von Julian Bauer
Die Hulzstoussboum – kurz HSB – feiern ihr 10-jähriges Bestehen. Jonas Kraus, Julian Bauer, Andreas Holfelner, Konstantin Stahl und Maximilian Steiner blicken auf zehn Jahre voller Musik, Freundschaft und Gaudi zurück. Dieses besondere Jubiläum wird am 24. Januar 2026 mit einer großen Feier beim Kühnhauser in Waldthurn begangen. Für Brotzeit, Bier und natürlich jede Menge Musik ist bestens gesorgt. Tatkräftig unterstützt werden die Burschen dabei von zahlreichen Musikfreunden aus Nah und Fern.
Alles begann im Jahr 2016: Jonas Kraus lernte beim Süß Klaus aus Georgenberg das Quetschn spielen. Schnell stellte er sein Können bei Geburtstagen, Zoigl-Abenden und verschiedenen Feiern im Markt Waldthurn unter Beweis.
Bei einem Zoigl im Sportheim kam es schließlich zu einer spontanen musikalischen Zusammenkunft. Die Trompeter Julian Bauer und Andreas Holfelner sowie Posaunist Valentin Reil saßen nach der Probe der Trachtenkapelle zufällig mit ihren Instrumenten im Sportheim. Kurzerhand wurde gemeinsam musiziert – gespielt wurden lediglich das „Trompeten-Echo“, „Auf der Autobahn“ und natürlich „Ein Prosit der Gemütlichkeit“, das in Dauerschleife erklang. Viel mehr war damals noch nicht drin.
Diese spontane Session gefiel den Spielbergern so gut, dass sie Jonas für ihren traditionellen Hausfasching beim Heiner engagierten. „Bring deine Bläser ruhig mit“, hieß es. So studierten Joni, Jules und Vale einige zusätzliche Stücke ein, um den Fasching musikalisch zu bewältigen. Am 22. Januar 2016 war es dann so weit: Der erste Auftritt der „Hulzstoussboum“ fand statt.
Warum dieser Name gewählt wurde? Das weiß bis heute niemand so genau – man brauchte für diesen einen Auftritt einfach spontan einen Namen. Und der blieb.
Vom Spontanauftritt zur festen Formation
Damals rechnete noch niemand damit, dass die Boum bereits einen Monat später wieder auf der Bühne stehen würden. Beim Maler Michl fand ein Zoigl statt, für den dringend eine bayerische Musikgruppe gesucht wurde. Ohne zu zögern nahmen die Burschen den Auftritt an.
Allerdings fehlte der Formation noch ein wichtiges Instrument: Ein Tenorhorn hätte klanglich perfekt zur Trompete gepasst. Schnell war klar: „Der Rais würde ideal in unsere Gruppe passen – allerdings spielt er ebenfalls Trompete.“ Die Lösung war naheliegend: ein Wechsel
aufs Tenorhorn. Griffe und Noten blieben gleich, lediglich der Lippenansatz musste angepasst werden.
Eine kurze WhatsApp-Anfrage später kam die Antwort: „Jo, müsst scho gehen.“
Damit waren die Hulzstoussboum fortan zu viert.
Es folgten zahlreiche Auftritte in der Region, unter anderem beim Bayerischen Abend der Kegelbahn TriffNix, beim Zoiglabend beim Kühnhauser, beim Patenbitten der FFW Spielberg, beim Maibockfest der KLJB Waldthurn sowie bei der Sitzweil in Lennesrieth – und viele weitere mehr.
Eine ganz besondere Rolle in der Geschichte der Hulzstoussboum spielt die entstandene Freundschaft mit Flossenbürg. Ende April klauten die Burschen aus Flossenbürg den Maibaum der Marktgemeinde Waldthurn – zum Glück. Denn ohne diese Aktion wäre die enge Verbindung vermutlich nie entstanden.
Beim anschließenden Maibaum-Auslösefest im Feuerwehrhaus in Flossenbürg wurde der Grundstein für eine langjährige Freundschaft gelegt. Die Flossenbürger stellten die Location, die Waldthurner – angeführt von Oberhaupt Sepp Beimler – kümmerten sich um Verpflegung und Musik. Selbstverständlich sorgten dabei die Hulzstoussboum für den passenden musikalischen Rahmen.
In der Folge luden die Flossenbürger die Burschen ein, auf ihrer Kirwa zu spielen. Der Kirwa-Montag wurde von da an zu einem festen Termin im Bandkalender.
Auch beim Eric-Frenzel-Fanclub durfte Musik nicht fehlen. So begleiteten die Hulzstoussboum die Fans zu Wettkämpfen nach Seefeld und Klingenthal, um Eric Frenzel lautstark musikalisch zu unterstützen. Vielleicht trug dieses Anfeuern sogar zum Gewinn des ein oder anderen entscheidenden Wettkampfs bei.
Im Oktober 2021 kam es zu ersten Veränderungen bei den Hulzstoussboum. Nach zahlreichen gemeinsamen Auftritten verabschiedete sich Valentin Reil aus der Gruppe. Nahezu zeitgleich konnte Konstantin Stahl für die Band gewonnen werden. Mit frischen Ideen und seiner knackigen Tenorhorn-Bass-Begleitung brachte er neuen Schwung in die Formation. Besonders seine Fähigkeiten im Komponieren und Arrangieren erwiesen sich schnell als großer Gewinn für die Gruppe.
Im Jahr 2022 stieß schließlich Maximilian Steiner mit seiner Tuba dazu. Schon wenige Wochen nach seinem Einstieg waren sich alle einig: Dieses Instrument – und dieser Musiker – hatten der Gruppe noch gefehlt. Als Tubist muss er immer durchspielen, was ihn zur Maschine der Kapelle macht, da dieser nie schlapp macht.
In ihrer zehnjährigen Geschichte absolvierten die Hulzstoussboum insgesamt 463 Auftritte. Ob Fasching, Starkbierfeste, Zoigl-Abende, Hochzeiten, Brautentführungen, Bierzeltfeste oder Geburtstage – die Boum sind überall gefragt.
Zu den besonderen Höhepunkten zählen Auftritte im Münchner Hofbräuhaus, beim Oktoberfest in London, die Brass-Wiesn in Eching bei München, ein Interview in der BR-Abendschau sowie die TV-Aufzeichnung der BR-Brettl-Spitzen. Ihre musikalischen Wege führten sie dabei nicht nur durch Deutschland, sondern auch nach Tschechien, Österreich und England.