Grundstücke wurden bereits Gespräche geführt; die Entwurfsplanung findet deren Zustimmung. Die endgültigen Ausführungsplanungen werden nochmals gemeinsam mit den Anliegern abgestimmt.